Dino Register Deutschland Herbstausfahrt

Die Zeiten für Oldtimerveranstaltungen sind schwierig und nachdem schon das Dino Register Frühjahrstreffen abgesagt werden musste, war es lange gar nicht klar, ob eine Mitgliederversammlung im Herbst möglich sein würde. Diese werden von langer Hand geplant, mit viel Engagement und Akribie  vorbereitet. 

Aber es hat geklappt! Julia und Thomas Kraeker haben das Wochenende für uns vorbereitet und es sind bis auf einige wenige Absagen tatsächlich 24 Autos und knapp 50 Leute zusammen gekommen. Der schlechten Wettervorhersage zum trotz.  Freilich hat sie den einen oder anderen dazu bewogen, auf ein regensichereres, moderneres Fremdfabrikat auszuweichen. Das gibt natürlich krasse Abzüge auf dem Club-Mitgliedskonto. 

Treffen war auf der Achalm, hoch über Reutlingen gelegen. Am Freitag Abend begann das Beisammensein, wir kamen etwas verspätet, aber gerade noch rechtzeitig zum Essen. Die Anreise aus Südtirol , Staus und Schneegestöber auf dem Fernpass hatte uns in Zeitverzug gebracht. 

Der Abend verläuft unterhaltsam und es ist schön bekannte Gesichter wiederzusehen und neue Leute kennenzulernen. Irgendwann läutet die letzte Runde und am nächsten Morgen geht es früh raus. Also Batterien schonen und ab in die Heia.

Um 8:15h schon ist Begrüßung und kurze Einweisung in den bevorstehenden Tag. Fehler im Roadbook werden korrigiert, die 4 Etappen kurz beschrieben und uns auf knapp 300 Kilometer Strecke eingeschworen. Abfahrt 8:30 Uhr. Die Motoren starten, die Garage bebt. Es Wetter ist mäßig bis beschissen, es regnet, die Strecke dafür umso schöner. Wir fahren über die Schwäbische Alb Richtung Nord-Osten. Eningen, Metzingen, Erkenbrechtsweiler… hoch und runter bis zur Kaffeepause im Sulzburghof in Lenningen. 

Bis zur Mittagspause sind es weitere 61 Kilometer Richtung Süden. Am Großen Lauertal steht der „Hinweis leise und langsam“ zu fahren. Machen wir natürlich.

Ziel ist Zwiefalten, wo wir erst im Klosterbräu Restaurant bewirtet werden (lecker Maultaschen) und dann vom Pfarrer höchstpersönlich eine kurze Führung durch das barocke Münster bekommen. Er erzählt uns die über 1000 jahrige Geschichte und wie man in Corona Zeiten an Besucher kommen muss. Vom bayerischen Fernsehen und vier „Hochzeiten und eine Traumreise“, die hier gedreht wurde und  von Herrn Kretschmann, der mal zu Besuch war. Der Gottesmann ist kaum zu stoppen.

Aber die Zeit drängt und wir müssen weiter. Nun ins Donautal bis Beuron, wo eine weitere – dringend benötigte- Kaffeepause geplant ist. Mir stecken die letzten Tage noch in den Knochen und ein Koffein-Shot ist eine prima Idee. 

Im Cafe Drahtesel werden wir von einer Schar junger Damen umsorgt und auch mit lecker  Kuchen ausgestattet.

Der vierte Abschnitt geht 88 Kilometer über den Lochenpass. 888 m über dem Meer gelegen kann man es etwas fliegen lassen. Auf dem anschließenden Autobahnstück B27 sollte man aber auf die unzähligen Blitzern schauen, die alle im Roadbook verzeichnet waren. 

Geschafft vom Tag kommen wir im Hotel an und haben noch etwas Gelegenheit zum Ausspannen, bevor um 19:00h die Sektkorken für unseren Clubabend knallen. Leider nicht auf der Terrasse, sondern drinnen. Petrus ist kein Dinofahrer.

Eine schöne Tradition ist der Gabentisch mit Ersatzteilen, Zubehör oder Literatur. Hier kann man durchaus das eine oder andere Schnäppchen finden, um seinen Dino aufzuwerten oder zu reparieren. Auch werden die aktuellen Themen und Termine diskutiert. Die Frühjahrsausfahrt soll aufgrund der unvorhersehbaren Lage im nächsten Jahr ausfallen. Für die Herbstaufahrt 2021 dürfen wir aber hoffen. Es soll ins Elsass gehen. Das Technikseminar wird im November stattfinden. Es wird mal wieder spät, bei einigen anderen noch später. Aber das ist ja auch Sinn der Sache. So oft sieht man sich ja nicht. 

Sonntag

Am Sonntag lassen und Julia und Thomas uns eine Stunde länger schlafen. Einen halben Tag haben wir noch Programm. Die Sonne kommt aus raus und so steigt die Laune gleich mal auf 10! Die schöne Strecke geht zur Ritter Sport, dem quadratischen Schokoladenfabrikanten und Kunstsammler. 

Wir decken uns im Shop für ein ganzes Jahr mit Süßzeug ein. Dann trennen sich die Wege. Einige fahren noch zum gemeinsamen Mittagessen in die Motorworld nach Böblingen, wir fahren direkt nach Mainz und müssen erstmal Wäsche waschen. Die geht nach zwei Wochen dann doch zur Neige und mehr hat einfach nicht in den Kofferraum unseres GT4 gepasst. 

Dino Register Deutschland

Text und Fotos : Markus Haub & Susana de Val

Alpenfahrt 4.0

14 Tage, 16 Pässe und 3000 Kilometer durch die Alpen.

Der Spät-Sommer zeigte sich noch mal von der schönsten Seite, aber auch der Winter kam plötzlich hereingebrochen. Alles war dabei auf unserer Alpenfahrt 4.0. Zwei Wochen waren wir in der Schweiz und Italien unterwegs, 16 Pässe haben wir überquert und sind knapp 3000 Kilometer gefahren. 

Montag: von Mainz ins Emmental

Auf ins Emmental. Wir besuchen an ersten Tag unseren Freund Ufert von Gannetdesign im Tal mit dem Loch-Käse. Ein entspannter Abend und schöner Einstieg in unsere Alpen-Reise. Diesmal haben wir nicht ganz so stramme Touren geplant, wir wollen etwas relaxen nach den anstrengenden Sommermonaten.

Dienstag: Vom Emmental zum Grimsel

Über die Landstraße führt uns die Strecke in Richtung Luzern. Am Vierwaldstätter See entlang, hindurch durch endlose Tunnels, bis nach Altdorf, von wo ab man zum Klausenpass hochfährt. Hier fanden zwischen 1922 und 1936 Bergrennen für Autos und Motorräder statt, in den 90er Jahren wurde die Sache wiederbelebt und sporadisch als Memorial Veranstaltung bis 2013 weitergeführt. Wir wollten mal mit eigenen Augen sehen, wo einst Rudolf Caracciola 1934 mit seinem Mercedes W25 in einer Zeit von nur gut 15 Minuten den Streckenrekord für den 21,5 Kilometer langen Abschnitt bis zur Passhöhe aufstellte. 

Nach einer Mittagsrast geht es wieder ins Tal. Den selben Weg zurück, dann Richtung Gotthard. Vorher aber rechts ab auf den Furkapass. Diesen haben wir schon öfter befahren. Jedes mal ein Highlight. Auf den Spuren von James Bonds Goldfinger finden wir einen kleinen Parkplatz am Straßenrand. Hier steht tatsächlich ein Schild „James Bond Street“. Kurz darauf hällt  ein schwarzer Kleinbus neben uns aus dem eine Gruppe Vietnamesen aus Berlin sprang. Mit Freunden und Fotograf feiern sie eine bevorstehende Hochzeit und reisen durch die Schweiz. Unseren Ferrari finden sie prima und fragen, ob sie ihn als Fotomodell benutzen dürfen. Reinsetzen, draufsitzen, alles. Am Schluss wurden noch die Luis Vuitton Koffer und Handtaschen rausgeholt und perfekt fürs Foto drappiert. Sehr lustig das! 

Wir reißen uns los und fahren weiter der Sonne entgegen, machen am Belvedere Hotel noch ein Foto, dann den Pass hinunter und den benachbarten Grimselpass rauf. Es ist gegen 18h und schon weniger Verkehr. Die Strecke ist perfekt. Ankunft am Grimselhospiz, wo wir erstmal zwei Nächte bleiben. 

Mittwoch: Feuer, Eis und Dynamit 

Geweckt wird man hier oben mit einem Warnton und anschließender Sprengung. Am Grimsel wird nämlich heftig gebaut. Eine neue Ersatz-Staumauer ersetzt den Spitalldamm, der sanierungsbedürftig geworden ist. Im Jahr 2025 soll der Bau abgeschlossen sein. Derzeit wird tief unten im Loch der Fels für das Fundament abgetragen. Das alles kann man sich bei einer Führung erklären lassen und von der Aussichtsplattform besichtigen.

Gegen Mittag fahren wir los. Heute steht nur eine kleine Tour auf dem Programm. Den Grimselpass runter und den Furka wieder hoch. Für mich sind diese beiden Pässe in Kombination die fahrerisch schönste Strecke der Alpen überhaupt! Sanfte Kurven wechseln sich mit Haarnadeln ab. Immer ist der Blick fantastisch. Ziel ist das Hotel Belvedere.  Die Filmkulisse für James Bond und einstige Luxus-Absteige der Hotvolee ist seit ein paar Jahren geschlossen. 

Gegenüber ist der Einstieg zum Rhone-Gletscher. Reichte dieser noch im 19. und 20. Jahrhundert bis hinunter nach Gletsch und bescherte dem Tal reichen Touristenbesuch, ist er nun dank Klimawandel heftig auf dem Rückzug und bis 2100 ganz verschwunden. Wir lösen ein Ticket für die Eisgrotte, ein ca 200 Meter langer Tunnel in den Gletscher. Er wird mit weißen Tüchern abgedeckt, um die Schmelze zu verlangsamen. Im Innern ist man tatsächlich von blauem Eis umgeben und fühlt sich wie der Ötzi. 

Am Nachmittag fahren wir zurück ins Grimsel Hotel und nutzen den Tag zur Auffahrt mit der Sidelhornbahn. Sie wird im Eigenbetrieb bewegt. Das heißt, man setzt sich rein und startet sie per Knopfdruck. Ein kleines Abenteuer, welches mit atemberaubenden Blick über den See und die Passstraße belohnt wird. Sonnenuntergang inklusive.

Donnerstag: Vom Grimsel nach Sankt Moritz

Wir starten heute etwas früher, die Sonne scheint und es geht auf nach Sankt Moritz. Mehrere Routen stehen zur Auswahl. Wir entscheiden uns für die wohl schönste, aber nicht die schnellste. 

Über den Nufenen, der mit 2478m höchstgelegene komplett in der Schweiz gelegene Pass verbindet den Kanton Wallis mit dem Tessin und führt Richtung Ariolo. Hier fahren wir die alte Tremola Gotthard Straße hinauf. Als wir hier vor drei Jahren gewesen sind (link) versank alles im Nebel. Heute nicht so. Strahlend blauer Himmel begleitet uns. Es geht bergab nach Andermatt, dann weiter über den Oberalp-Pass nach Flims, dann ein Stück die Autobahn, nach Albula und hier auf den Julierpass. Vorbei am Theater, diesen unwirklichen Turm, der hier 2017 errichtet wurde und irgendwann wieder abgebaut werden soll. 

Hinab nach Sankt Moritz, wo an diesem Wochenende das Bernina Gran Turismo Bergrennen stattfindet, den wir fotografisch begleiten. Hierzu haben wir HIER einen extra Artikel veröffentlicht. 

Am Nachmittag fahren wir schon mal die Strecke ab und schauen, wo in den nächsten Tagen das Spektakel stattfinden wird. 

Am frühen Abend erreichen wir unser Hotel. Das Castell in Zuoz, in dem wir letztes Jahr nach unserer SICK ALPS Tour schon mal Rast gemacht haben und die Verbindung aus Kunst und Gastfreundschaft sehr geschätzt haben.

Für 19h haben wir uns das Saunahäuschen reserviert, welches hinter dem Hotel gelegen ist. Man kann es rund um die Uhr buchen. Der Bademeister hat es gut gemeint und es auf 130 Grad aufgeheizt! Also erstmal Türchen auf und entlüften. 

Sonntag: Auf nach Südtirol

Die beiden Tage Bernina Gran Turismo (link) waren schlicht fantastisch. Schweren Herzens verlassen das Engadin und das Hotel Castell. Zu schön war unser Aufenthalt, zu lecker das Essen…

Unser Ziel ist heute Südtirol. Highlight soll der Stelvio sein. Es geht Richtung Zernez, dann über den Ofenpass und schließlich den Umbrail Pass rauf. Dieser führt hin zum Stilfser Joch auf 2757 Meter. Das Wetter ist gemischt. Wolken, Nebel, Sonne. Wir warten auf ein paar Löcher in den Wolken, die den Blick auf die Kurven freigeben. Weiter unten beginnt es schließlich zu regnen. Uns ist’s egal, wir essen noch was lecker und fahren nach Meran.

Hier wird der Verkehr immer dichter. Fast jedes zweite Auto hat deutsches Kennzeichen. Gemischt mit den schmalen Deutz-Treckern, die die beginnende Apfelernte abtransportieren ansteht ein ellenlanger Stau. Erst auf der Autobahn Richtung Bozen läuft es wieder. Die Sonne scheint und wir erreichen die Landeshauptstadt im Nu. Wir müssen noch hinauf nach Jenesien. Man kann dahin in 8 Minuten mit einer Gondel gelangen. Besser ist aber die Straße. Sie ist spektakulär, führt steil an und auf halber Höhe über eine 360 Grad Kurve, gefolgt von einem 180 Grad Tunnel. Kurz darauf noch ein 270 Grad Tunnel. Sowas habe ich nicht nicht erlebt. 

Auf 1100 Meter Höhe erreichen wir unser Hotel SALTUS . Es hat erst letztes Jahr eröffnet und verschreibt sich dem langsamen und gesunden Genuss. Eigentlich ein Anbau des älteren Haupthauses hat man aus der Not eine Tugend gemacht und in den Wald gebaut. Das wurde zum Konzept und entstanden ist ein Ort der Ruhe und Entspannung mit viel Holz und möbliert mit nordischen und antikem Interieur.  

Montag: Sella-Runde

Heute steht die große Pässetour an. Wir fahren durchs Grödnertal zum Campolongopass (1875m), dann weiter nach Arabba, das Pordoijoch (2289m) hoch und dann zum Sellajaoch (2218m). Die Runde hatte ich ja letzten September schon mal mit dem Porsche gedreht (link) , aber in anderer Ausführung. Immer wieder ein Traum. Um nicht dieselbe Strecke zurückzufahren, wählen wir die Route über Canazei und den Nigerpass unterhalb des Rosengartenmassivs. Er ist mit 1690 Metern eher unspektakulär und bringt uns zurück nach Bozen. 

Dienstag: Wandertag

Um den Arsch mal hochzukriegen steht heute ein Wandertag an. Direkt vom Hotel geht ein Weg ab, der hinauf auf das größte Lärchenhochplateau Europas führt. Hier weiden bis in den Herbst Rinder und auch größere Gruppen von Haflinger-Pferden. 

Mittwoch: Nur ein Sprung zur Seiser Alm

Es regnet und wir lassen es dementsprechend ruhig angehen. Bis Mittag lungern wir im Hotel rum. Nicht schlimm, denn heute haben wir nur eine kurze Strecke zum nächsten Ziel zu fahren. Die Seiser Alm. Sie ist die größte Hochebene Europas und ist verkehrsberuhigt. D.h. man kann nur mit Genehmigung hineinfahren. Die haben wir vom Hotel Tirler Dolomites Living im voraus bekommen. Es liegt auf 1750 m Höhe, eingebettet in Berge und grüne Wiesen. Die Gäste der nur 28 Zimmer teilen sich den Pool und Spa-Bereich, indem gegen Abend schon nichts mehr los ist. Super ist die Heusauna oder der Jacuzzi auf dem Dach. 

Zum Essen geht man in die  gegenüberliegenden Tiroler Alm. In beiden Häusern ist Luis Trenker allgegenwärtig. Der Hotelchef ist großer Fan, hat Fotos, Requisiten und Annektoten zusammengetragen, um dem Bergfilmpionier, Schauspieler, Schriftsteller und Maler, der 1995 verstarb einen Ort des Gedenkens zu widmen. Sogar einen Shop mit Trenker Kollektion gibt es. 

Donnerstag: Wandertag

Die Seiser Alm ist ein Wanderparadies und so können wir nicht anders, als uns auch die bequemen Schuhe anzuziehen und uns eine schöne Route auszusuchen, bzw uns von der netten Dame an der Rezeption vorschlagen zu lassen. Den ganzen Tag sind wir so unterwegs, Kaffeepause im Berghaus Zallinger, weiter zur Mittagspause in die Plattenkofelhütte auf 2300 Meter. Den Höhenweg entlang und vorbei an unzähligen Kühen und Pferden. Kuchenpause in der Mahlknechthütte und als der Regen einsetzt zurück im Hotel und ab ins Dampfbad. 

Freitag: Auf zum Dino Treffen

Für das Wochenende steht das von langer Hand geplante Herbststreffen des Dino Register Deutschland in Reutlingen an für welches wir uns angemeldet haben. 

Wir kommen im Hotel in Südtirol erst spät los, es regnet wieder und soll sogar Schnee geben. Der Herbst ist da. Also nix wie weg. Aber die 430 Kilometer wollen gefahren sein. Und das ist heute schwierig. Verkehr und Stau ohne Ende, schon auf dem Brenner ist es wahnsinnig voll. Alles knüllt sich vor der Mautstation. Auf dem Fernpass fängt es an wie wild zu schneien. Das hat gerade noch gefehlt. In Deutschland geht es dann. Nach dem letzten Stau in Ulm kommen wir am Abend etwas erschöpft an, um die anderen Teilnehmer noch zum Abendessen zu treffen. 

Einen extra Artikel gibt es demnächst dazu auf der Webseite.

Nach zwei Wochen und knapp 3000 Kilometern kommen wir wieder in Mainz an. Leer ist der Tank und voll der Kopf mit unzähligen Impressionen aus der Wunderwelt der Berge. Man kann nicht genug davon bekommen und vielleicht fahren wir ja bald noch mal hin… 

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

Bernina Gran Turismo 2020

Die Gegend um Sankt Moritz ist ein Traum und wir geschaffen für eine Oldtimerveranstaltung wie den Bernina Gran Turismo. Erdacht von einer Gruppe Enthusiasten aus dem Engadin, welche die Tradition der Bergrennen der 20er und 30er Jahre wieder aufleben lassen wollten. Wo damals Hans Stuck oder Luis Chiron ihren Austro Daimler oder Bugatti T47 die Berge auf Schotterpisten hochprügelten, sollen nun endlich wieder Rennen gefahren werden. Und zwar richtig! 

Schon in der Regularitätswertung geht es ganz schön zur Sache, aber in der Rennklasse brennt der Asphalt! Die von damaligen 16,5 auf nunmehr 5,7 Kilometer verkürzte Strecke führt vom Start in La Rösa bis zur Passhöhe beim Ospizio Bernina. Zwei Tage lang wird sie dafür (mit kurzer Unterbrechung am Mittag und in der Nacht ) abgesperrt. 

Freitag: Technische Abnahme

Das ganze Spektakel beginnt bereits am Freitag, wenn sich die 80 Teilnehmer am mondänen Hotel Kempinski Des Bains sammeln, um die technische Abnahme vorzunehmen. Coronabedingt sind dieses Jahr keine Zuschauer erlaubt. Das schmerzt nicht nur den Veranstalter, der eigentlich allen den Zugang zu den Rennwagen ermöglichen möchte. Aber diesmal geht es nicht anders und auf Werbung wurde auch weitestgehend verzichtet, um nicht unnötig Besucher anzuziehen. Nur 300 Personen dürfen aufs Gelände. Fahrer, Beifahrer und Teams, dazu ein paar Fotografen. Ein rotes oder grünes Bändchen identifiziert und verschafft Eintritt in die Welt aus altem Blech und gediegenem Luxus. 

Die vom Oberinspektor abgenommenen Wagen verteilen sich im großzügig auf der Wiese im Park. Die Bandbreite ist riesig. Vom Mini Cooper und Saab 4V Monte Carlo bis hin zu Audi quattro oder BMW M1 Procar.  Auch dabei verschiedene Cobras, Ford Mustang, Ferrari 250 GTB, zwei Lancia Stratos, Porsche 911 RS, RSR oder ST, 550 Spyder oder gleich zwei atemberaubenden, extrem seltene (nur 12 Stück wurden gebaut) und nur 620 Kilo schwere  Alfa Romeo Zagato TZ2, alle meist Schweizer Provenienz. Überhaupt sind einige Zagatos im Feld oder vor dem Hotel anzutreffen. Alfa-Romeo 2600 Sprint Zagato, ein DB7 Coupe oder einer der brandneuen, auf nur 19 Exemplare limitiere und auch nur im Doppelpack mit einem baugleichen Cabrio zu erwerbende Vantage V12. Er unterscheidet sich vom ursprünglichen Modell von 2011 nur in Details und Interieur. 

Nachrücker bei Teilnehmerliste hatten dieses Jahr Glück, denn Engländer oder Amerikaner müssen leider auf einen Start verzichten. Die Quarantänebestimmungen waren doch zu hart. Bei Sonnenschein, Veuve Clicquot und leichtem Lunch wird die Wartezeit bis Mittag verkürzt. Man kennt sich, plaudern angeregt und freut sich auf das was kommt. 

Dann geht es endlich los. Die Fahrzeuge fahren hoch zum Bernina, um die Strecke kennenzulernen, einige Spaßrunden zu drehen oder direkt in der riesigen Garage zu verschwinden, wo sie erst am nächsten Morgen wieder rausgelassen werden. Wir fahren noch einmal den Pass runter nach La Rösa, einer ehemaligen Poststation mit morbidem Charme und machen ein paar Fotos an der Strecke. 

Samstag: Renntag

Die Parkplatzsituation oben auf dem Pass ist schwierig und die Straße wird ab 7:40 abgeriegelt. Also bleiben zwei Optionen: Früh aufstehen und noch einen Platz erwischen, oder später kommen und mit dem Zug hochfahren. Der Bernina Express ist die höchste Bahnstrecke Europas und hält auch unterhalb des Hospiz. Ok, das mit dem Zug klingt romantisch, wir entscheiden uns dennoch für Variante A. Also, um halb sieben am Hotel losfahren, das Frühstück muss zugunsten eines Lunchpakets ausfallen. Es ist noch dunkel, kein Schwein auf der Straße. Auch keine Polizei und so kann man es etwas fliegen lassen. 

Nach einer guten halben Stunde kommen wir auf 2235m Höhe an, parken mitten im Geschehen und schon geht es los. Zu unserer Verwunderung haben sich nur kaum Zuschauer eingefunden, um das Spektakel mitzuerleben. Die 80 Rennwagen fahren aus der Garage, stellen sich nach Startnummern auf, lassen die Motoren warm laufen oder werden nochmal durchgecheckt. Inzwischen ist es hell geworden und die ersten Sonnenstrahlen verdrängen die Nebelschwaden. Einige Wolken hängen noch im Tal. Fantastisch! Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Early Bird lässt grüßen…

Gegen acht Uhr wird die Strecke freigegeben und der Tross fährt hinunter nach La Rösa zum Start. Wir nutzen die Zeit für einen schnellen Kaffee, als die ersten Renner im Minutentakt schon wieder oben sind. Die Strecke an sich ist weiträumig mit Flatterband abgesperrt und man muss sich auf dem einen oder anderen Hügel postieren, um das Geschehen beobachten zu können.

Nach der Zieleinfahrt rollen die Fahrzeuge das letzte Stück zum Ospizio aus und reihen sich wieder auf. Bei einigen Teams kommt Hektik auf, es gilt das Fahrzeug für den zweiten Lauf zu verbessern oder wieder fit zu machen. Einige Ausfälle sind schon zu verzeichnen. Der Saab mit Ex Formel 1 Fahrer Stefan Johansson muss pausieren. Andere sind entspannt, rauchen eine Zigarre oder machen – wie Arturo Merzario – Fotos von ihrem Auto oder mit den Zuschauern. Der 77 jährige genießt es noch immer, seine alten Renner zu bewegen. In diesem Fall einen Abarth 2000 Sport. 

Zwei Trainingsläufe stehen am Vormittag an und das Spektakel wiederholt sich. Die ersten Zeiten werden gespannt von den Fahrern beäugt. Einsam an der Spitze soll im Training wie im Rennen der Martini-BMW F2 von Thomas Amweg mit einer Zeit von knapp drei Minuten stehen. Er muss jedoch am Ende als Monoposto Fahrer den Preis an den zweitplatzierten Florian Fäustel in einem Porsche Carrera RSR IROC Replika weitergeben. So sind die Regeln. 

Der Bernina Gran Turismo ist wirklich ein Highlight im Kalender der Oldtimerveranstaltungen. Besonders in diesem Jahr, wo fast alles aus- oder umgefallen ist, muss man es den Veranstaltern hoch anrechnen, das Event auf die Beine gestellt zu haben. Wir kommen im nächsten Jahr gerne wieder!

Uf widerluege!

Bernina Gran Turismo

Text und Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Onassis Airtimes

AIRTIMES war der Titel der 5. Ausgabe der Tunnelrun-Saga von Onassis Porsches alias Tom Gädtke und fand in diesem Jahr auf dem Flugplatz Essen-Mülheim statt.

An die 250 Porsches hoben zwar nicht ab, kamen aber um sich brav mit Abstand wie im Autokino vor einer riesigen Leinwand aufzustellen. Zwischen Flugzeugen und Zeppelin gab’s gemütliches Beisammensein unter Corona-Bedingungen. Man musste halt das Beste draus machen, die Zeiten sind schwierig und die Auflagen streng. Snacks und Musik verkürzten die Wartezeit für die große Show, die gegen 20 Uhr mit einsetzender Dämmerung begann. Gezeigt wurden Kurz-und Werbefilme und auch ein Trailer von der SICK Alps Tour von neulich. Highlight!

So geht der Sommer langsam zu Ende, aber mal schauen, was noch so geht. Wir waren zugegebenermaßen etwas kurz angebunden, denn wir schnitzen weiter auf Hochtouren an der Eröffnung unseres neuen Studio H49.

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Sight Magazine 002__Release FFM

Am letzten Freitag Abend fanden sich an der Tankstelle vor der East Garage in Frankfurt auf wundersame Weise ein paar Porsche ein. Moritz (flat6high5) hatte das” Release Get Together” für die brandneue, noch quasi druckfeuchte zweite Ausgabe des Sight Magazine organisiert.

Das Heft erscheint zweimal im Jahr und widmet sich der weltweiten Porsche Kultur. Viele Fotos, wenig Text. Ein gutes Rezept also. Zeitgleich fanden weitere Treffen in Köln und Hamburg statt.

Um 18h ging los und bei Bierchen oder Radler und angeregtem Geplauder verging die Zeit in null Komma nix. Als es es dunkel wurde kam so richtig Stimmung auf und beim spontanen Fotoshooting mit Großstadtkulisse wurden ein paar schöne Bilder auf den Chip oder den Analogfilm gebrannt.

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

SICK ALPS RIDE THRU 2020

Da die eher familiäre Sick Alps Ride Thru Porsche Tour im letzten Jahr ein voller Erfolg war, haben sich Kerstin und Moritz  (flat6high5) wohl gedacht, die Nummer in diesem Jahr etwas größer aufzuziehen. Am Ende sollten 24 Porsche und über 40 Teilnehmer mit dabei sein und ein großartiges Wochenende in den Alpen rund um den Großglockner verbringen. 

SICK war von langer Hand geplant. Um die Spannung aufrechtzuerhalten und die Vorfreude zu steigern bekommen wir alle im Vorfeld wundersame Paketen nach Hause geschickt. Der Inhalt sind Infokarten zum Ablauf und allerfeinste Puma-Turnschuhe oder T-Shirts! Danke Andy (workdriveballance)! An Kleidung sollte es also nicht fehlen und so wandern am Tag vor der Abreise nur noch nur ein paar andere Sachen in den Koffer. Viel war es nicht, denn die Wetteraussichten waren grandios. 

Auf nach Zell am See!

Wir fahren mit unserem 1968er SWB 911 schon einen Tag früher nach Zell am See um einen guten Freund zu besuchen. Ich hatte hier vor 25 Jahren mal Praktikum gemacht und komme immer wieder gerne zurück.

Da noch etwas Zeit bis zum Abendessen ist, schnuppern wir schon mal Grossglockner-Hochalpenstrassen-Luft. Wir holen uns ein Drei-Wochen-Ticket und sind so gut ausgerüstet für die nächsten Tage. Je weiter wir hochfahren, desto nebeliger wird es. Dicke Suppe ist angesagt und es erinnert mich an eine Alpen-Tour im letzten September von Kals nach Zell, als Dauerregen und Nebel uns das Panorama verbauten und das dreistündige Mittagessen das Highlight des Tages bleiben sollte. 

Fast wollen wir schon wieder umdrehen, als bei 2000 Metern die Sonne herauslugt und wir ein Stück blau im Himmel sehen. Es passt perfekt zur Farbe der Wallack Rotationspflüge, die hier seit 1953 unermüdlich im Einsatz sind und dafür sorgen, dass die Straße von Anfang Mai bis Ende September befahrbar ist. 

Donnerstag: Grossglockner Schnuppertag und Ankunft bei SICK

Am nächsten Tag ist erstmal Ausschlafen angesagt, denn wir müssen Kräfte sammeln für die SICK Ausfahrt. Gegen Mittag können wir in unserem Basislager Hotel Post in Bruck schon mal Gepäck abladen und kurz Hallo sagen.

Den Rest des Tages nutzen wir zum erneuten Aufstieg der 36 Kehren zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, wo der höchste Berg Österreichs den 9km langen Pasterzen-Gletscher überragt. Tagsüber ist hier im August freilich viel los aber wenn man sich die Mühe macht 50 Meter zu laufen, kehrt Ruhe ein und man kann Hummeln, Murmeltiere oder einen Steinbock sehen. Vielleicht sind es auch nur ferngesteuerte Attrappen für die Touristen, wir wissen es nicht… 

Treffpunkt in Bruck

Am Abend rollen alle an. Es gab nur einen Ausfall im Vorfeld, also sind wir 24 sehr unterschiedliche Porsche. So gut wie alle Modellreihen sind vertretet und das macht es sehr bunt. Nicht unbedingt farblich gesehen, da herrscht schwarz grau oder weiß vor. Aber Marios „Orange“ rundet die Farbpalette ab und macht sich immer gut auf den Fotos. 

Wir sitzen alle gemütlich im Garten und freuen uns auf den nächsten Tag. Früh in die Heia ist angesagt, denn es geht SEHR zeitig raus! Die freiwillige „Early Bird Tour“ startet um 5.15h. Wer mich kennt, weiß, dass ich den frühen Vogel gar nicht kenne und Sonnenaufgänge nach durchgemachten Nächten als eher störend empfinde. Nunja, einmal ist keinmal und auch ich kann eine gewisse Vorfreude nicht verbergen. Dennoch sorge ich mich, wie ich den Rest des Tages überleben sollte und kaufe mir an der Tanke heimlich ein Red Bull- das österreichische Nationalgetränk, welches mir in der Not Flügel verleihen soll. 

Day 1: Früh raus und zweimal über den Berg…

Es ist noch dunkel, fast alle sind in der Frühe mit dabei. An der Mautstation sammeln wir uns noch mal kurz und dann geht es durch die Dämmerung bis zum Fuscher Törl auf 2428m. Andächtig parken wir in Reihe, genießen die Stille und warten auf die Sonne, gerade hinter den Gipfeln hervorkommt.  Von der Edelweißspitze hat man einen noch besseren Blick. 2571 ist der Punkt gelegen und bietet Sicht auf über 30 Dreitausender. Im Tal hängen die Wolken wie ein Teppich aus Watte.

Um 7:30h sind wir zurück im Hotel zum Frühstück, haben eine Stunde zum Kaffeetrinken, um dann erneut in den Tag zu starten.  Das machen allerdings auch alle Fahrradfahrer so. Die Fahrbahn ist nun schon deutlich belegter und das verhindert eine flüssige Auffahrt. 

Erstes Ziel ist die Nockalmstraße. Eine erst seit den 80ern zu befahrende Privatstrasse mit 52 Kehren auf 35 Kilometern. Fahrspaß war also angesagt und der Magen wurde hier auch aufgefüllt. Das Karlbad Anwesen ist  über 300 Jahre alt und liegt auf 1693m Höhe. Auf der knallvollen Terrasse waren einige Plätze für uns reserviert und wir wurden mit „Der Bus ist da!“ begrüßt. Nur ein älteres Ehepaar murmelte „Die Porschefahrer hams immer Vorrang…“. Hihihi….

Das Karlbad

Bei strahlendem Sonnenschein gab’s eine super Jause mit zünftiger Musik, Schinkenspeck, Kümmel-Käse und Wurst,  dazu eine Art Käsenocke und einen der besten Kaiserschmarrn den ich je gegessen habe. 

Das alles wird herausgetragen aus einem nur im Sommer bewirtschafteten Haus ohne Strom und Telefon. Es gibt auch 7 Gästezimmer, die auf vier Jahre hinaus ausgebucht sind. Warum?

Die Besonderheit ist ein aus dem 17. Jahrhundert stammendes Heilbad im unteren Teil der Alm. Rheuma- und gichtgeplagte  Bauern kamen einst hierher, um sich von der harten Gartenarbeit zu kurieren. Ein „Bauern-Spa sozusagen.“ Das Ritual beginnt in den frühen Morgenstunden. Zerkleinerte Steine des Karlbaches werden in der Glut von Lärchenholz auf bis zu 1000 Grad erhitzt, dann in Trögen in die aus ausgehöhlten Baumstämmen bestehenden und mit Quellwasser gefüllten „Badewannen“ geworfen. Die Steine zerspringen durch die Abkühlung, wodurch sich Mineralien lösen und heilsamer Dampf entsteht. In dieses ca 40 Grad heiße Wasser legt sich nun der Gast um zu entspannen. 

Weiter geht’s Richtung Gmünd hinauf zum Malta Stausee. Hier waren wir 2014 schon mal mit der Kiska CrossRoads Designers Rallye. Damals blieben wir auch im Berhghotel über Nacht. Unvergesslich die abendliche Stimmung, wenn alle Tages-Besucher wieder im Tal waren. Wir sind leider nicht allein. Der Ausblick ist trotzdem schön und die Pause willkommen. Für die Rückfahrt gibt es zwei Optionen: Autozug oder dieselbe Strecke zurück über den Großglockner. 

Die Wahl fällt auf letztere. Highlight des Tages ist die Auffahrt der Passstraße. Auf letzter Rille verfolgen wir Paul und Guido in ihrem weißen F-Modell, Moritz und Kerstin im 65er im Rückspiegel.  Fast nur im zweiten Gang zwirbeln wir mit größtmöglicher Schwungmitnahme durch die Kurven, drehen den Motor bis 7000 und können an der Tankuhr den Spaßfaktor ablesen. Es sind diese  Gänsehautmomente, wo einfach alles passt, der perfekte Flow. 

Day 2: In die Dolomiten…

Der Samstag führt uns in die Dolomiten. Der Early Bird fällt heute mangels Nachfrage aus. Zu tief steckt uns der Vortag in den Knochen. Im Pulk geht es wieder die tägliche Strecke hinauf. Nun schon zum fünften Mal! Langsam kennen wir jede Kurve. Trotzdem ist es jedes Mal anders. Nach Pipipause im Supermarkt und Einsammeln der Verlorengegangenen Teilnehmer erreichen wir die italienische Grenze. Vorbei an den drei Zinnen, durch Cortina d’Ampezzo hinauf zum Passo Falzarego. Hier wartet auch die Vesper. Das Ristorante da Strobel hat einen Teil des Parkplatzes für uns abgesperrt. Das kommt gut an, denn hier oben ist auch die Hölle los. Wie überall. wir sind nicht allein. Ferienzeit ist Leidenszeit (für Porschefahrer).  

Nach lecker Essen (Schinken, Käse, Kaffee) schwingen wir unsere inzwischen vom Schweiß getrockneten Hintern wieder auf die Kunstleder-Sitze unseres 911. Wo einst schon Stirling Moss platzgenommen hat, um in Goodwood ein paar Runden zu drehen (leider nicht mir mir, sondern mit dem Vorbesitzer), fährt seitdem die Ehrfurcht mit und verleiht dem Wagen vielleicht zu ein paar extra Kilometer Höchstgeschwindigkeit. Er wurde halt gut eingefahren. 

Für die große Dolomitentour mit Sella, Pordoi oder Grödner Joch bleibt leider keine Zeit. Das hätte das Nachtessen im Hotel in Gefahr gebracht. Deshalb nur die kleine Runde über den Passo di Giau. Hier wäre ich gerne mal ausgestiegen, denn der Blick war gigantisch. Aber kein Platz zum Parken, keine Zeit und überhaupt immer ein guter Grund noch mal herzukommen. Der Rest ist schnell erzählt. Dieselbe Strecke zurück. Wieder kurz vor der Nachtsperre (um 19:45 ist letzter Einlass) huschen wir durch die Mautstation in Heiligenblut. In der Kurve vorher wurden wir von einer Gruppe Saufkumpanen, die es sich mit Liegestühlen bequem gemacht haben lautstark empfangen. „Hohoho. Ihr hupt, wir saufen!“ stand da auf dem Schild. Haben wir natürlich gerne gemacht. 

Highlight dieses Tages ist ebenfalls wieder die Auffahrt zum Pass. Diesmal sind Kerstin und Moritz vor mir und ich hefte mich an den Doppelauspuff. Wieder volles Hörnchen durch die Kurven. Susana fällt beim Fografieren und Filmen fast aus dem Fenster. Das hat Spaß gemacht! Beim Abschlussfotos auf dem Parkplatz kühlen Puls und Motoröl wieder ab. Nice!

Der Abschlussabend verläuft gesellig in großer Runde und bei Zirbenschnaps (vom Karlbad). Und als die offiziellen Quellen im Hotelrestaurant versiegen, holt Karsten noch zwei Flaschen  Rotwein vom Zimmer, den er sich für die Rückreise im Autozug aufgespart hatte. Das war fein und verlängerte den Abschied bis zwei Uhr morgens. Sehr zum Leidwesen der holländischen Hotelchefin, die sich am nächsten Morgen muffelig im Angesicht der leeren Gläser um ein Stück Umsatz geprellt sah. Wahrscheinlich schaltete sie deshalb um Punkt 10 die Kaffeemaschine aus. Gut, dass ich mir gerade noch einen rauslassen konnte.  

Abschied fällt immer schwer und dauert lange.  Ungern reißen wir uns los, aber die Heimreise wartet, es ist heiß und Stau wird es auch geben. Also los, es nützt ja nichts. Gegen Abend kommen wir ziemlich durchgequirlt in Mainz an, fallen alsbald ins Bett und träumen von den Kurven am Großglockner…Danke an alle, die dabei waren!

Danke an Kerstin und Moritz für die tolle Organisation und die vielen Geschenke und Momente!

Fotos und Text : Susana de Val & Markus Haub

Pistons & Prezels Ebbelwoi Edition_ Designer Gathering

Am 2. August fand das Pistons & Prezels Design Gathering in Frankfurt statt, organisiert vom Konzepthaus-Team rund um Martin Groschwald.

Treffpunkt war gegen Mittag das Autokino Gravenbruch. Der Parkplatz bot genug Platz für eine ganze Schar von Autos. Das Spektrum reichte vom Renault Alpine, Mazda MX5 bis zum Mini oder Porsche 944. Neuwagen, Youngtimer oder Oldtimer. Alles egal, jeder darf mit. Eine feine Sache also und eine gute Gelegenheit, sich mit Designerkollegen über die automobile Lage der Nation zu unterhalten.

Ausfahrt 8

Ausfahrt mit 8 Freunden…hhhu

Verschiedener hätten sie garnicht sein können. Vom Fury Kitcar bis zum Lamborghini Gallardo war alles dabei. Ein geiler Renault 5 und ein paar Porsches auch. Ein grosser Spass also war die kleine Sause durch Rheinhessen. Schöner Sonnenuntergang inklusive.

Pfalz DRIVE

Die Pfalz scheint sich in diesem Jahr zu unserer Lieblings Region zu entwickeln. Zum vierten Mal nun schon sind wir hier, diesmal zusammen mir einer bunten Truppe von Auto Designern und ihren Gefährten.

So geschehen am letzten Wochenende. Nicolas (das_dengel) hat die Sause organisiert und 17 Teilnehmer kamen zum Saumagen-DRIVE zusammen. Auf sechs Etappen und ca 250 Kilometern mit einigen Stopps, genügend Zeit, die Motoren abkühlen zu lassen und ein wenig zu quatschen. 

Um 10 Uhr war Treffpunkt in Kaiserslautern, eine knappe Stunde Fahrt von Mainz.  Patrick im Jaguar trafen wir schon auf der Autobahn, die anderen auf dem Parkplatz des erst demnächst fertig gestellten Lidl Marktes am Stadtrand. 

Von da aus ging’s los auf Etappe 1. „Warming Up“ über engste, etwas holprige Strassen- Aufsetzer der Tiefergelegten inklusive- durch den Wald Richtung Harter Kopf bis zum Johanniskreuz, einem beliebten Biker-Treff. Der Pächter überließ uns seine Wiese vor dem Gasthof zum parkieren. Als Dank tranken wir einen Kaffee für 4 Euro. 

Dann zurück nach Elmstein, Iggelbach zu einem Parkplatz im Wald. Aufpassen muss man schon auf den Gegenverkehr, die Radfahrer und auch mal einen Wanderer, der den Weg kreuzt. 

Weiter hinein in den Naturpark Pfälzer Wald. Wo sich einst Räuber, Schmuggler und fahrendes Gesindel herumgetrieben haben, kratzen wir mit Smart, Audi, Porsche oder Lotus die Kurven auf der letzten Rille. Wohlverdienter Mittagsstopp ist in der Klettererhüttebei Annweiler. Hier wird Deftiges geboten, wir gönnen uns „Schiefer Sack“, ein typische Gericht: Bratwurst, Leberknödel und Sauerkaut. 

Mit vollem Magen rollen wir den Berg wieder runter, zurück nach Annweiler, Dernbach, Ramberg. Nach Edenkoben über die Deutsche Weinstraße nach Maikammer und hoch zum Parkplatz Bergstation Kalmit, wo wir vor ein paar Wochen bei der Porscheausfahrt schon mal Halt gemacht haben. Hier warten auch Davide und Marco auf uns. Sie sind mit Motorrad und weltumrundungstauglichem Jeep unterwegs und kochen uns erstmal lecker Espresso auf der Feldküche. Danke dafür!

Weiter durch den Wald, weiter über endlose Kurven. Es macht einfach riesig Spaß in der Gruppe zu fahren. Mal hinter dem Lamborghini, mal vor dem Aston Martin. Über die Totenkopfstraße nach Lamprecht, links ab Neidenfels, Weidenthal wieder in die Nähe von Elmstein, wo uns die Bewohner inzwischen schon gut kennen dürften. Bei einem letzten Stopp im Wald verschnaufen wir noch mal und verabschieden uns. Der größte Teil der Gruppe fährt nach Bad Dürkheim und bleibt über Nacht, um am nächsten Tag noch ne Runde zu drehen. Wir fahren zurück nach Mainz, füllen 67 Liter Super Plus nach und bauen weiter am Studio H49, welches ja bald eröffnet werden soll. 

Fotos: Susana de Val & Markus Haub

Gruppenfoto: Moritz , danke!

Pfalzfahrt

11 Porsche 911 trafen sich am letzten Sonntag , um eine große Runde durch die Pfalz zu drehen. Die Route hatte Nicolas ausbaldowert und die war wirklich vom Feinsten. Fahren ohne Ende!


Los ging’s auf einem Parkplatz bei Kirchheimbolanden.

Nach ein paar spontanen Stopps zum Sammeln ging die Strecke vorbei am Johanniskreuz, Elmsteiner Tal bis zum Zielpunkt Kalmit, der mit 672 m höchster Berg des Pfälzer Waldes. Ein kurzer Fußmarsch zum Beinevertreten bis zum Aussichtsplatz, um den Blick bis hinunter nach Maikammer zu genießen. Wunderbar. Am Abend standen knapp 300 Kilometer auf dem Tacho. Schön war’s!

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Ausflug am Herrentag

Der Vatertag- oder auch Herrentag genannt, findet traditionsgemäß an Christi Himmelfahrt statt und wird gerne zur Saufpartie genutzt. Wir sehen das aber nicht so eng, bei uns dürfen die Damen auch mit- und statt saufen fahren wir heute lieber eine Runde! 

Die Mitglieder des Mainzer Designer-Stamtisches – der coronabedingt schon länger ausfallen muss- schwangen sich also in ihre offenen Karossen und genossen den Abend bei einer traumhaften „Oben-ohne-Tour“ durch Rheinhessen. 

Die beiden Benz sind aus Vaters Besitz vor Kurzem zu den Söhnen übergegangen und werden so am Vatertag in besonderen Ehren gehalten. Eine runde Sache also.

Unterwegs auf der Deutschen Vulkanstraße

Ein Blick in die Generalkarte der näheren Umgebung zeigt eine Vielzahl von Touristischen Straßen. Und was es da alles gibt! Die Fachwerkstraße, Limesstraße, Grüne Straße, Deutsche Wildstraße, Ferienstraße, Moselweinstraße oder die Deutsche Vulkanstraße. Und genau diese war Ziel unseres Sonntagsausflugs. Zumindest diente sie als Inspiration. 

Die eigentliche Route ist ca 280 Kilometer lang und führt durch den nationalen Geopark Laacher See und den Natur- und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel. Auf der Strecke gibt es Maare, Schlackenkegel oder Lavaströme zu sehen und man kann tief in die Erdgeschichte eintauchen. Der letzte Ausbruch ist erst knapp 11000 Jahre her. 

Auf der Autobahn geht es Richtung Koblenz. Von da ist es nicht mehr weit bis zum Laacher See und dem Kloster Maria Laach. Viel ist hier nicht los und die hochmittelalterliche Abteikirche ist sogar geöffnet. 

Ein paar Kilometer weiter erreichen wir das Ettringer Lay, einem einzigartigen Denkmal der neuzeitlichen Steinindustrie. Vom intensiven Abbau zeugen heute noch zahlreiche Grubenkräne, Kransockel, Gleise und Gebäudereste. Vom Boden der Grube aus steigt eine 40 Meter hohe Wand aus Basaltlava in die Höhe und dient auch heute bei wunderschönem Wetter einigen Kletterern als Areal.

Wir folgen der Straße nach St. Johann, wo wir durch Zufall eine Wunderschöne Burg entdecken. Es ist Schloss Bürresheim, erbaut im 12.Jahrhundert und sie gehört neben der Burg Elz und Burg Lissingen zu den wenigen Anlagen in der Eifel, die nie erobert oder verwüstet wurden. Besuchen könne wir sie heute nicht- sie ist natürlich wegen der Corona Epedemie geschlossen- aber wir nehmen uns fest vor eines Tages wiederzukommen.

Der Weg ist das Ziel. Und das nächste heißt Nürburgring. Dahin führt die wunderschöne Straße L10. Kurz vor der Kreuzung mit der Bundesstrasse 412 machen wir einen Stopp, um die Aussicht zu genießen. Wir stehen mitten im Dr.-Heinrich-Menke Park, einem 23 Ha großem Naturschutzgebiet, geprägt von montaner Wachholderheidelandschaft.  

Ein Stück weiter schon erreichen wir den gespenstisch verwaisten Nürburgring. Ich kenne die Gegend eigentlich nur zur Zeit des AVD-Oldtimer Grand Prix (link) und da ist die Hölle los. Tausende Fans, übervolle Parkplätze und schon von weitem dröhnende Motoren prägen das Bild. Heute also nix davon. Nur Ruhe und schöne Landschaft. Wir drehen eine Runde rund um die Burg, runter nach Breidscheid, Quiddelbach und wieder zurück.

Über Kehlberg fahren wir schließlich weiter nach Kelberg und Daun. Hier liegen drei Maare dicht beieinander. Gemündener Maar, sowie das Weinfelder und das Schalkenmehrer Maar. Wir steigen kurz aus, um uns die Füße zu vertreten und uns das ganze mal aus der Nähe anzuschauen.

Es ist später Nachmittag und wir machen noch einen letzten Stopp am Rollfeld des Flugplatzes Daun-Senheld, von wo aus normalerweise Rundflüge über die Vulkanlandschaft angeboten werden. Heute ist es still, es weht ein laues Lüftchen und das Licht ist wunderschön. Voll mit den Eindrücken des Tages machen wir uns auf die Rückfahrt über die Hundsrückhöhenstraße und die erst im letzten November eingeweihte Hochmoselbrücke – die mit 158m zweithöchste Brücke Deutschlands – und stellen den Ferrari nach rund 400 Kilometern wieder in der Garage ab. Die nächste Ausfahrt kommt bestimmt…

Foto: Susana de Val & Markus Haub

Unterwegs auf der Deutschen Weinstraße

In diesen Tagen ist leider nichts normal- die schlechten Nachrichten häufen sich, Verhaltensweisen ändern sich, Routine wird unterbrochen, Abläufe werden geändert, Selbstverständliches wird unmöglich und Banales bekommt einen anderen Wert. Kleine Dinge bekommen plötzlich große Bedeutung.

 

Und so fahren wir in diesen Tagen manchmal am Abend eine Runde, um einen Spaziergang in den Feldern oder Weinbergen zu machen. Ich entdecke meine Heimat völlig neu oder kommen an Orte, in denen ich seit meiner Kindheit nicht mehr gewesen bin. 

Alles normal? Nein! „Stay away from the people!“ Ja! 

Am letzten Sonntag Nachmittag waren wir unterwegs, um die Deutsche Weinstraße entlang zu fahren. Als ich klein war, war diese oft ein Ausflugsziel und auch bei der Weinrallye erkundetem wir das eine oder andere Mal die Gegend rund um Maikammer. 

Sie ist eine der ältesten touristischen Straßen in Deutschland und wurde zur Zeit des Nationalsozialismus 1935 erschaffen und verläuft auf ca 85 Kilometern durch die Pfalz bis an die französische Grenze.

Wir starten am Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim. Es stammt aus den 90ern und soll stilistisch an ein römisches Kastell erinnern. Hier ist heute nichts los, das Restaurant hat geschlossen, nur auf der Terrasse wird ein wenig gewerkelt. Wir steigen kurz aus, erfreuen uns an den am Rande des kleinen Sees blühenden Tulpen, machen noch ein Fotos vor dem Tor und fahren dann weiter. 

Nächster Stopp ist Bad Dürkheim, genauer gesagt das große Fass. Es ist mit einem Durchmesser von 13,5 Metern das größte der Welt und beherbergt ein Restaurant. Heute leider auch zu, klar! Also geht’s wieder los, der Weg ist das Ziel. 

Wenig später fahren wir hinauf zum Hambacher Schloss. Es ist einer der wichtigsten Erinnerungsorte der frühen Demokratiegeschichte in Deutschland. Denn hier protestierte einst die pfälzische Bevölkerung gegen die Repressionsmaßnahmen der bayerischen Verwaltung. Die Demo wurde als „Hambacher Fest“ getarnt und bis heute gefeiert. So eine Art „Fridays for future“ also.  

Die Spät-Römer siedelten hier wohl schon im 4. Jahrhundert, rund 1000 Jahre später erlebte der Ort als Kästenburg eine Blütezeit. Sie wurde nach mehrmaligen Umbauten zum Hotspot für den mittelalterlichen Adel, in der Folgezeit jedoch geplündert und beschädigt. Ja, so war das bei den Rittersleuten. Raue Zeiten. Nach dem Wiener Kongress fiel die Ruine an das Königreich Bayern, wurde dann verkauft, um sie dann dem Kronprinz zu schenken, der sie wieder aufbauen sollte. Hat er aber nicht, denn er war klamm. Und so gingen weitere 100 Jahre ins Land, bis sich endlich was tat und der Landkreis Neustadt, bzw Bad Dürkheim in den 50er Jahren mit der Renovierung begann und sie 1982 anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Hambacher Festes abschloss. Bis heute wurde des Weiteren die Ringmauer fortgeführt und ein modernes Gastronomiegebäude angebaut. All das hat heute leider auch zu. Wir müssen also ein andermal wiederkommen. 

Die Straßenführung der B38 wird im Verlauf der Strecke in Richtung Süden immer schöner. Weiß und rosa blühenden Mandelbäume zieren den Weg und bezeugen den beginnenden Frühling so früh wie sonst nur auf Mallorca. 

Am späten Nachmittag kommen wir in Schweigen an. Hier steht das Deutsche Weintor. In den 30er Jahren ging es den Winzern in der Region schlecht. 1934 kam es zu einer extrem reichen Ernte, gleichzeitig herrschte aber ein Berufsverbots für jüdische Weinhändler, was zum Preisverfall führte und viele Betriebe in Bedrängnis brachte. Die Nazis kamen nun auf die Idee, ein Tor zu bauen, um den Tourismus und den Verkauf anzukurbeln und die Region bekannter zu machen. Zur Einweihung der Weinstrasse 1935 wurde zunächst nur eine Holzattrappe des Tores aufgestellt. Im Folgejahr dann- nach einem Architekturwettbewerb-  das eigentliche Tor aus Stein in nur 8 Wochen errichtet und mit einer riesigen Hakenkreuzfahne geschmückt, die -als Provokation gedacht- bis von Frankreich aus zu sehen war. Sie ist schon lange verschwunden und auch die anderen Insignien rund um den Reichsadler sind nach dem Krieg verschwunden. 

Heute ist das Tor nur für Fußgänger und Radfahrer durchgängig und eigentlich darf man nicht mal davor parken. Da aber auch hier nichts los ist, genehmigen wir uns eine kurze Auszeit an diesem sonst von Touristen bevölkertem Ort. Gerne würden wir auch einen Kaffee trinken, aber das geht leider nicht. Dieses Vergnügen wird uns erst an einer Tankstelle im Nachbarort zu Teil. 

Der Rückweg verläuft auf einer ähnlichen Route, wir versuchen die Strecke aber spontan etwas zu variieren und fahren also der Nase nach. Bei wunderschönstem Sonnenuntergang kommen wir auf einen Abschnitt zwischen Mörzheim und Ilbesheim. In einer Kurve halten wir kurz und genießen den Moment! 

Foto: Susana de Val & Markus Haub

Sonntagsausflug im GT4

Mal eine Runde fahren mit dem Oldie. Ja, das darf man noch. Und wir halten uns natürlich von den Leuten fern. Das haben wir bei einer kleinen Ausfahrt durch den Rheingau versucht und abschließend noch ein paar Fotos in der verwaisten Mombacher Wagonfabrik gemacht.

Von Mainz ging es über den Rhein, dann durch die in nachmittägliches Licht gehüllten Weinberge bis nach Schloss Johannisberg. Nach einer kleinen Wanderung zum Schloss Vollrads und in weitem Bogen zurück ging die Tour über Presberg nach Lorch und am Rhein entlang. Vor dem Hotel Krone in Assmannshausen. Es ist in diesen Tagen, wie alles, geschlossen und so können wir ungestört direkt davor parken. Seit 1541 empfängt man hier Gäste. Damals wurde das Haus als Gasthof eröffnet. Über 250 Jahre später wurde es in Hotel Krone umbenannt, zunehmend aus- und umgebaut. 1928 war es eines der ersten Häuser mit eigenem Schwimmbad und beherbergte zahlreiche Präsidenten und Könige. 

Unsere Tour geht weiter über die L3034 zum Niederwalddenkmal, auf deren Spitze die 12 Meter hohe Germania steht. Sie erinnert an die Einigung Deutschlands 1871 und das Deutsche Kaiserreich. Wir genießen den wunderbaren Blick über die Rheinebene, die Weinberge und auch den menschenleeren Pavillon. 

Fotos: Susana de Val & Markus Haub

Retro Classics Stuttgart 2020

20 Jahre Retro Classics. Die Messe ist erwachsen geworden und feierte das Jubiläum mit allerlei Tam-Tam. Ich stürzte mich letzten Donnerstag ins von der Corona Angst leicht dezimierte Getümmel und ging durch die 9 Messehallen auf der Suche nach rarem Blech. 

Gleich am Eingang im Atrium stolperte man über die unglaubliche Sonderausstellung mit Gulf Rennfahrzeugen der ROFGO Gulf Heritage Collection. Besitzer und Rennsportfan Roald F. Goethe hatte 23 der insgesamt 43 Fahrzeuge ausstellen lassen und man wird diese so wohl nicht so schnell wieder zu Gesicht bekommen. Hingucker waren natürlich der Ford GT40 und der Porsche 917K, aber auch der Porsche 908/3 und der Mirage M1, der allererste Wagen, der die Gulf Lackierung trug.

Ein anderes Highlight waren die 17 in Halle 10 ausgestellten Voisins. Nur ca 240 Exemplare der Vorkriegs-Marke haben die Zeit überlebt. 

In Halle 1 boten die Premium Händler ihre Ware feil. Auch Porsche hatte hier seinen Stand. Zu sehen gibt es Vehikel unter dem Schwerpunkt innovative Visionen. Die Zeitreise führt vom Lohner-Porsche „Semper Vivus“, der als das erste funktionsfähige Vollhybrid-Fahrzeug der Welt gilt, über ein Cayenne Entwicklungsfahrzeug mit Hybridantrieb und den 918 Spyder Rekordwagen bis hin zum neuen Elektrosportwagen Taycan Turbo S. Darüber hinaus stellte der Sportwagenhersteller zwei der wichtigsten Fahrzeuge der Markengeschichte aus: Den ersten jemals gebauten Porsche, den 356 „Nr. 1“ Roadster, sowie den ältesten 911 in Museumsbesitz, gebaut noch als Typ 901 mit der Produktionsnummer 57 und bekannt geworden als Scheunenfund aus der Sendung „Trödeltrupp“.

An die 4000 Autos galt es zu bestaunen, Oldtimer, Youngtimer und Neo Klassiker. Eines meiner persönlichen Lieblinge war der winzigkleine, einem Fiat Dino Spider mit Hardtop nicht unähnliche,  perfekt restaurierte Fiat Moretti 850 Sportiva Coupe. 

Retro Classics

Mit dem 964er unterwegs in Berlin

Am Ende des letzten Jahres waren wir ein paar Tage in Berlin unterwegs. Hauptstadt schnuppern und ein paar Orte besuchen, an die ich schon immer mal zum Fotografieren wollte. Flughafen Tempelhof, Stasimuseum oder der Teufelsberg z.B.

Aber auch die Innenstadt biete jede Menge an Locations mit interessanten Motiven. Besonders gut sieht der 911er vor der East-Side Gallery aus oder auf dem RAW (Reichsbahnausbesserungswerk) Gelände aus, auf welchen alternative Kulturprojekte stattfinden und sich Clubs, Bars und Galerien angesiedelt haben. 

Auch am Cafe Moskau machen wir am letzten Tag kurz Halt, bevor wir weiter nach Dessau zum Bauhaus fahren. Aber hier wollen wir demnächst noch mal hin, wenn es wieder etwas wärmer geworden ist…

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Stasimuseum__Berlin

Das Stasimuseum befindet sich im Haus 1 auf dem ehemaligen Gelände der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit im Bezirk Lichtenberg. 

Nach dem Mauerfall wurde das Gebäude im Januar 1990 von Demonstranten in Besitz genommen, nur eine Woche später wurde beschlossen, hier eine „Gedenk- und Forschungsstelle“ einzurichten, welche dann auch tatsächlich ab November mit einer Ausstellung eröffnet wurde. Seitdem ist Haus 1 für die Öffentlichkeit zugänglich. 

Wir waren bei der englischen Führung um 15h dabei, die über fast 2 Stunden spannende Einblicke in die Überwachungstechnik und Methoden des DDR-Geheimdienstes bietet. Anhand von Einzelschicksalen werden die Auswirkungen auf die Menschen erzählt.

Das Herzstück des Museums bilden die historischen Diensträume Erich Mielkes, dem letzten Minister für Staatssicherheit der DDR, die noch originalgetreu erhalten geblieben sind. 

Stasimuseum

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Teufelsberg Berlin

Der 120m hohe Trümmerberg im Westen Berlins ist ein geheimnisvoller Ort, errichtet aus 100 Millionen Kubikmeter Schutt der vom Krieg zerstörten Gebäude. Die Amerikaner bauten dann hier zur Zeit des Kalten Krieges eine riesige Abhörstation mit fünf Antennenkuppeln, verließen sie aber 1992. Danach wurde die Anlage noch zur Überwachung des zivilen Luftraums genutzt, verfiel nach 1999 jedoch, da sich ein Bauprojekt mit Hotelanlage, Spionagemuseum und schicken Wohnungen nicht realisieren ließ. Erst 2010 gelang es, auf der vom Vandalismus gezeichnete Anlage so was wie einen geregelten Besucherbetrieb zu ermöglichen und eine Graffiti-Galerie- die größte Europas zu initiieren. 

Lohnt sich ein Besuch? Ich hatte in einigen Foren versucht das zu recherchieren. Von Diner geführten Tour wurde meist dringend abgeraten und auch sonst war der Zustand als total vermüllt und keineswegs interessant beschreiben worden. 

 Wir sind also trotzdem hingefahren und wurden nicht enttäuscht. 

Nach einigen Kilometern durch den Wald geht es ein Stück bergauf und man kommt an die umzäunte Anlage. Parken kann man bequem direkt unterhalb des Eingangs neben einigen bunt bemalten Schrottautos. Über eine Treppe gelangt man direkt auf das Areal. Es ist Ende Dezember und nur einige wenige Besucher schlendern herum.  Trotz aller Zerstörung ist es nicht gammelig. Die Kunst ist allgegenwärtig und grandios. Die beste Galerie von Berlin! Unzählige, riesen grosse Murals scheinen erst vor Kurzem hier entstanden zu sein. Keine Ecke blieb unbemalt. Wir stoßen auf das “Institut für alles Mögliche” oder die “Praxis für Wahrnehmungschirurgie”. Im Garten finden wir Baumhäuser, von überraschender architektonischer Qualität.  Manche Gebäudeteile sind nicht begehbar, auch auf den großen Turm kann man derzeit nicht hinauf. Andere sind jedoch geöffnet und zeigen eine Art riesigen Ausstellungs- -wohnraum im Alt-Berliner Kneipenstil . Es war wohl frührer die Kantine.  Bilder hängen an den Wänden, Sofalandschaften schaffen Gemütlichkeit, einige Bierflachen stehen noch herum und zeugen von der letzten Party. Es sieht bewohnt aus. Das alles ist durchaus inspirierend, auf jeden Fall einen Besuch wert und wäre es Sommer, wären wir gerne noch länger geblieben , um den Blick vom höchsten Berg Berlins ausgiebig bei einem lauen Lüftchen zu genießen. Aber heute wird es um vier Uhr schon dunkel und so setzten wir unseren Berlin Besuch andernorts fort.  

Teufelsberg

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Flughafen Berlin Tempelhof

Ziemlich verlassen zeigt sich das Gelände rund um die Gebäude des Zentralflughafens Tempelhof. Wir haben uns zur Führung um 13:30h angemeldet, sind etwas zu früh und wollen noch ein paar Fotos direkt vor dem Hauptgebäude machen. Zu unser Verwunderung ist der Parkplatz völlig leer, wir ziehen einfach ein Parkticket und stellen und hin. Wahrscheinlich gibt es rundherum genügend kostenfreie Möglichkeiten. Uns war der Spaß und die Fotos aber einen Euro/Stunde wert. 

Die Geschichte…

Als hier auf dem Gelände Orville Wright 1909 Demonstrationsflüge vor hunderttausenden von Zuschauern absolvierten und den ersten Passagierflug der Welt durchführten, konnte man die Populärität des Tempelhofer Flughafen schon erahnen. Die ersten planmäßigen Flüge starteten 1923 und ab 1926 nutzte die neu geschaffene Lufthansa ihn als Heimat.

So wie wir die Gebäude aber heute kennen wurden sie zwischen 1936 und 1939 von den Nazis erbaut und zu ca 90% fertig gestellt. Die Tribünen auf dem Dach der Anlage für 80000 Zuschauer, die den propagandistischen Flugshows beiwohnen sollten, sowie die Treppentürme blieben wegen des Krieges unvollendet. Mit seinen 1,2 Kilometer Länge und 9000 Räumen war es einst das größte Gebäude der Welt und wird heute nur vom Pentagon und dem Parlamentspalast in Bukarest übertroffen.

Nach dem Krieg übernahmen die Amerikaner den Flughafen. Während der Berliner Blockade von 1948-49 diente er als Hauptdrehkreuz für die Luftbrücke (link), welche die Versorgung der Bevölkerung mit Lebendmitteln und Kohle gewährleistete. Insgesamt führten die Amerikaner zusammen mit den Engländern knapp 280000 Flüge und somit die größte humanitäre Hilfsaktion der Geschichte durch. 

Ab 1951 wurde Tempelhof wieder für die zivile Luftfahrt freigegeben und schloss erst nach dem Neubau von Tegel 1975 die Tore. 1981 nahm man den Betrieb erneut auf, und nach der Wende wurden bereits 400000 Passagiere gezählt, ab 2008 war dann aber endgültig Schluss. Die Landebahnen waren einfach zu kurz und es war unmöglich ihn rentabel zu betreiben. 

Währen der zweistündigen Führung bekommen wir  zahlreiche Einblicke in die verschiedenen Etagen und Abschnitte und auch in die Bunkeräume in einem der drei Untergeschosse, die für 40-60 Personen ausgelegt waren und deren Wände zur Unterscheidung und Orientierung mit Kinderzeichnungen im Stil von Wilhelm Busch bemalt wurden. 

Auch sehen wir den nie fertig gestellte Ballsaal über der Abfertigungshalle, der von den Amis zu einer Basketballhalle umfunktioniert wurde. Interessant sind ebenfalls die Informationen über die Entnazifizierung des Gebäudes nach dem Krieg. Sichtbare Zeichen des Regimes wurden abmontiert, aber auch die monströsen Proportionen einiger Räume wurde zu kaschieren versucht. 

Damals betrat man das Hauptgebäude durch eine der 21 Türen in der mit Muschelkalk dekorierten Schaufassade und gelangte zunächst in die Eherenhalle. Diese war 90 Meter breit, 9 Meter tief und unglaubliche 15 Meter hoch. Durch den Einzug einer Zwischendecke aus Beton wurde die Höhe drastisch reduziert, um sie unscheinbarer wirken zu lassen. Der oberhalb gelegene rund 10 Meter hohe Raum ist jedoch im Rahmen der Führung begehbar und erzählt anschaulich mit seiner stark beschädigten, schwarz gewordenen Stuckdecke vom Monumentalismus jener Zeit. Ebenso wurde in der gigantischen Haupthalle die Decke von ursprünglichen 19 Metern um 4 Meter abgesenkt.  

Der Flughafen steht seit 1995 unter Denkmalschutz und wird als Eventfläche, Filmkulisse, Flüchtlingsunterkunft oder Bürogebäude genutzt. Derzeit werden weitere Bereiche saniert und demnächst zur Büronutzung freigegeben.

Flughafen Tempelhof

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Autostadt Wolfsburg_Zeithaus

Mein letzter Besuch in der Autostadt ist schon über 10 Jahre her. Damals noch mit dem Karmann Ghia. Also konnte man eine erneute Visite mal wieder in Betracht ziehen. Genau genommen waren wir auf der Suche nach einem Zwischenziel auf dem Weg nach Berlin. Und das passte ganz gut. Zumal auch in der Weihnachtszeit das Freigelände zur Winterwelt wird und mit Eislaufbahn, Wintermarkt und unzähligen Lichtern geschmückt ist. Gesagt getan also. Auf zum Glühweintrinker nach Klein -Sibirien…


Wir kommen am frühen Nachmittag an, checken im Hotel ein und haben den ganzen Nachmittag, um das 28 Hektar große Gelände zu erkunden, welches in weihnachtlichem Schmuck glänzt. Hier und da steht ein Käfer mit Ski oder Geschenken dekoriert herum, im Hintergrund rauchen und dampfen die vier riesigen Schornsteine des Kraftwerks, die als Adventskerzen beleuchtet sind. Auf der Eisfläche geht es turbulent zu, genau wie an den Buden. Lange Schlangen zeugen von der Popularität des Markenareals. Für die kleinen Besucher wird auf der Eisfläche zweimal am Abend eine Tabaluga-Eislaufshow gezeigt. So kann Papi in Ruhe Autos schauen gehen. 


Das Zeithaus schliesst schon um 18 Uhr und so entscheiden wir, es am nächsten Morgen zu besuchen und statt dessen uns vor dem Abendessen noch ein wenig im Pool aufzuwärmen. Auch hier ist der Blick auf die Fabrik unvermeidbar und schlicht spektakulär! Man scheint an einen unwirklichen Ort in einer anderen Welt verschlagen worden zu sein. 

Neben den permanenten Exponaten gibt es derzeit noch eine Sonderschau im Erdgeschoss zum Thema “Brasilianische Exoten“. Anlass ist der 60. Jahrestag der Werksgründung in Anchiete, dem ältesten Standort ausserhalb Deutschlands. Klar, dass hier ein SP2 steht, aber auch ein cooler Gurgel X-12, ein Kombi oder der Brasilia.

Zeithaus

Autostadt

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

IKIGAI Nights __SIGHT Magazine 001

„Wofür es sich zu leben lohnt!“. So könnte man es wohl am besten übersetzten. “Findet oder hat ein Mensch sein ‘ikigai’, bewirkt es für ihn ein Gefühl der Lebensfreude und damit der inneren Zufriedenheit.” …kann man bei Wikipedia nachlesen. In der Praxis war es eine sehr cooler vorweihnachtlicher Porsche –Abend mit Freunden und einigen Highlights. 

Tom Gaedtke von Onassis hat mit seinen Kumpels ein Fotostudio in Düsseldorf gemietet und den Teilnehmern der Veranstaltung ein paar schöne Stunden mit japanischem Einschlag beschert. Präsentiert wurde ein Porsche 962C  im Rennlook von Takefuji, welcher mit den Fahrern Jean Alesi, Will Hoy und Dominic Dobson 1989 bei den 24 Stunden von Le Mans antrat. 

Nach einigem Warten wurde dann das zweite Türchen zu einem weiteren Studioraum geöffnet. Es verschuf uns Einlass zum Sushi Catering, aber vor allem auch zur Präsentation der ersten Ausgabe des neuen Print Magazins SIGHT.  Auf 132 Seiten huldigt es der Automobil-Fotografie, erzählt Geschichten aus der Porsche Community in der ganzen Welt. Sogar unser legendärer erster Sunset Drive ist mit einer Fotostory von Frederic Schlosser enthalten. Ein starkes Heft also! Die nächste Ausgabe erscheint im Sommer 2020. Wir sind schon gespannt…

www.sight-mag.com

Ceramic Curves Project

Ceramic Curves ist das neueste Projekt des Künstler- und Fotografen-Duos Susana de Val und Markus Haub. Sie bringen Linien und GPS Koordinaten auf Keramikteller und zeichnen so einige der Alpenpässe nach, die sie auf ihren letzten Reisen in die Schweiz und nach Italien befahren haben. Stelvio, Furka oder Grimsel. Alle haben einen charakteristischen Kurvenverlauf und sind so leicht zu identifizieren. Eine simple Linie schlängelt sich über die raue Oberfläche des handgemachten Tellers. Ein kleiner Punkt markiert die höchste Stelle des Passes. Der Rand ist ein wenig wellig und nicht perfekt. Ihn säumt ein kurzer Text, der die Gedanken zum Abschweifen bringt, genau wie man manchmal auf einer solchen Reise in Gedanken versunken seine Strecke zurücklegt, einfach nur fährt und die Landschaft genießt oder die nächste Kurve als Ziel hat.

“Die Alpenpässe sind Orte, an denen man Schönheit genießen kann, sich mit dem spirituellen Teil des Menschen verbinden, dem Leben Ehre erweisen kann, welches man in jeder Kurve spürt. Das Wesen des Berges ist da, auch wenn sich die Oberfläche mit den Jahreszeiten ändert.” Markus und Susana wollten in ihrem Projekt dieses Wesen durch Schlichtheit bewahren.

16 einmalige Teller

Die Serie besteht aus insgesant 16 Tellern. Sechs Straßenmotiven, die in zwei Farben erhältlich sind. Weiß wegen des  Schnees und schwarz für die wunderschönen Sternennächte. Positiv und negativ. Ergänzt wird sie von vier weißen Tellern, die Zeichnungen des umgebauten Porsche von Markus Haub mit der Fahrgestellnummer 9110101621 zeigen. Dieser diente als Gefährt auf den meisten der Reisen.

Jeder Teller hat einen Durchmesser von 21cm und ist auf der Rückseite signiert und kostet 95 Euro.

Die Kunstwerke entstanden in Zusammenarbeit mit Ima Garmendia, die die Teller in ihrem Atelier in Barcelona herstellte. Zunächst werden die von Hand in einer Form modelliert, dann gebrannt. Mit einer Transferfolie wird das Motiv aufgebracht und muss erneut für zwei Tage bei 820 Grad in den Ofen. So entstehen in einem langwierigen  Prozess einmalige Objekte. Im schlimmsten Fall kommt zu Rissen beim Brennen, dann muss alles wiederholt werden. 

Mehr Info und Kontakt: Markus Haub Artist

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Stelvio: 

Das Stilfser Joch ist mit 2757m der höchste asphaltierte Gebirgspass Italiens und gleichzeitig der zweithöchste der Alpen. Die 50 Kilometer lange Strecke wird von 87 Kehren gesäumt, die dem Auto alles abverlangen. Wir sind die Strecke schon zweimal gefahren. Im Herbst 2017 und im Juni diesen Jahres. 

Furka und Grimsel:

Diese beiden Pässe liegen direkt nebeneinander und gehören zu den schönsten der Schweiz. Auf dem Furka wurden 1964 einige Szenen des James Bond Klassikers Goldfinger gedreht. Hier liegt auch das legendäre Hotel Belvedere, von welchem aus man Zugang zum Rhonegletscher hat. 

Gran San Bernardo:

 Er ist 2469m hoch und verbindet das schweizer Rhonetal mit dem Aostatal in Italien. Wo einst schon die Römer die Alpen überquerten, entstand um 1050 das Hospitz, welches dem Pass auch den Namen gab. Hier wurde auch die Hunderasse Bernhardiner als Rettungshunde für Lawinen-Opfer gezüchtet. Diese kann man heute im Sommer immer noch besuchen oder eine Wandertour mit ihnen buchen. Zur Suche nach Verschütteten werden sie heutzutage nicht mehr eingesetzt. 

Gotthard: 

Der Gotthard ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen, um die Alpen zu überqueren. Die engen Serpentinen der kopfsteingepflasterten Tremola Strasse an der Südflanke sind spektakulär. Auf vier Kilometern überwindet man mit 24 Kehren 300 Höhenmeter. Wir haben die Strasse 2017 bei unserer ersten Ausfahrt mit dem 911 befahren und einige legendäre Videosequenzen gedreht. In völliger Einsamkeit und bei aufsteigenden Nebelschwaden wand sich unser Auto über die Strasse hinauf zum Hospitz, wo wir am Abend angekommen waren. 

Bernina:

Der Pass ist 33 Kilometer lang, führt von der Schweiz nach Italien und wird ganzjährig offen gehalten. Auf der Westseite wird er geflankt von der Bahntrasse, die bis auf 2253m führt und somit die höchste der Alpentransversale ist.