Dino Register Deutschland_Herbstausfahrt


Wie schon im Vorjahr angekündigt, geht die diesjährige Dino Register Deutschland Ausfahrt nach Frankreich. Das Basis-Camp lag freilich auf der anderen Rheinseite, im beschaulichen, von steilen Weinbergen umringten Dorf Durbach.

Die Sonne strahlt am Nachmittag, als sich die Teilnehmer nach und nach einfinden. Nicht nur aus aus Deutschland, sondern auch aus Luxemburg und der Schweiz kommen die Fans der italienischen Renner mit dem Ferrari Herz. 18 Autos insgesamt, einige Fiat Spider und Coupés, viele 208/308 GT4er, aber leider nur ein einziger 246. Sie werden langsam rar. Auch ein Mondial Cabrio hat sich reingemogelt. Der Abend verläuft gemütlich und Julia und Thomas Kräker, die das Treffen ein weiteres Mal organisieren, empfangen uns herzlich. 

Am Samstag geht es früh los, die Sonne scheint ein weiteres Mal. Ein perfekter Tag kündigt sich an und so gibt es keine Zeit zu verlieren. Nach Frühstück und Ansage vom Chef werden um halb neun in der Tiefgarage die Motoren gezündet und wir räuchern zwei Motorradfahrer ziemlich ein. Sorry. 

Dann machen wir „rüber“ nach Frooonkreisch. Über die Rheinbrücke in Richtung Molsheim. Vorbei an der Manufaktur Bugatti und der alten Villa. Hier wird die Landschaft dann richtig schön. Weinberge, Hügel, hübsche Dörfchen, manche davon mit „Village Fleuri“ Schild gekennzeichnet. Dem Gütesiegel für Blumenschmuck im Ort. 

In Marlenheim ist der erste Stopp, der Crémant Hersteller Arthur Metz. Sieben Millionen Flaschen werden hier im Jahr produziert. Und noch jede Menge Wein dazu. Eine kleine Kostprobe bekommen wir zusammen mit einem Stück leckerem Kougelhopf und drehen dann noch eine Runde im weiträumigen Shop.

So gestärkt geht die Tour weiter nach Wasselonne, Cosswiller, Obersteigen. Unterwegs sammeln wir uns nochmal, einige Teilnehmer sind bei den vielen Chinesenzeichen vom rechten Weg abgekommen und müssen wieder zur Gruppe aufschließen.

Dann weiter in Richtung Col du Donon. Hier, mitten in den Vogesen zwischen Elsass und Lothringen haben wir im Restaurant „Velleda“ eine lange Tafel reserviert. Froschschenkel gibt es keine, dafür Hühnchen oder Fisch. 

Der Nachmittag bringt uns über kleine Straßen durch den Wald bis hin zum Odilienberg. Hier auf oben in 763 Metern Höhe hat man einen grandiosen Ausblick über die Elsässische Ebene. Das ehemalige Kloster ist der meist besuchteste Wallfahrtsort der Region. Das merken wir auch, denn Parkplätze sind Mangelware. Ganz Frankreich scheint hier heute hoch zu pilgern. 

Pünktlich um 18h sind wir zurück im Hotel, haben noch etwas Gelegenheit, die Füße hochzulegen, bevor der Clubabend beginnt. Mit Sekt gehts los und guter Laune weiter durch die Nacht. Organisatorisches und Unterhaltsames wird gesprochen, neue Mitglieder begrüßt und von alten Zeiten erzählt, als die Dinos noch nicht so standfest waren. Vor 10 Uhr startete keine Ausfahrt und weit gekommen ist man auch nicht, denn es musste erstmal repariert werden. Dank Rat und Tat untereinander und besserer Ersatzteilversorgung sind die Club-Fahrzeuge heutzutage in gutem Zustand und Ausfälle gibt es diesmal keine. 

Am Sonntag steht noch eine kleine Tour an. Leider regnet es etwas und man muss den Gasfuss etwas regulieren. Die Strecke ist aber klasse, erstmal durch die Weinberge nach Oberkirch, Sasbachwalden, ein Stück Schwarzwaldhochstrasse, Hundsbach, Gernsbach und Bad Herrenalb.

Ziel ist Marxzell, wo sich das Fahrzeugmuseum von Familie Reichert befindet. Und das muss man gesehen haben. Was hier im Laufe der letzten 70 Jahre angesammelt wurde ist in seiner Eklektik einzigartig. Auf knapp 4000 m2, mehreren Hallen und Etagen haben sich 300 Fahrzeuge, dazu Mopeds und Motorräder, Fahrräder, Züge, Bahnen und sogar ein Helikopter angesammelt. Dazu unzählige Objekte, Apparate, Schilder und Krimskrams, alles bunt gemischt. Man weiss garnicht, wo man zuerst hinschauen soll. Kleinstfahrzeuge von Heinkel, Kleinschmitt, Fuldamobil oder Kleinschnittger bis hin zu Tatra 600, Cadillac  oder Rolls Royce. Feuerwehrautos und Traktoren, hier gibt es einfach alles! 

Zum Abschluss bekommen wir noch eine Filmvorführung eines alten s/w Streifens mit reichlich Slapstick und Action und amüsieren uns köstlich. 

Als wir aus der Zeitkapsel kommen, scheint draußen im Hier und Jetzt die Sonne und wir gehen noch gemeinsam zum Italiener nach Bad Herrenalb Pizza essen, bevor jeder wieder den Heimweg antritt. Schön war’s!

Fotos & Text: Markus Haub & Susana de Val

Bernina Gran Turismo 2021____#3 Int. Sankt Moritzer Automobilwoche

Das Bernina Gran Turismo Bergrennen ist der krönende Abschluss der Int. St. Moritzer Automobilwoche, die in diesem Jahr – wie einst das Vorbild vor 90 Jahren- um einen Concours d’Elegance Motorsport Rendezvous  und ein Kilometerrennen auf dem Flugplatz von Samedan – ergänzt wurde. 

Am Freitag war bereits die technische Abnahme am Kempinski Grand Hotel des Bains, am Samstag nun geht es um die Wurst. Früh geht es mal wieder los. Um 7 Uhr sind wir auf der Passhöhe, die bald darauf für den Verkehr gesperrt wird. Es wird gerade erst hell und als die Sonnenstrahlen langsam hinter dem Berg hervor kommen, spürt man die Magie der ganzen Sache. Das Licht hier oben auf 2328 Metern ist unglaublich, sie Stimmung einzigartig.

Die Party startet, als die ersten Autos mit lautem Grollen aus der großen Tiefgarage des Hospiz rollen und sich auf dem Parkplatz aufstellen. Die Bandbreite ist riesig. Zwei Lancia Stratos, Morgan Three Wheeler, BMW 2002 Ti oder M1, drei De Tomaso Pantera, darunter ein GT2, Ford RS200, Mustang Shelby oder Galaxie 500, Porsche 911 RSR oder ein 550, Shelby Cobra 427, Renault Alpine A310 1600 Gr.4, Ferrari 308 Michelotto oder 166 MM oder ein Alfa Romeo 155 V6 TI DTM. Um kurz vor 8 Uhr fährt das gesamte Teilnehmerfeld hinunter nach La Rösa zum Start, um kurz darauf  einzeln wieder die 5,2 Kilometer lange Strecke in der Renn- oder Gleichmäßigskeits-Klasse hinauf zu kommen. 

Weil die Fahrer nicht so viel in der Nacht zuvor trainieren sollen, wurde in diesem Jahr eine digitale Schulung an einem der von Pininfarina und Zagato entworfenen TCCT-Simulatoren zur Pflicht gemacht. So lernt man die Strecke kennen und schon das Material, sowie die Umwelt.

Die wenigen Zuschauer verteilen sich auf der Passhöhe oder auf den umliegenden Felsen. Um die Strecke einsehen zu können, muss man ein ganzes Stück laufen, wird aber dann mit einem grandiosen Blick belohnt. Nach zwei Durchgängen ist erstmal Mittagspause und die Fahrer und Motoren können abkühlen. Man ist auch als Besucher immer mittendrin im Geschehen, was die Veranstaltung so spannend macht. Die Atmosphäre wirkt, als würde eine große Familie zusammen kommen, um den historischen Motorsport zu feiern. Locker, rustikal und freundschaftlich, das macht den Charakter des Bernina aus.

Vier Renndurchläufe gibt es verteilt auf zwei Tage. Am Sonntag kühlt das Wetter deutlich ab. Erst Nebel, dann Regen. Schwierige Bedingungen. Den Gesamtsieg in der Competition Klasse holte sich hier ganz knapp Daniele Perfetti auf Porsche RSR 3,0, die Gleichmässigkeitsprüfung gewann der Lokalmatador Kurt Engelhorn auf einem Jaguar D-Type. Glückwunsch!

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

Motorsport Rendezvous____#2 Int. Sankt Moritzer Automobilwoche

Uiuiui, denke ich, als ich früh am morgen aus dem Fenster schaue. Was für ein Nebel. Und regnen tut es auch. Heute startet das zweite große Event innerhalb der St.Moritzer Automobilwoche. Das „Motorsport Rendezvous“ ist ein Concours d’Elegance der sich hauptsächlich den Renn- und Sportwagen widmet. So etwas ähnliches gab es 1929 und 1930 bereits und soll nun wiederbelebt werden und quasi die Wartezeit vom Kilometerrennen „Alpine 1000“ am vorangegangenen Wochenende bis hin zum Bernina Gran Turismo Bergrennen überbrücken und die rennbegeisterte Klientel bei Laune halten.

Am frühen Morgen werden die Autos auf dem weiträumigen Gelände des Kempinski Grand Hotel Des Bains postiert. Alle wirken noch etwas müde und hoffen auf besseres Wetter. Ein Bentley, der über Nacht draussen gestanden hat, kämpft mit Ladehemmung, knallt und raucht heftig und findet nach einer Weile zu seinem Standplatz. Ihn kennen wir -wie auch viele andere- bereits vom Kilometerrennen. Ein VW Käfer parkt neben einem Alfa Romeo TZ2. Lamborghini Miura neben AC Cobra oder einem Ferrari 250 GTE, der von einem Händler ausgestellt wird. Auch neuere Autos sind dabei. Ferrari Enzo, Pagani Huayra Roadster, zwei Porsche Carrera GT, ein New Stratos oder ein auf Porsche 964 basierender Umbau Kalmar RS-R Prototyp. Welches Fahrzeug nun in welche Kategorie gehört, erschließt sich uns nicht. Auch wird immer wieder umgeparkt, offensichtlich, um die Fahrzeuge von der RM Sotheby’s Versteigerung nach vorne zu rücken. 

Drei Kategorien soll es laut Webseite geben. Movie Cars, 24h of Le Mans und Sports and Special Cars. Was hier in welche Klassen gehört, bleibt im Verborgenen, da sie alle nicht gekennzeichnet sind. Auch sind offensichtlich schon einige Teilnehmer des Bernina Rennens angereist und mischen sich ins Feld.

Nunja, uns ist es egal und wir stöbern über die große Wiese und erfreuen uns am Anblick der exquisiten Exponate. 

Am Mittag lässt der Regen teilweise nach, die Stimmung bessert sich. Und spätestens als Kurt Engelhorn mit dem Mini Cooper durch den Hoteleingang in die Lobby fährt und so das Buffet eröffnet, ist der Tag gerettet.

Mein persönliches Highlight ist es, den Architekten und Designer Carl Magnusson zu treffen und mit ihm einige Details an unseren beiden customisierten Porsche zu erörtern. Er zeigt mir u.a. seine neuesten Modifikationen, die teilweise in Wagenfarbe lackierten Chromringe an den Scheinwerfern, die mit einer 1mm Inbusschraube befestigt sind. Spitze! 

Am nächsten Tag standen einige der Fahrzeuge nochmals zur Schau. Die Sonne schien und die Regentropfen des Vortages waren schon wieder vergessen. Auch kommen die restlichen Teilnehmer für das Bernina Rennen am Wochenende zur technischen Abnahme an. Die meisten fahren nach dem Mittagessen hoch zum Pass, um sich die Strecke schon mal anzuschauen oder aber direkt in der großen Tiefgarage des Hospiz zu verschwinden. Wir fahren hinunter nach La Rösa zur alten Poststation, um noch ein paar Fotos zu machen und freuen uns auf den nächsten Tag. Der Bernina Gran Turismo! 

Motorsport Rendezvous

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

Kilomètre Lancé_ Alpine 1000____#1 Int. Sankt Moritzer Automobilwoche

Der Kilomètre Lancé Wettbewerb war 1929 und 1930 Bestandteil der Internationalen St. Moritzer Automobilwoche, die in diesem Jahr vom 10.-19.September wiederbelebt wird und mit dem Bernina Gran Turismo Bergrennen endet.  

Das „Alpine 1000“ getaufte Beschleunigungsrennen findet nicht mehr auf der sogenannten Shellstraße statt, auf welcher einst Hans Stuck oder Luis Chiron auf Bugatti die Wettbewerbe gewannen, sondern auf der 1,8 Kilometer langen Start- und Landebahn des Engadin Airport. Dieser wird kurzerhand für einige Stunden gesperrt. 

Am Freitag Nachmittag treffen wir die anderen Teilnehmer bereits bei der technische Abnahme und zur Fahrerbesprechung. Eine ganze Reihe von Rekordfahrzeugen sind zusammengekommen. Der Wisconsin Special von Sig Haugdahl kam 1922 mit einem Flugzeugmotor schon auf eine Spitzengeschwindigkeit von 292 km/h. Mit 21,5 Litern Hubraum ist der Blitzen Benz von 1909 ein wahres Monster und lief damals auch schon 228 Sachen. Ein weiterer Rekordwagen ist der Jaguar XK120, der in seiner Epoche als schnellstes Serienfahrzeug galt und mit Norman Dewis den Rekord mit 141 Meilen fuhr. Wenig später verbesserte Jaguar das Resultat nochmals auf 174 Meilen (277 km/h). Ganz besonders faszinierend sind aber die beiden von Pininfarina gestalteten Fiat Abarth Rekordwagen 500 von 1958 und „La Principessa“ von 1960, die in Monza einige Rekorde erzielte, darunter 10.000 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 190 Stundenkilometern. Sie sehen nicht nur atemberaubend aus, sondern ihr 1,0 Liter Motor mit 109 PS macht auch ganz schön Lärm. Gänsehaut pur! 

Lärm machen aber auch eine ganze Menge Motorräder, die das Programm erweitern und teils aus Spanien, Italien oder Deutschland in die Schweiz angereist sind. Sie fahren in verschiedenen Klassen gennant „Classic Sprint,“ „Power Class“ oder „Caféracer Lion Sprint“ auf der 1/8 Meile. Einige auch den vollen Kilometer. Normalerweise treffen sie sich am Glemseck 101, in Monza oder in Montléry, um den Sieg untereinander auszumachen. Wegen Corona konnten sie sich nun seit über zwei Jahren zum ersten Mal wieder sehen. Die Freude war dementsprechend groß. 

Am Abend werden dann noch ein paar Fotos der Rekord-Protagonisten vor der Bombardier Global 6000 geschossen, die hier stationiert ist. Alles vom Flughafen streng überwacht und mit allen möglichen Regeln belegt. Nur fünf Fotografen dürfen aufs Gelände. 

Samstag

Es heißt heute früh aufstehen, denn gegen 8 Uhr bewegen sich die ca 25 Fahrzeuge zum Vorstart auf das Rollfeld, um dann einzeln zum Rennen zu starten. Die Nummern wurden nach Baujahr vergeben. Ich bin mit der 19 dabei und reihe mich mit den alten Rekordwagen, einem Morgan Three Wheeler, Ford Mustang oder Galaxie 500, Jaguar D-Type, Maserati 250F,  TVR Grifith 400 und dem unglaublich lauten Morgan Big Blue ein. Auch ein Porsche 911 RS und ein 964 RS sind mit dabei leisten mir in meiner Gewichtsklasse Gesellschaft.

Dann komme ich dran und starre auf das Mädchen auf dem Strohballen. Sie springt nach oben und reisst die Fahne nach unten. Das ist das das Startsignal. Nur nicht den Motor abwürgen, durch den Helm kommen die Geräusche nur sehr gedämpft ins Ohr. Ich gebe Gas, drehe die Gänge voll aus, den Blick abwechselnd auf die endlos erscheinende Fahrbahn und auf den Drehzahlmesser. 2., 3., 4. Gang. Im 5. Gang bei ca 190 km/h komme ich durchs Ziel. Die Zeit liegt bei gut 27 Sekunden, ganz knapp hinter dem 911 RS. 

Nach einem Probelauf fahren alle nochmals zwei Rennen, dann ist Mittagspause mit leckeren Penne Bolognese in der Flughafenkantine. 

Am Nachmittag starten die Motorräder zum 1/8 Meilen Sprint in Gruppen zu je 16, um im KO System gegeneinander anzutreten. Erst ein Testlauf, dann das Rennen. BMW Schweiz hat als Sponsor die neue R18 Transcontinental im Gepäck. Sie fährt gegen die „ Spirit of Passion“ Aerodynamic Version von Kingston Custom. Das ist aber alles noch recht zivil im Vergleich zu den Maschinen, die danach kommen. Die Moto Guzzi Nosferatu, die Ducati Multistrada Ugly Duck oder die BMW Polizia 1.9 von Dani Weidmann. Großes Kino! Manch einer hat Ladehemmung und das Rennen ist schnell entschieden. Andere Battles fallen deutlich knapper aus. 

Es ist also eine bunte Mischung aus alt und neu, umgebaut oder serienmäßig. Platzhirsch auf der Strecke ist mit Abstand der Bugatti Divo. Er fährt den stehenden Kilometer in 17 Sekunden und erreicht dabei eine Top Speed von 348 km/h bei 1504 PS. Respekt! 

Am Abend wird dann noch ne ganze Weile in der direkt am See gelegenen Reithalle gefeiert, Preise vergeben und bei fetten Burgern, Beats und Bier getanzt.  So muß das! 

Wir denken, das Kilometerrennen sollte unbedingt ein fester Bestandteil der St. Moritzer Automobilwoche werden und kommen im nächsten Jahr gerne wieder.  Zuschauer waren nur wenige da und mussten bei den Rennen -wohl wegen der Corona- und Flughafen-Auflagen- auf Distanz gehalten werden. Vielleicht kann man sich da was einfallen lassen. 

Am Donnerstag stand dann schon die nächste Veranstaltung an. Den Bericht zum Motorsport Rendezvous gibt es in Kürze.

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

Unaffected by Type7 München

Eine bunte Kombination aus Porsche und Kunst gibt es in diesen Tagen im München in den Räumen von Meilenmacher in Obersendling zu sehen. Das erste Type7-Event überhaupt. 

Highlight in der Garage ist ein 917K, lose neben einer Sitzgruppe geparkt. Dazu stellen mehrere KünstlerInnen ihre Arbeiten aus, es gibt Talks zu verschiedenen Themen rund um Kreativität, Live Musik, Food und Drinks.

Neugierig? Dann schaut einfach bis Freitag Abend noch vorbei.

Meilenmacher__Wolfratshausener Strasse 100__81379 München

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

IAA Mobility München


Die IAA ist in München gelandet. Mit neuem Konzept nennt sie sich IAA Mobility, widmet sich neben neben den Autos auch anderen Transportmitteln, hat ein ausgedehntes Programm für Talks und Diskussionen und wird zum ersten mal nicht nur in den Messehallen stattfinden, sondern breitet sich im ganzen Stadtzentrum aus. 
Ob das alles eine gute Idee ist, haben wir uns mal angesehen. 


Am Montag ist der erste Pressetag und wir fahren raus nach Riem. Hierhin gibt es teilweise eine „Blue-Lane“, die wir freilich nicht benutzen dürfen. Nur für Elektroautos oder mit mehr als drei Personen besetzte Vehikel dürfen hier fahren. Die Spur ist heute ziemlich leer, soll aber an den Publikumstagen mit probefahrenden E-Mobilen gefüllt werden. Die potentiellen Neukunden sollen ja nicht im Stau stehen. 

Dass die Liste der Neuheiten, Automobilhersteller und Pressekonferenzen sehr übersichtlich ist, war ja schon im Vorfeld klar. Tatsächlich haben von den großen Herstellern nur Mercedes, BMW, Mini, Renault, VW, Ford und Hyundai einen Stand. 

BMW stellt das kompakte Auto „i Vision Circular“ vor. Rund ist er freilich nicht, vielmehr soll der Name auf die Kreislaufwirtschaft und den Nachhaltigkeits-Aspekt hinweisen, unter dem er gestaltet wurde. 

Bei VW herrscht riesige Verwirrung, wer wann wie auf den Stand darf. Nur mit spezieller Registrierung, später auch der Rest, der in einer langen Schlange genervt wartet. Wie an einem Wochenende quasi. Security überall und man spürt regelrecht die Angst vor einer Störung durch Umweltaktivisten. Zu sehen gibt es den I.D. Life, ein an den Honda E angelehntes Elektoauto aus Öko-Materialien (Holzspäne im Klarlack) mit reduziertem Design gedacht für Einsteiger und junge Leute. Dass das total langweilig aussieht, die spärlichen Kanten unmotiviert über die Flächen wandeln und dazu alles noch mit unterirdischen Proportionen daherkommt ist wohl niemandem vorher aufgefallen. Schade eigentlich, das Konzept hätte ja Potenzial gehabt. 

Chinesische Firmen sind spärlich vertreten. Die Great-Wall-Marke WEY wagt den Sprung auf den deutschen Markt und zeigt uns den Luxus SUV Coffee 01. Daneben steht der Coffee 02 und die Coffee-Bar. Wie passend! 

Bei Mercedes ist auch alles elektrisch, sogar das G-Modell EQG Concept. Dazu noch EQE, EQB, EQS oder den Maybach Concept EQS, ein riiiiieeesigr SUV für die Ölscheichs dieser Welt. Smart zeigt die neue Design-Lineie mit dem Concept#1.

Auf dem Rest der Fläche findet man zahlreiche Zulieferer und zwei komplette Hallen mit E-Bikes, was eigentlich sehr cool ist, wenn man sich dafür interessiert. Nach ein paar Stunden haben wir alles gesehen und ich überlege mir, wer denn bereit ist, dafür 25 Euro Eintritt zu bezahlen. Die armen Zuschauer. Kein Ferrari, kein Lamborghini, kein Porsche. Schöne neue Welt. 

Open Space

Am Dienstag wollen wir uns den „Open Space“ im Zentrum anschauen. Das Wetter ist prima und lädt zum Bummeln ein. Zwischen Königs- und Marstallplatz haben die verschiedensten Aussteller Pavillons oder Stände aufgebaut. Meist zu Inseln zusammengefasst und wohl wegen der Corona Zugangsbestimmungen umzäunt. Und genau das ist das Problem. Zum einen überhaupt mal den Eingang finden, dann den richtigen Eingang finden (Aussteller, Besucher, Presse, was weiß ich…) Jeder sagt was anderes, keiner hat richtig Ahnung. Zum anderen öffnen die meisten Stände erst um 14h oder noch später. Über die Mittagszeit schien es uns die reinste Zeitverschwendung zu sein die ganze Meile abzulaufen. Den Abschuss erlebten wir beim Pop Up Laden von Cupra, wo der Türsteher uns angeblich erst ab 14h, später dann erst ab 19h reinlassen wollte. Was gezeigt wurde, bleibt sein Geheimnis. Einen offiziellen Zeitplan gab es nicht. Wir habe noch nie an einem Tag mit soviel Leuten diskutieren müssen und finden schließlich Zuflucht im „Filmcasino“. Die 20er Jahre Bar wurde von INEOS in Beschlag genommen. Im kleinen Innenraum stand das neue Modell des Geländewagens Grenadier. Die Stimmung dort ist bestens und die Bar und Küche verwöhnten uns vom Allerfeinsten. 

Am Wittelsbacher Platz stehen die Ausstellungsflächen von Audi und Porsche dicht beieinander. Neben den neuesten Taycan Modellen steht der brandheiße „Mission R“. Ein seriennaher Elektro-Rennwagen für den Kundensport. Daneben kann man ein Design Modell des “919 Street” bewundern, welches zwar schon vor vier Jahren gebaut, aber erst neulich in einem Buch veröffentlicht wurde und nun zum ersten Mal in der Öffentlichkeit gezeigt wird. 

Der „grandsphere concept“ steht im House of Progress genannten Messestand von Audi. Imposant und elegant gefällt er uns eigentlich sehr gut. Aber ist das ein Audi? Da haben die Designer mal zu Hyundai, Kia & Co geschielt, die die Messlatte in den letzten Jahren ganz schön hoch gelegt haben. 

Am Nachmittag machen wir eine Probefahrt mit dem Start-up „holoride“. Hier trifft Virtual Reality auf die wahre Welt. Während einer Fahrt durch die Stadt, befindet man sich über eine VR Brille in einem Video Game. Die Fahrdaten des Autos werden in das Spiel integriert und so wird die Welt unseres schießenden Flugdrachen von den Fahrzeugbewegungen und der Geschwindigkeit beeinflusst. Die Idee bietet ungeahntes Potenzial, nicht nur um die Kinder mit Ballerspielen auf langen Autofahrten ruhig zu stellen, sondern auch um Lehrinhalte anschaulich zu vermitteln oder zur Meditation.  

Der Stand von Mercedes-Benz am Odeonsplatz erscheint uns in der Umsetzung der interessanteste. Beindruckend baut er über mehrere Ebenen in die Höhe, verteilt die Ausstellungsstücke luftig und wird von einem bei Dunkelheit farbig angeleuchtetem Netz überspannt und mit Livemusik beschallt. Einfach Klasse! Hier kommt es wirklich zu einer Interaktion von Stand- und Stadt-Architektur.

Und hier steckt -glaube ich- das ganze Potenzial der Veranstaltung. Wenn sich wieder mehr Hersteller zu einer Teilnahme bewegen lassen, die auf die unterschiedlichsten Weisen die Innenstadt bespielen, könnte das ganze ein Erfolgsrezept sein. Ganz nach dem Vorbild der Mailänder Möbelmesse, wo es neben der klassischen Ausstellung viele „Off“ Locations gibt, die oftmals viel interessanter sind, da sie mit vorhandener Bausubstanz arbeiten müssen.

Fazit: Als autobegeisteter Besucher muss man nicht unbedingt nach München kommen, schon garnicht auf das Messegelände gehen. Viele Ausstellungsstücke wurden am Dienstag schon in die Stadt verbracht. Wenn man sowieso vorort ist, kann man sich die kostenlose Ausstellungen in der Innenstadt ja mal anschauen, eines der Elektroautos oder ein E-Bike Probefahren. Zeit und Corona-Zertifikat sollte man aber mitbringen, denn es wird wohl – gerade am Wochenende- zu langen Schlangen an den einzelnen Eingängen zu den eingezäunten Hubs kommen. 

www.iaa.de

Text und Fotos: Markus Haub & Susana der Val

Onassis Weltausstellung 2021__ Porschetreffen Krefeld

Onassis ohne Tom? Nein, das geht einfach nicht. Obwohl er allen spürbar fehlte, war er doch anwesend. In den Herzen und Gedanken der Teilnehmer, auf Aufklebern, Fähnchen oder einem großen Banner mit der Aufschrift „Ride on“, die ihn zum Durchhalten in dieser schwierigen Zeit aufmuntern sollen. Freunde fuhren im Autocorso bei ihm zu Hause vorbei, um zu grüßen und am Vorabend gab es beim Pre-Meeting eine große Charity Aktion unter dem Hashtag #fuckcancer für die deutsche Krebshilfe.  


Das diesjährige Treffen fand auf dem Gelände des Mies van der Rohe Businessparks in Krefeld statt. Der ehemalige Bauhaus-Direktor hatte den Gebäudekomplex in den 30er Jahren für die Firma VerseidAG geplant, einen weltweit führenden Hersteller für Seidenstoffe und Krawatten. Diese kamen dann irgendwann aus China und dann aus der Mode. Nun steht alles unter Denkmalschutz, wird nach und nach restauriert und bot eine tolle Kulisse für ca 300 Porsche, die zur Veranstaltung kamen. 

Knaller waren einige Off-Road und Safari Modelle aus dem Museum, die in der noch ruinenartigen großen Halle im Schutt standen, gleich daneben Ausstellungen von Porsche, Fuchs oder Recaro, umspielt von DJ Tunes und Kaffeegeruch. Den gab es nämlich in der Kantine und Waffeln noch dazu. Alles war also perfekt! 

Die alten Autos waren natürlich im Focus, aber Porsche will ja auch den neuen Kram an Mann und Frau bringen und hat fünf Taycan zur Verfügung gestellt. Zum Spielen quasi. Der geht ab wie ein Zäpfchen, was man freilich auf den durchs Umland führenden Routen nicht so ganz ausfahren konnte. Aber naja. Mir stressten nach einer Weile die ganzen Displays und Funktionen etwas und ich habe mich doch nach meinem alten Auto zurückgesehnt. Der Kauf wird also nochmal aufgeschoben. 

Die PS Party klingt am Abend aus, jedenfalls fahren wir irgendwann nach Hause, als es dunkel geworden ist. Es war Klasse, aber ohne Tom geht es nicht! 

Ride On! 

Text und Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Petro-Surf Festival Vol.3__Sylt

Einmalig schöne Momente bescherte uns das nun schon zum dritten Mal von Ken Hake und Angelo Schmitt organisierte Treffen auf Sylt. Die alternative Porsche Szene mit Hang zum Surfen fand sich für drei Tage im hohen Norden ein und hatten viel Zeit, um sich Ihrer Leidenschaft 911 hinzugeben. Ob mit reichlich Patina, fett aufgebrezelt oder im Serienlook. Hauptsache luftgekühlt! 

Wir sind schon einen Tag früher gekommen. Nach einem Zwischenstopp in Hamburg nehmen wir  am Nachmittag den Autozug und haben noch Zeit für einen kleinen Spaziergang, um uns den Wind um die Nase wehen zu lassen. 


Der Freitag beginnt gemütlich, wir fahren zum Ellenbogen, dem Nationalpark am nördlichsten Teil der Insel und genießen die Einsamkeit, die Dünen, die freilaufenden Schafe und den endlosen Strand. Man fühlt sich wirklich ganz weit weg von allem. Seele baumeln lassen und so…

Meet Up Dinner

Um 18h startet der offizielle Teil des Festivals und die Teilnehmer treffen sich bei „Porsche auf Sylt“, dem schicken Showroom, den die Zuffenhausener vor ein paar Jahren gleich hinter dem Verladebahnhof gebaut haben. So muss jeder dran vorbei, der mit dem Zug auf die Insel kommt. Ein Auto kaufen kann man hier freilich nicht. Nur sich den Mund wässerig machen mit Accessoires aus der feinen Feder der Zuffenhausener (oder Zell am Seeer) Designer. 

Bei lecker BBQ und Musik vom Mischpult lernt man sich kennen oder trifft bekannte Gesichter wieder. Sehr spät wird es freilich nicht, denn am nächsten Tag ist frühes Aufstehen angesagt.

P/S Drive Challenge

Zumindest für die Teilnehmer der „Drive Challenge“. Die sollten sich nämlich schon um halb acht am Parkplatz „Sturmhaube“ versammeln. Nach Kaffee und Croissant sollte ein angesteckter Kurs zweimal in genau gleicher Zeit umfahren werden. Schnell oder langsam war egal. Wir entschieden und für Schleichfahrt, um etwaige Toleranzen besser ausgleichen zu können. Ich verwechselte aber bei den ganzen Pilonen irgendwie die Zielmarkierungen und so war unsere Zeit dahin und die letzen Meter bis ins wirkliche Ziel mussten aus dem Bauch aufaddiert werden. So umrunden nach und nach alle die Rundstrecke. Das alles unter Beobachtung der frühmorgendlichen Badegäste und Gassigeher. 

Gegen 11h geht es zum Hafen von Munkmarsch. Hier ist das Festival Zentrum für den Rest des Tages. Die Autos parken auf dem Pier, vor den Hallen oder am Wegesrand. Platz gibt es genug. Bevor es richtig losgehen kann, muss jedoch erst das Ordnungsamt alles abnehmen. Und die lassen sich ganz schön Zeit. Dann endlich darf auch die Musik angedreht werden, auf den Stühlen gesessen werden und auch die Besucher dürfen aufs Gelände. In der Bootshalle gibt es eine Ausstellung mit Fotos, Kunst, T-Shirts und Jacken, verschiedenen Zeitschriften oder Stühlen von Fritz Hansen. Diese sind auch überall auf dem Hafengelände postiert und bieten ein ungewohntes Bild und willkommene Sitzgelegenheit. 


Am Nachmittag drehen wir eine Runde in Richtung Süden, finden ein paar schöne Fotopunkte und trinken noch ein Glas Wein in der Sonne, die sich für einen Moment mal zeigt und sind am Abend zurück im Hafen. Das Licht ist unglaublich schön, obwohl -oder gerade- weil alles im grau des Horizonts verschwimmt. 

Sonntag:

Heute geht es nach Dänemark, genauer gesagt nach Rømø! Mit großem Spektakel und Motorengehäule füllen wir den Bauch der Fähre, die wir (fast) für uns alleine haben. Die 45 minütige Überfahrt nutzen Ken und Angelo für die Siegerehrung der Drive Challenge. Zu unserer absoluten Überraschung haben wir hier den ersten Platz mit nur 0,1 Sekunden Abweichung gewonnen, ganz knapp vor Antje und Uwe mit 0,3. Das kann man nur mit Glück erklären! 

Von der Fähre aus fahren wir zum nahegelegenen Strand. Das Ding mit Dänemark ist ja, dass man hier mit dem Auto drauf fahren darf. Und Platz gibt es wahrlich genug. Eine in alle Richtungen schier endlose Sandfläche breitet sich vor uns aus, gerade so, als wäre man auf einem anderen Planeten gelandet. Nach einer kurzen Atempause drehen die ersten ihre Doonuts im Sand und dann geht es im Endzeit-Epos-Mad-Max-Style im Pulk über die unendlich scheinende Ebene in Richtung Horizont.

Später essen wir mit Jan und Sybille noch was bei LUKSUS Pizza und fahren ein Stück weiter Richtung Norden, zum Lakolk Strand. Der ist noch größer und hier fliegen hunderte von bunten Drachen in der Luft! Was für ein Anblick, Nevadas „Burning Man“ kommt mir unweigerlich in den Sinn.

Es ist eine komische Welt hier und unsere Porsche sehen traumhaft aus unter den riesigen Pulpos und Orca Walen. Etwas aus dem Kontext gerückt, in welchem sie sich normalerweise bewegen. Als wir weiter ans Wasser fahren scheinen wir am Ende der Welt angekommen zu sein. Ein unwirklicher Moment.

Auf der Rückfahrt mit der Fähre nach Sylt, auf dem Ober-Deck im Strandkorb sitzend und der untergehenden Sonne entgegen fahrend, haben wir das Gefühl von vollkommener Zufriedenheit. Mehr geht nicht. Zumindest heute! Was für ein Tag!

Im letzten Licht machen wir noch ein paar letzte Fotos, bevor der Abend im Fährhaus ausklingt. Ein wundervolles Wochenende geht zu Ende. Danke an alle, die dabei waren! Danke Petro Surf!

Mein ganz besonderer Dank bei dieser Geschichte gilt aber der Werkstatt von Andreas Russ (Russ Automobile) in Wiesbaden. Er hat uns noch in den Tagen ganz knapp vor der Reise ein anderes Getriebe eingebaut, ohne das wir nicht hätten kommen können. DANKE!

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

Sunset Drive 2021#2

Der Sunset Drive geht in diesem Jahr endlich in die zweite Runde. Nach der ersten Ausgabe Anfang Juni fand sich doch tatsächlich bis jetzt kein passender Termin. Einige Reisen und das miese Juli-Wetter durchkreuzten immer wieder die Pläne für eine kleine Tour durch die Region.

Nun aber war es soweit, das Quecksilber auf dem Thermometer kannte diese Woche nur eine Richtung. Nach oben.

Treffpunk war am Mittwoch Abend im Hechtsheimer Industriegebiet. Etwas schmucklos der Parkplatz vor dem Corona Testzentrum, aber gut zu finden für alle. Und es kamen tatsächlich ca 25 Autos zusammen. Respekt, mehr wäre echt bissi viel geworden. Meine Kalkulation wurde übertroffen, denn ich hatte nur 20 Routen-Beschreibungen ausgedruckt. Also zusammenbleiben, Jungs und Mädels. Kein Schäfchen sollte verloren gehen. 

Die Strecke hatte ich diesmal im engeren Kreis gezogen. Keine Autobahn, nur über die Dörfer, dabei versucht, die schönsten Abschnitte miteinander zu verbinden. Z.B. das Stück zwischen Saulheim und Partenheim oder die Fahrt von Wolfsheim nach Gau-Weinheim. Wie in der Toskana! 

Dann im weiten Bogen über Bibelnheim, Gabsheim, Schwabsburg undf Mommenheim zurück nach Hechtsheim. Ein Heimspiel sozusagen und Zielpunkt war diesmal die Wiese vom Weingut Stenner am Ortsrand. Vielen Dank für die Erlaubnis hier zu parken! 

Gerade noch ganz knapp erreichten wir den Ort zum Sonnenuntergang, der gebührend mit Kaltgetränken und einen Schokokuchen von Alex (Danke!) gefeiert wurde. Die Grillen zirppten, ein Hase hoppelte übers Feld und nur die Mücken störten unsere Idylle. Irgendwann wurde es dunkel, aber niemand wollte so recht nach Hause. Und als Sven (@haltelinie) dann noch die großen Lampen auspackte, wurde die Nacht wieder zum Tag!

Großes Kino! Ein toller Abend! Danke an alle, die dabei waren!

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Ennstal-Classic 2021

Die Ennstal-Classic ist schon ein echter Klassiker und absolutes Highlight im Rallyekalender! In seiner fast 30 jährigen Geschichte haben sie schon Walter Röhrl oder Rauno Aaltonen gewonnen.

227 Teams aus 15 Nationen sind am Start, eines ist sogar extra aus den USA für das mehrtägige Spektakel angereist. Das Wetter ist fantastisch und so sollte einer tollen Tour nichts im Wege stehen. 
Los geht es am Mittwoch mit der technischen Abnahme in Gröbming. Sie findet unter Aufsicht der ersten neugierigen Zuschauer im Ortszentrum statt. Die Fahrzeuge werden durch verschiedenen Zelte geschoben und von Damenhand mit den Sponsor- und Startnummer-Aufklebern versehen, dann kurz durchgecheckt und sind nun bereit für den ersten Renntag. Die Tribüne, Start und Ziel-Bogen und die Rampe sind auch schon aufgebaut, Oldtimer stehen in allen Straßen und überhaupt scheinen sich alle Dorfbewohner auf die Besucher zu freuen und haben sämtliche Schaufenster hübsch dekoriert, wie man es sonst nur von der Mille Miglia her kennt.

Donnerstag: Prolog

Großes Gewimmel am nächsten Morgen. Zuschauer, Film- und Fernsehteams und die Teilnehmer, die sich zum Start aufreihen. Manchmal wird es hektisch, wenn der Wagen nicht anspringt, und angeschoben werden muss. Es knattert und brummt an allen Ecken. Um 9 Uhr fährt der erste Renner über die Rampe, es ist ein riesiger American La France von 1918 und mit 14500ccm Hubraum. Dahinter folgen Lancia, Chevrolet, Sunbeam, MG, Alfa Romeo, Lagonda, Talbot, Ford, Alvis oder BMW 328. Die Bandbreite der Marken ist riesig und besonders die Epoche der 50er ist gut vertreten. Mehrere Mercedes-Benz 300 SL, Jaguar XK 140 oder Porsche 356 sind dabei. Von denen hat auch das Porsche Museum einige im Gepäck. Dazu noch den 550 Spyder von der Carrera Panamericana pilotiert von Mark Webber oder den „Dreikantschaber“ 356 B 2000 GS Carrera GT von dem nur zwei Stück gebaut wurden. 

Der erste Abschnitt der knapp 400 km langen Tagestour geht über den Sölkpass. Er ist schon ein Klassiker, denn zahlreiche Zuschauer versammeln sich in den Kurven und jubeln den Autos zu. Nur den verwirrten Kühen, die sich auf die Straße verirrt haben, hat wohl niemand Bescheid gesagt. Dass es nicht nur bei den Wertungsprüfungen, sondern auch auf der Strecke manchmal heiß her geht erleben wir hautnah bei der Abfahrt nach Sankt Peter. Als der Dreikantschaber von Timo Bernhard und Tim Schrick vom Porsche Team gefilmt wird und den Verkehr aufhällt, geht es einem Teilnehmer nicht schnell genug. Beim Überholversuch kommt es zu einem Auffahrunfall und der Porsche wird am Heck kaltverformt. Mit Hammer und Klebeband wird später alles notdürftig repariert. Ärgerlich. 

Weiter gehts durchs Lachtal und schließlich über Bad Ausee nach Bad Goisern am Hallstädter See zur späten Mittagspause. Der Magen hängt schon ziemlich tief und das Schnitzelbrötchen von einem der vorherigen Kontrollpunkte tut jetzt gute Dienste. Und einen Kaiserschmarren gibt es dann auch noch.  

Am Nachmittag wird die Strecke wegen der Überschwemmungen der letzten Tage etwas verkürzt, es geht direkt nach Abtenau, über Ramsau nach Schladming. In der Olympia-Stadt ist großer Bahnhof angesagt. Die Fußgängerzone ist vollgepackt mit Menschen die klatschen, rufen, fotografieren, essen oder sich am Champagner oder Eis festhalten. Es ist heiß und wir sind ziemlich geschafft. Unser Hotel ist gleich um die Ecke, deshalb sparen wir uns die Zieleinfahrt in Gröbming und gehen stattdessen eine Runde schwimmen und bereiten uns auf den nächsten Tag vor. Der nennt sich „Marathon“. 

Freitag: Marathon

Start ist heute schon um 8:30h, denn die Strecke ist ca 440 Kilometer lang. Kalkulierte Fahrzeit 10 Stunden und 15 Minuten! Wir fahren auf direktem Weg den ersten Fahrzeugen hinterher und holen sie nach einer Weile ein. In Mariazell ist Mittagsstopp und wieder Riesenspektakel auf dem Dorfplatz. Überall stehen die Oldtimer und versuchen sich irgendwie zum Restart einzureihen. Die Kapelle spielt zu Käsespätzle aus der Bude. Davor parkt ein Ferrari 250 GT SWB California Spyder, ein 275 GTB, Aston Martin DB4, Porsche 356 Carrera GTL Abarth,  BMW 507 oder ein Osca MT4. Rustikal deluxe also. Viel Zeit bleibt uns nicht. Alle 30 Sekunden restartet ein Teilnehmer und wir wollen nicht zu weit nach hinten fallen im Feld. Also gehts weiter. Die Sonne knallt und wir sind froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Die Strecke ist wirklich wunderschön, es gibt lange Passagen ohne viel Dorfgegurke. Man kann es mal richtig fliegen lassen kann. In den grünen Hügeln zwischen Ybbsitz und Waidhofen sieht es aus wie in der Toskana. Auf der gewundenen Straße reihen sich die Autos auf wie Perlen an der Kette. Was für ein Bild!

In Liezen ist dann ein weiterer Stopp. In einem Autohaus werden alle auf den Parkplatz gelotst und müssen in der Hitze auf den Restart warten. Alles ziemlich chaotisch hier, schnell einen Kaffee, aufs Klo und dann nichts wie weg. Das Highlight des Tages ist mit Sicherheit die Wertungsprüfung auf dem Flugplatz Niederöblarn. Der Parcours inklusive Start- und Landebahn ist zweimal in selbstgewähltem Tempo zu durchfahren. Das lässt sich so mancher Teilnehmer nicht entgehen und so blasen die Shelby Cobra, Porsche 911 oder der Maserati A6GCS mit Vollgas über die Strecke und werden mit Applaus belohnt. Es ist schon Abend und das Licht und die Stimmung sind einmalig schön. Mit diesen Bildern im Kopf klinken wir uns aus. Am Samstag ist Finale!


Samstag: Porsche Design Grand Prix von Gröbming

Für den frühen Morgen ist die Bergprüfung Stoderzinken angesagt. Die lassen wir aber aus und schlafen dafür etwas länger. Am Mittag gibt es dann einen Grand Prix auf der Strecke im Zentrum von Gröbming. Den ersten Teil bilden Rennwagen für einen fünfründigen Demolauf. Am Start sind Porsche 907 KH, Dino 206 SP oder mehrere Maserati A6GCS. Während diese die Motoren warmlaufen lassen, werden wir mehrmals von den Flying Bulls mit einer Lockheed P-38 „Lightning“ und einer Chance Vought F4U-4 „Corsair“ im wilden Manöver überflogen. Man weiss garnicht, wohin man schauen soll. Engine Noise Overdosis!

Nach dem Schaulauf dürfen die 227 Rallyeteams nochmal antreten und je eine Runde fahren, um eine Sonderprüfung mit sechs Zwischenzeiten zu absolvieren.

Die Erstplatzierten liegen nur 6 Hundertstel Sekunden oder 6 Wertungspunkte auseinander und somit entscheidet sich hier der Sieg. Am Ende geht er ganz knapp an Fritz Radinger und Thomas Wagner vor dem Ladies-Team Margarita und Magdalena Voglar.

Herzlichen Glückwunsch! 

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Motorworld Rüsselsheim Rhein Main

Es tut sich was in Rüsselsheim. Nachdem das Gelände der alten Opel-Fabrik lange brach lag, vor sich hin gammelte und und aus den vielen Versprechen und Ideen diverser Investoren nichts geworden ist, kommt nun Bewegung in die Bude. 

Im letzten Jahr schon ist das Classic Depot mit einem tollen Garagenkonzept in den Hallen hinter dem F40 Restaurant entstanden und wird derzeit erweitert. Nun legt die Motorworld-Gruppe los und will auf dem 60000qm großen Areal ein komplettes neues Stadtviertel entwickeln. Der industrielle Charm soll erhalten bleiben und Platz für Gewerbe, Gastronomie, Veranstaltungen und auch für ein Hotel bieten. Herzstück soll die „MOTORWELT Manufaktur Rüsselsheim Rhein-Main“ werden, ein Treffpunkt für Oldtimerfans.

Um einen Eindruck von der ganzen Sache zu bekommen, fand am letzten Samstag ein loses Treffen von Porsche Fans in der noch ursprünglich erhaltenen Haupthalle statt. Was für eine Kulisse!

Das Licht fällt diffus durch die Oberlichter ein. Die seitlichen Fenster sind mit Efeu bewachsen, der Holzboden aufgerissen, wellig und ölig und der die Stahlträger haben bald keinen Lack mehr. Patina deluxe also!

Foto: Markus Haub & Susana de Val

Sunset Drive 2021#1

Sunset Drive is back!

Und wie! 

Nachdem wir im letzten Jahr auf die Organisation einer Ausfahrt verzichtet haben, ging es nun wieder los. Die Lage im Land scheint sich stetig zu verbessern und mit Abstand und Respekt haben wir es gewagt, die Community aus dem Mainzer Umland zum Kommen zu bewegen. Und scheinbar war mächtig Druck im Kessel, denn über 20 Karren waren am Start! Sebastién kam mit seinem Lotus sogar extra aus dem Saarland angereist, Respekt!

Treffpunkt war auf dem Parkplatz beim Flugplatz Finthen, ab 18h füllte sich die Stellplätze vor der schäbigen Garage und wer früher kam, konnte länger quatschen. Schatten wurde bevorzugt, es war sommerlich warm! 

Los ging’s um 19h. Knapp zwei Stunden Fahrzeit und 110 Kilometer sollten vor uns liegen, um rechtzeitig zum Sonnenuntergang am Zielpunkt zu sein.

Die Strecke lehnte sich an die ersten beiden Sunset Drives an. Erstmal 30 Kilometer Autobahn Richtung Alzey. Hier konnten sich das durch die vorangegangenen Ampeln auseinandergerissen Feld wieder sammlen. Dann auf die Landstraße zum Kurvenräubern. In Weinheim wurde es schon pittoresk mit Landschaft im Toskana-Style. Der gelbe Raps, die grünen Felder… Mega!

Weitere Wegpunkte waren Oberwiesen, Kriegsfeld, und Gerbach. Dann zurück Richtung Kirchheimbolanden und ins Rheinhessische. In Westhofen ab nach Dittelsheim-Heßloch bis Weinolsheim, wo am Ortsausgang unser Ziel an einem dicken Baum war. 

Die Sonne tat sich etwas schwer, aber dramatische Wolkenformationen sollten uns dafür entschädigen. Das Wetter kann man halt nicht planen. Die Ausfahrt schon. Die nächste wird’s hoffentlich bald geben…Stay tuned!

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Turiner Autosalon 1996

April 1996. Autosalon Turin. Weltpremiere bei Mercedes-Benz. Zwei Jahre zuvor wurde die Studie zum SLK vorgestellt. Und die war ganz heiß. Nun sollte das Serienmodell den Augen der Welt gezeigt werden und dafür haben sich die Schwaben was besonderes einfallen lassen. Auf dem Messestand türmten sich mehrere Container übereinander, einer war mit einer dicken Kette verschlossen. Bei der Pressekonferenz war ganz schon was los und als der Countdown ablief, kam Bud Spencer auf die Bühne, brach die Ketten auf und heraus kam viel Rauch und der brandneue 230 SLK. Was für ein Auftritt! Was für ein Wagen. Er sieht heute noch klasse aus…


Turin war damals noch eine Reise wert und die Italiener trumpften immer fett auf! Zum einen fand sie Messe in Teilen der legendären Fiat Fabrik Lingotto statt, die damals von Renzo Piano aufwändig umbebaut wurde und neue Autos konnte man auf der Rennstrecke auf dem Dach testen. Steilkurve inklusive! Zum anderen gab es jede Menge Konzeptcars. 25 Stück an der Zahl! 

Fiat veranstaltete zum zweiten Mal einen Ideen-Wettbewerb unter den italienischen Carozzieri. Nach Punto 1994 stellte nun der neuvorgestellte Bravo/Brava das Thema. 17 Designvorschläge gab es zu sehen, zehn davon wurden offiziell von FIAT gesponsert.  Vom Centro Stile selber wurde in Zusammenarbeit mit Maggiora der Armadillo gebaut, eine Art vom Gürteltier inspirierter, superaerodynamischer Mini MPV mit 3+2er Sitzanordnung und flexiblem Interior (entworfen von Tancredi de Aguilar). 

Nicht alle kann man aus heutiger Sicht (und eigentlich auch schon damals) als gelungen bezeichnen. Grenzwertig waren sicherlich der ItalDesign Formula Hammer, eine Art offener Buggy. Auch der Pick-Up-Entwurf Bravo Sentiero von Coggiola , das Pininfarina Pärchen Sing e Song oder der Zagato Bravo Bis waren kein Augenschmaus. Interessanter waren da schon der Giannini Bravo Windsurf, der ItalDesign Bravo Legram, der Fioravanti Flair oder auch der Fiat Vuscia von I.DE.A. Institute. Mit Abstand hat mir der Bertone Entwurf am besten gefallen. Der Enduro war eine Kreuzung aus SUV und Coupe und stand in gelb und in einer Rallye-Version am Stand.  

Sehr gelungen war übrigens auch der Pininfarina Eta Beta. Der kleine Stadtwagen bestand aus recycelten Leichtbaumaterialien und hatte symmetrische Flügeltüren und ein ausfahrbares Heckteil zur Vergrößerung des Kofferraums. 

Ebenfalls symmetrische Türen hatte der Fioravanti Nyce auf Fiat Basis. Ein SUV-Pick-Up-Coupe-Mix im Zweiton-Look aus Kunststoff. Auf der Ladefläche haben Surfboards, Fahrräder oder anderes Sportgerät Platz.  

Ghia war damals auch noch da. Der kleine Roadster Saetta machte mit dem „New Edge Design“ den Weg frei für den revolutionären KA, der ein halbes Jahr später erschien. Ausserdem zu sehen gab es den Ghia Ford Alpe, einen 4-türigen Offroader. 

Bei Stola wollte man sich im Prototypenbau-Geschäft etablieren. Man heuerte dazu den sich schon im Ruhestand befundenen Aldo Brovarone an, der Designer, der bei Pininfarina in den 50ern und 60gern für zahlreiche Traumwagen verantwortlich war.  Sein Meisterstück war sicherlich der Ferrari Dino GT Speciale, aus welchem er später -zusammen mit Leonardo Fioravanti – den Dino 206/246 GT entwickelte. Für Stola nun schwang er den Stift, um den extrem gepimpten, um 16cm verbreiterten Barchetta Dedica zu schaffen. Das türkisfarbene Roadster-Modell war fahrbereit und hatte 262 PS unter der Haube. 

Auf der Messe habe ich wohl eher den Blick auf die süße Hostess gerichtet, wie man an dem Foto sieht. Aber Thomas hatte schon immer einen guten Draht zu den Italienern und so kamen sie mit dem Renner zu unserer Pforzheim-Semesterpräsentation im Sommer hochgefahren und haben für große Augen auf dem Parkplatz gesorgt… 

1996 standen einige Highlights der Show aber nicht in der Halle, sondern davor. In einem Zelt reihten sich dicht an dicht die unglaublichsten (italienischen) Concept Cars of all times! Die Turiner Designhäuser machten ihre Schatzkisten auf und heraus kam so Unglaubliches wie der Italdesign Maserati Boomerang (1971/72) oder der Bertone Lancia Statos Zero (1970). Ausserdem der Italdesign Megagamma (1978), Alfa Romeo New York Taxi, (1976), Capsula (1982), Together (1984), Asgard (1988), Columbus (1992), der Bertone Zabrus (1986), Bertone Nivola (1990), Chevrolet Corvair Testudo (1963), Fiat Spunto (1994) und der Lamborghini Marzal (1967). Oder der Pininfarina Jaguar XJS und ein Nash Healey

Ja, so war das damals in Turin. Und gefeiert wurde auch. Und zwar ausgiebig am Flussufer in den Katakomben von Murazzi, wo die Designers Party stattfand. Ziemlich rustikal und leger ging es zu. Legendär Chris Bangle in seine „Olympia Atlanta 1996“ Jogging Anzug oder  der Auftritt von Roberto Giolitos Jazz Band. Kein Auge blieb trocken und getanzt wurde bis spät in die Nacht. 

Fotos: Markus Haub

Autodromo Terramar

In den letzten Jahren wurde ich immer mal gefragt, wie die Fotos mit meinem 964er in der Steilkurve von Terramar zustande gekommen sind. 

Die Sache war so:

Ende der 90er Jahre arbeitete ich im Design Center Europe für den Volkswagen Konzern in Sitges bei Barcelona. Das Studio lag am Ortsrand und nur wenige hundert Meter entfernt von der Rennstrecke. An einen Besuch war aber nicht zu denken. Zum einen war das Gelände völlig verwildert, zum anderen schreckte der Bewohner nicht vor dem Gebrauch der Schusswaffe zurück, falls er Eindringlinge erwischte. Also blieb die Sache für mich ein Mysterium, welches sich erst viele Jahre später lüften sollte.

Das Autodromo Nacional Terramar wurde 1923 nach nur einjähriger Bauzeit eröffnet und war – neben Monza und Brooklands- die dritte permanente Rennstrecke Europas. Zur Premiere fand hier der „Gran Premio d’Espana“ statt und der spanische König Alfons der XIII. bejubelte mit zehntausenden Besuchern den Sieger Albert Diva auf seinem Sunbeam. Die 200 Runden fuhr er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sagenhaften 155,89 km/h! 

Danach wurde es jedoch stiller und wirtschaftliche Probleme bremsten die Aktivitäten ein. Es fanden nur noch sporadische Rennen mit Motorrädern oder auch mal einem Flugzeug statt. Nach mehreren Besitzerwechseln und kleineren Veranstaltungen in den 50er Jahren wurde das Gelände als Hühnerfarm und für die Landwirtschaft genutzt und verfiel zunehmend in einen Dornröschenschlaf. 

2009 entschieden sich die Besitzer die zwei Kilometer lange Strecke vom Dreck der Jahre zu säubern und wieder befahrbar zu machen. Ein Freund vermittelte mir den Kontakt und ich arrangierte einen Termin. Das war im Juli 2009. Wir stellten und kurz bei der Señora vor, die im Landhaus an der Bahn wohnte und sie ließ und freie Hand. Den ganzen Nachmittag verbrachten wir auf der Strecke, drehten einige Runden und machten Fotos. 

Wie beschrieben ist es ein Oval, eher aber erinnert die Form aber an eine dicke Bohne. Zwei leicht geschwungene Geraden verbinden die Steilkurven. Und die sind richtig krass!  Weitaus steiler als Montlhéry, man kann zu Fuss nicht bis hinauf steigen, am oberen Rand sind es fast 90 Grad. Der größte Teil der Strecke ist noch sehr gut erhalten, aber auf dem flachen Stück gibt es ein paar böse Löcher, die man lieber umfahren sollte. Auf 140 Sachen komme ich am Scheitelpunkt der Kurve. Man hätte im Prinzip noch schneller fahren können, aber das Klackern beim Überfahren der Betonfugen mahnte mich, die Sache nicht zu übertreiben.

In den letzen Jahren gab es immer wieder Pläne, die Strecke zum Leben zu erwecken. Nun endlich sieht es aber aus, als ob dies tatsächlich gelingen könnte. Mit der Gemeinde wurde vor Kurzem ein Abkommen geschlossen, welches die Renovierung der ehemaligen Tribünen, Boxen und Zufahrtswege, sowie eine Begrünung der Innenfläche vorsieht und so zum 100 jährigen Jubiläum 2023 das Gelände wieder für Motorsportveranstaltungen geöffnet und für Besucher zugänglich gemacht werden könnte. 

Mehr Infos und ein paar wunderbare historische Fotos gibt es auf der Webseite von Autodrom-Terramar.

Fotos: Markus Haub und Thomas Sälzle

Den Rundenrekord hielt über 89 Jahre