Sunset Drive 2024#1

Endlich war es soweit! Der erste Sunset Drive in diesem Jahr konnte starten. Treffpunkt war dismal „Die Werkhalle“ in Rüsselsheim. Dort findet immer Donnerstags die Weinhalle mit der WINE-crew statt und Fritz war so freundlich, uns den Hof zu öffnen und uns so ausreichend Platz zum Parken zu bieten. 

Nach einer kleinen Stärkung ging es dann endlich los. Erst über die Autobahn wieder zurück auf die Mainzer Seite, dann über die B9 bis nach Nackenheim, dann Mommenheim und auf der B420 Richtung Wörrstadt. Noch eine Runde vorbei am Napoleonsturm, runter nach Sprendlingen und im Kreisel wieder zurück. So begegneten sich die mehr als 40 Teilnehmer auch mal in freier  Wildbahn, bevor das Ziel bei Wolfsheim pünktlich zum Sonnenuntergang gegen 21 Uhr erreicht wurde. Ein Feldweg in den Weinbergen mit Blick in die wunderschöne Hügellandschaft Rheinhessens. Da braucht man nicht in Urlaub fahren. 

Text und Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Tour de la Baguette #2

Die flotte Tour durch Frankreich mit Freunden geht in die zweite Runde. Sie ist in diesem Jahr kilometermäßig etwas üppiger ausgefallen, denn wir wollten ans Meer! Zunächst wieder Richtung Champagne, dann aber bis in die Bretagne und über Le Mans und die Loire zurück nach Mainz. Insgesamt über 2500 Kilometer, die wir mit unserer erst kurz zuvor erworbenen Renault Alpine A310 von 1975 meistern wollen. Mehr Strecke als der Vorbesitzer in den letzten zehn Jahren mit ihr zurückgelegt hat! Es sollte also eine erste große Testfahrt für uns werden…

Gemeinsam mit Sybille, Jan und Lorenz fahren wir vom Rhein Main Gebiet Richtung Saarland und der erste Schreck sollte nicht lange auf sich warten lassen. Im Dauerregen verabschiedet sich das linke Wischerblatt, dass sich aus der Halterung löst und davonzufliegen droht und nur mit Hilfe von Jan’s Klebeband für die weitere Reise in seiner Position gehalten werden kann. Hinter Metz wird das Wetter endlich besser, es ist trocken und wir fahren noch an die Rennstrecke Circuit de Reims-Gueux um ein paar Fotos zu machen. 

Dann schnell ins Hotel, wo die Gruppe sich um Elea und Sebastién erweitert und wir zum gemeinsamen Abendessen ins „Bellevue“ des Royal Champagne fahren, um einige Fläschchen des edlen Rebensafts zu trinken. Ein schöner Einstieg in die Tour.

Die nächste Etappe am Samstag bringt uns nach Giverny, wo der Maler Claude Monet ab 1883 lebte und sich um sein Haus einen prächtigen Garten anlegte, der ihm als Inspiration und Motiv für zahlreiche Werke diente. Seerosen-Teich inklusive.

Leider sind wir hier nicht alleine, schon die Anfahrt auf die Parkplätze ist mühselig und überhaupt drängen sich überall die Touristen. In den Gassen, an den Eingängen, im Garten und im Haus des Malers ist reger Verkehr und wir sind froh, noch einen Happen zu Essen zu finden und den Abflug machen können. Am besten man kommt unter der Woche oder am Abend hierher. 

Nach 120 Kilometern erreichen wir das Fischerdorf Honfleur in der Normandie. Die Sonne scheint und wir setzten uns in den Hafen, trinken ein Bierchen und genießen die Nachmitagssonne. Wunderbar, wir sind am Meer! 

Über ein wunderbares Küstensträßchen fahren wir noch ein Stück weiter bis nach Trouville-sur-Mer, wo wir unser Hotel gegenüber des Casinos haben. In der Tiefgarage konnte man einen Parkplatz dazubuchen, was sich als gute Idee herausstellte, denn es war rammelvoll. Der Strand ist gleich um die Ecke und wir machen im Sonnenuntergang noch einen kurzen Stopp mit Wein und Austern an der Promenade bevor wir zum Abendessen gehen. 

Sonntag: Gegenüber von Trouville liegt Deauville, wo sich im Sommer die Hautevolee von Paris trifft, um der Hitze zu entfliehen und Coco Chanel 1912 ihren ersten Laden eröffnete. Am frühen Morgen ist hier noch wenig los. Der eine oder andere Bentley parkt an der mondänen Promenade, Jogger oder Flaneure sind unterwegs am Ort, der nicht nur für sein Casino, Pferderennen oder die schönen Villen bekannt ist, sondern hauptsächlich durch das Festival des amerikanischen Films, welches seit 1975 organisiert wird. Den Strand säumen Cafés im Art Déco Stil, eine „pompejische Badeanstalt“ und 450 Umkleidekabinen im von 1923 von denen einige die Namen bekannter Schauspieler tragen, die hier zu Gast waren.

Danach folgt eine schöne Überlandpartie mit kurvigen Straßen die Jan aus seiner Calimoto App zaubert bis ins ca 80 Kilometer entfernte Port-en Bessin, der wichtigste Jakobsmuschelhafen im Département Calvados. Und diese essen wir dann auch mit Blick auf das Hafenbecken, in dem die Fischerboote wie auf einem Trockendeck liegen, denn es ist Ebbe. Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt hier bis zu 16 Metern!

Weiter gehts zum Soldatenfriedhof Omaha Beach, wo am 6.Juni 1944 amerikanische Truppen landeten und ca.10.000 weiße Marmorkreuze -die alle in Richtung Amerika zeigen- an die Grauen dieser Tage und die Toten erinnern. Die  70 Hektar Land sind tatsächlich ein Fleck amerikanischer Boden auf französischem Territoire, verkauft an die USA und verwaltet durch die American Battle Monuments Commission. 

Sant-Malo ist unser Tagesziel und dahin geht es nun auf direktem Weg, es bleibt leider keine Zeit für einen Abstecher zum Mont-Saint-Michel, den wir nur aus der Ferne von der Autobahn aus sehen. Unser Hotel ist das „Les Charmettes“ und liegt direkt am Strand. Ein Citroen 2CV steht vor der Tür und sagt uns: hier sind wir richtig gerne gesehen mit unseren alten Auto. Während unserem kurzem Sonnenuntergangs-Fußmarsch ins Zentrum des Ortes braut sich ein ganz schöner Sturm zusammen, dramatische Wolken verfolgen uns und wir schaffen es gerade noch rechtzeitig vor dem großen Regenschauer unter die Markise des Restaurant, wo wir auch Serge und Ludivine treffen. Hier im Café de l’Ouest herrscht ein schönes Gewimmel und es gibt Leckeres aus der Region. Gegen halb eins rollen wir rund aus dem Lokal, laufen noch das Stück zum Hotel zurück und fallen müde ins Bett. 

Am nächsten Morgen drehen wir nochmals eine Runde durch die Stadt, laufen über die Stadtmauer und kaufen ein paar Baguette, denn Serge hatte uns auf  seine Insel zum Brunch eingeladen. Die liegt einige Kilometer entfernt an der Küste entlang und ist nur bei Ebbe zu Fuß zu erreichen. Wir verbringen einen wundervollen Mittag bei Essen, Trinken und einer tolle Führung, auf welcher wir von der 1000 jährigen bewegten Geschichte erfahren und auch von einem seiner Bewohner, dem exzentrischen Sänger Léo Ferré, der hier in den 60er Jahren mit seinem Schimpansen lebte und drei seiner Alben komponierte. Viele Fotos und ein Salon mit einem Piano zeugen noch heute davon.

Bevor die Flut kommt, müssen wir los. Das ist um 14 Uhr. Heute wollen wir ca 250 Kilometer nach Le Mans fahren. Das Museum schenken wir uns, dafür ist es schon zu spät. Aber wir fahren ein Stück über die Hunaudières-Gerade und sehen schon die Vorbereitungen für das 24 Stunden Rennen im Juni. An einer der Mautstationen  halten wir zur Pipipause, als ich nicht mehr aus dem Auto komme. Irgendwas hat sich im Türschloss verklemmt. Von aussen lässt sie sich auch nicht öffnen, also steige ich rechts aus. Hmmm. Ein Auto hält neben uns und fragt auf recht gutem deutsch, ob er helfen könnte. Der junge Mann heißt Florent Lecluse und kennt sich aus, hat selbst 7 Alpines in der Garage! OHA, denke ich, das ist mein Mann. Tatsächlich fummelt er ein wenig an der Tür rum, um dann geht sie wieder auf. Einfach ein bisschen nach innen drücken. Problem gelöst. Wir plaudern noch ein wenig und er zeigt uns Fotos von der Familiensammlung. Gordini R8, Alpines 110, aber auch 108er und sogar als Cabrio! 

Bis Le Chartre-sur-le-Loire ist es nicht mehr weit. Wir übernachten, wo Motorgeschichte geschrieben wurde. Im „Hotel de France“ logierten seit den frühen 50er Jahren die Teams von Aston Martin, Porsche, Ford oder Ferrari, präparierten die Rennwagen im Innenhof des Hotels und fuhren von hier auf eigener Achse zum Rennen nach Le Mans. Innen hängt alles voll mit alten Fotos und die Zimmer sind nach Rennfahrern benannt. Eine Zeitkapsel sozusagen. Christophe Lefevre arbeitet hier seit 40 Jahren und hat schon viel erlebt. Berühmte Piloten haben hier übernachtet, Stirling Moss, Bruce McLaren, Jochen Rindt oder Jacky Ickx. Nächste Woche kommt Derek Bell, erzählt er uns. Er kommt jedes Jahr. Auf Christophes Instagram Kanal (@lefevre6271) sieht man Fotos von Sportwagen, die auf dem großen Parkplatz vor dem Hotel parken. Als wir ankommen ist dieser voll mit Citroen 2CV einer englische Reisegruppe , die hier einen Stopp einlegt. 

Dienstag: Am Morgen springt unsere Alpine nicht richtig an, es hatte geregnet und sie mag wohl die Feuchtigkeit nicht. Mit dem Jumpstarter helfen wir ihr auf die Beine, machen noch ein paar Fotos vor dem Hotel und uns dann auf den Weg überlang nach Saumur an der Loire, wo wir zu Mittag essen, noch zum Chateau hochlaufen und dann bis zum Ziel nach Fontevraud fahren. Hier steht die größte Klosteranlage Europas und wir kurven erstmal etwas durchs Dorf, bevor wir den richtigen Eingang finden. Denn unser Hotel liegt mitten drin. Es ist das „Fontevraud L’Ermitage“ und ist eine tolle Kombination aus moderner Renovierung und alter Substanz. Wir haben noch etwas Zeit bis zum Abendessen und machen einen ausgiebigen Rundgang, tauchen ein in die über 1000 jährige Geschichte. Über 700 Jahre hinweg wurde es von Äbtissinnen geleitet, was ziemlich ungewöhnlich war. Eleonore von Aquitanien lebte hier und ließ ihren Ehemann Heinrich II von Englandund ihren Sohn Richard Löwenherz hier beerdigen. Napoleon wandelte die Abtei in ein Gefängnis um, heute ist es UNESCO Weltkulturerbe und absolut einen Besuch wert. 

Am nächsten Morgen nach gemeinsamem leckeren Frühstück trennen sich unsere Wege. Lorenz und Serge müssen nach Hause, und wir fahren mit Sybille und Jan noch ein Stück weiter, um das 100 Kilometer entfernte Wasserschloss Chenonceau zu besichtigen. Es ist nach Versailles das meist besuchte in ganz Frankreich und gilt als elegantestes, feinstes und originellstes der Loire-Schlösser. Und tatsächlich hat es alles, was man sich vorstellt. Platanenallee mit Wassergraben, Gartenanlage, Türmchen, Kapelle und Himmelbetten prächtigster Ausführung und als Highlight eine 60 Meter lange Galerie, die von einer Bogenbrücke über den Fluß getragen wird. 

Ein Schloss pro Tag ist ja nicht genug und deshalb fahren wir weiter nach Chambord. Hier steht das größte von allen und auch das ist ein Hingucker. Das Wetter ist durchwachsen und so laufen wir nur einmal drumrum und verabschieden uns von Jan und Sybille, die weiter Richtung Como und Südtirol fahren. Wir bleiben hier über Nacht in Blickweite zum Schloss im Hotel „Relais de Chambord“, welches vom Architekten Jean-Michel Wilmotte 2018 grundsaniert wurde. 

Den Besuch des Innere des Schlosses steht für den nächsten Vormittag an. Ideengeber des Baus war Leonardo da Vinci, der auch die zentrale Doppelwendeltreppe entwarf. Auf der in zwei ineinander verschränkten Spiralen angelegten Treppe können zwei Personen gleichzeitig schreiten, ohne sich zu begegnen. 60 der 426 Zimmer können besichtigt werden und wer möchte, kann die 282 Kamine zählen oder im Schlosspark wandeln, der so groß ist wie ganz Paris! Spannend war eine Geschichte, die im einem Raum im Obergeschoss erzählt wird. Um die Kunstschätze im Krieg vor Bombardierung und Plünderung in Sicherheit zu bringen wurden tausende Kisten mit Bildern und Skulpturen aus Sammlungen und Museen ins Schloss gebracht. Allein aus dem Louvre wurden in 37 Konvois 3690 Bilder evakuiert, darunter auch die Mona Lisa, die in einer eigenen Kiste mit einem Geheimcode versehen mehrmals umzog und niemals aus den Augen gelassen wurde. 

Donnerstag: Ein Mix aus Überlandpartie und Autobahn bringt uns unserem letzten Ziel in 300 Kilometern näher. Brienne-le-Chateau liegt in der Champagne östlich von Troyes. Eigentlich ist das ein kleines Nest, gelangte aber zu Berühmtheit, weil Napoleon hier die Militärschule absolvierte und hier immer mal wieder vorbei kam. Ein Schloss gibt es hier natürlich auch, aber das werde derzeit renoviert und so bleibt nur der Blick aufs hübsche Rathaus, welches von Napoleons Geld gebaut wurde. Zum Dank steht davor eine kleine Statue von ihm. Beides sehen wir, wenn wir aus dem Fenster unseres Zimmers blicken. Wir sind zu Gast in der Villa Josephine, die nach Napoleons Ehefrau benannt ist und von Bertrand Dufour bewohnt wird. Er vermietet ein Zimmer im ersten Stock als Bed & Breakfast. Bei der Ankunft empfängt uns seine Mutter herzlich und auch die beiden Enkel begrüßen uns, interessieren sich aber eher für unser Auto. Wir parken hinter dem Haus im Park, in dem zwei riesige Platanen stehen. Sie sind ca 400 Jahre alt und gehören mit 40 Metern zu den größten in ganz Frankreich. 

Ein Restaurant fürs Abendessen zu finden erweist sich als schwierig. Es ist absolut nichts los hier und wir sind froh, bei eine Kebab-Laden noch was zu bekommen. Der macht um 22h zu und so kommen wir mal früh ins Bett und genießen noch etwas unseren Aufenthalt bei Josephine. Das Frühstück wird im Salon serviert, leckere Croissants, Pain au Chocolat, Baguette und Marmelade. Wir plaudern noch eine ganze Weile mit Bertrand und er erzählt uns, dass er am Wochenende ein Corvette und Mustang Treffen des „Aubamerican Day“ auf dem Aerodrome in der Stadt organisiert, für über 1000 Fahrzeuge und 12000 Besucher

Fast wären wir noch einen Tag geblieben, aber wir wollen ja auch mal wieder nach Hause. Und so kommen wir nach einer Woche wieder in Mainz an. Die Alpine hat durchgehalten und ausser ein paar kleinen Problemen ist sie super gelaufen. Mal sehen, wo die nächste Reise mit ihr hingeht…

Text und Fotos: Markus Haub & Susana de Val

ON THE ROAD Porsche Fotoausstellung #3

Unter dem Titel „ON THE ROAD“ fand nun schon zum dritten Mal die große Porsche Fotoausstellung in Mainz statt. Das Event wurde in diesem Jahr wieder auf dem Gelände des „Alte Rohrlagers“ durchgeführt. Die 16 eingeladenen Fotografen drucken ihre Arbeiten in Kooperation mit Whitewall in frei gewähltem Format und präsentieren sie jeweils den Zuschauern mit ihrer „Story zum Bild“.

Genügend Parkfläche fanden die Porsche-Fans und Besucher mit ihren Oldtimern auf dem weiträumigen Industrie-Areal, auf welchem sich u.a. auch die Brauerei Kuehn, Kunz Rosen befindet.

Mit dabei waren in diesem Jahr Antoine Threis, Armin Alker, Dr. Carsten Ott, Dennis Börner, Frederick Spahn, Harun Heinemann, Jan Münchenberg, Jan Werner, Lena Benz, Luis Ganssloser, Niklas Koppitsch, Robin Rauschkolb, Tillmann Ditschun, Wolfgang Krause und Yannick Hoos. Danke an die Sponsoren, die uns auch in diesem Jahr wieder super unterstützt haben!

Text und Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Techno Classica 2024

Etwas dünn ist der erste Eindruck beim Durchschreiten der Hallen auf dem Messegelände am Preview Day der diesjährigen Techno Classica. Einige Flächen sind frei geblieben, die üppigen Stände der Hersteller sucht man vergebens. Sie bleiben der Messe fern, haben besseres zu tun- wie es scheint. 

Schade eigentlich, denn es war hier in Essen immer ein guter Mix aus Händlern, Herstellern und Clubs. Freilich gibt es einige Highlights und auch Jubiläen zu feiern. Der Porsche Turbo wird 50 und davon stehen einige in einem großen Kreis am Stand von Early911s, die sich mal wieder nicht lumpen lassen und einen raushauen. In der Mitte des Standes steht dann auch noch ein orangener 962 Gruppe C Renner im Jägermeister-Look als Kirsche auf der Torte. 

Bei Eberlein reihen sich ein paar schöne Ferraris aneinander und direkt gegenüber einige hübsche Maserati Ghibli, von denen übrigens ein ganzer Haufen auf der Messe zu sehen ist. Auch einige Ferrari 250 oder 275 GTB in verschiedenen Ausführungen, ein toller silberner Lamborghini Countach LP400 von 1975 für schlappe 1.075.000  Euro.

Preisschilder sieht man im allgemeinennicht so viele, meist muss man diskret danach fragen. Das war früher anders. Und auch die „verkauft“ Schildchen, die man in den letzten Jahren manchmal schon am ersten Tag sah, sind rar geworden. Schnäppchen gibt es kaum und bei den Angeboten auf dem Freigelände, wo Privatanbieter ihrer Schätzchen versilbern wollen, herrscht tote Hose. 

Dennoch finden wir einige Highlights beim Rundgang durch die zehn Hallen. Aston Martin Valkyrie, zwei Ferrari F40, 288 GTO, oder ziemlich viele wunderbare 365 GT4 BB bzw 512er oder 365 GT4 2+2, bzw deren Nachfolger 400 oder 412, Maserati Bora, Jaguar XK220, einen ganzen Stand voll mit bunten Lamborghini Diablos oder eine schöne Auswahl an Mille Miglia Fahrzeugen, darunter ein grüner Fiat 1100 „Gabbone“ von 1948. Am unteren Ende gefielen uns einige schöne Karmann Ghia, 1er Golfs oder ein gelber Ford Fiesta Mk1. 

Das alles gibts noch bis Sonntag, Eintritt 28 Euro. 

The I.C.E. Sant Moritz 2024

Der Blick aus dem Fenster am Freitag Morgen verrät: Es hat geschneit! Es hat viel geschneit…

Also schaufeln wir erstmal unser Auto frei und fahren dann vom Hotel aus den verschneiten Bernina Pass runter nach Sankt Moritz in die Serletta Garage. Hier – gegenüber des Sees, wo der Internationale Concours d’ Elegance I.C.E. stattfinden soll – parken die Teilnehmerfahrzeuge. 

Draußen herrscht Schneegestöber,  im Parkhaus bei den Organisatoren Ratlosigkeit. Um 10 Uhr soll es Neuigkeiten geben. Wir warten noch ein Weilchen ab und machen dann erstmal einen Rundgang durchs Dorf. Hier ist wenigstens was los, denn so mancher fährt seinen Supersportwagen spazieren. Ein Koenigsegg Jesko bahnt sich mit 1600 PS und Sommerreifen den Weg und lässt den Ferrari 296 mit Dachbox fast schon schwächlich wirken. Highlight natürlich die ganzen Geländewagen, alte Landrover oder Fiat Panda 4×4. 

Währen der ausgedehnten Mittagspause kommt dann die Nachricht, die Gewissheit verschafft: Das Event wird für heute abgesagt und auf morgen verschoben. Nunja, machen wir das beste draus, gehen ein bisschen spazieren und erfreuen uns am Winter. Was in Zell am See neulich beim Ice Race gefehlt hatte, ist hier nun zu viel. 

Wir gehen zum Kulm Country Club und zum ehemaligen Olympia Stadion, wo die Winterspiele 1928 stattfanden und welches nach langem Leerstand vom Designer Rolf Sachs renoviert wurde und nun sein Wohnhaus ist. Das ehemaligen Hotel Eden wird derzeit grundsaniert und bietet Platz für internationale Kunst- und Designmesse NOMAD. Jeder Raum ist von einer anderen Galerie bespielt und bietet eine wunderbare Bühne für die Werke. So hangeln wir und mit Kaffee und Champagner durch den Tag, treffen Freunde und fahren am späteren Nachmittag nochmal am Meyers Manx Café vorbei, welches sich inzwischen zum obligatorischen Stopp für Autofans entwickelt hat. 

Um 18 Uhr kommt dann die Durchsage vom Veranstalter über den Äther, die alle Teilnehmer, Besucher, Sponsoren und Helfer wohl sehr enttäuscht hat. Auch der morgige Samstag wird abgesagt. Kein Auto kann aufs Eis. Zu viel Schnee, zu gefährlich und wahrscheinlich auch zu viel Schaufelei. 

OK, ein Plan B für Samstag muss her…

______Der neue Tag startet erstmal etwas entspannter. Länger schlafen, in Ruhe Frühstücken und mal sehen, was so los ist, denn es schneit wieder heftig. Das Manx Cafe liegt immer auf dem Weg und wir stoppen abermals kurz, ein schicker 911 Dakar steht hier und lockt uns und Schaulustige an. 

Wir plaudern ein wenig und erfahren vom „DownTop Competition“ am „Saint Moritz Bobsleigh Club“. So kommen zumindest einige der Concours Fahrzeuge aus der Garage. Die Teilnehmer fahren zunächst mit dem Bob ins Tal und dann mit ihren Oldtimern, die unten parken, wieder hoch. Der schnellste gewinnt! Dass es hier mehr um den Spass geht versteht sich von selbst. Überhaupt ist hier oben ziemlich Halligalli. An der Bahn herrscht reger Betrieb an Bob- und Skeletonfahrern und in der Gunter Sachs Lodge läuft der Perlwein in Strömen. Wir essen ein Rösti mit Speck und leckere Pizzoccheri und schnuppern die Atmosphäre des 1897 gegründeten Clubs, dem ältesten der Welt. 

Ab und zeigt sich die Sonne, wird dann aber wieder von den schneebeladenen Wolken verscheucht. Heute bleibt es schwierig. Wir fahren zum Suvretta House, wo Aston Martin auch in diesem Jahr wieder eine „Oyster Ice Bar“ auf dem Eislauffeld im Garten aufgebaut hat. Mit köstliche James Bond Drinks und grandiosem Blick auf die Berge verabschieden wir und vom I.C.E. 2024 und sind eigentlich garnicht so betrübt über die Absage, denn wir haben ziemlich viel erlebt und durften uns so richtig im Schnee austoben. 

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

F.A.T. Ice Race___Zell am See

Land unter in Zell am See! Der Klimawandel macht auch vor dem F.A.T. Ice Race nicht halt. Nach den Absagen in den Vorjahren wegen Corona und dem warmen Wetter, lief es auch dieses Jahr nicht rund. Der Regen am Vorabend prägte zunächst die Warm-Up Party im Zentrum von Zell am See und liess dann den Schnee am Flughafen im Zeitraffer dahinschmelzen. An Rennen oder gar Skikjöring war am Samstag leider nicht zu denken. Mühsam wurde die Strecke hergerichtet und Wasser abgepumpt, damit die oft weitergereisten Teilnehmer wenigstens ein paar Runden zum Spaß fahren konnten. 

Den 3000 Zuschauern gefiel aber die Show und das Wetter hatte sich auch um 180 Grad gedreht. Sonne pur, wie im Urlaub also. Beim driften durch Schnee und Matsch liessen einige Fahrer die Brocken nur so fliegen und schonten das Material nicht. Marcel Hirscher startete als erster am frühen Morgen im Audi S1 e-tron Hoonitron, ließ Erinnerungen an die Drifts von Ken Block in Las Vegas hochkommen und holte sich gleich mal die ersten Schrammen an der Seitenflanke und den Raddeckeln, die beim zweiten Lauf kurzerhand entfernt wurden. Andere mussten vom Trecker wieder zurück auf die Bahn gezogen werden, besonders die Hecktriebler hatten es schwer und wurden spontan für einige Stunden von derselben verbannt. Die Bandbreite der Fahrzeuge war enorm. Lotus Esprit S1, Porsche 917 Recreation mit 6 Zylinder, 911er aus allen Baujahren, Saab 96, Alfasud, Lancia Delta Futurist oder Mini Cooper. Eine Gruppe von Meyers Manx Dune-Buggys waren wohl die Publikumslieblinge und kamen blendend mit den Streckengegebenheiten zurecht. Besonders jener von Mark Porsche, der mit 356 Motor bestückte, ehemalige Movie Wagen aus der Serie „Cowboy in Africa“ wurde extra mit Kettenantrieb und Ski unter den Vorderrädern ausgestattet und glitt so geschmeidig durch den Sulzschnee.  

Etwas flotter liessen es die richtigen Rallye Knallbüchsen im Format eines Mini X-Raid All4 Racing Dakar oder dem Red Bull Skoda Fabia RS angehen und zeigten wo die Messlatte für die schnellen Runden gelegen hätte. 

Abseite der Action gab es noch weitere Highlights zu entdecken. So waren im „Spyder Paddock“ insgesamt zehn Porsche 550 aufgereiht, die leider nicht zum Einsatz im Schnee kamen. In den Hangars  konnte man Kaffee trinken, Brezel essen oder einen 959 mit Skiern auf dem Dachgepäckträger sehen. Das perfekte Winterauto und das verführerische aber unerreichbare Upgrade zu unserem 964 C4. Audi holte das Gewinnerauto von der Dakar Rallye, den Q8 e-tron Edition Dakar und einen 90 IMSA GTO aus der Schmuckschatulle und VW feierte den 50. Geburtstag des Golf mit einigen sportlichen Modellen und der 8.Generation des GTIs. Und weil es nur am Boden nicht aufregend genug war, konnte man Helikopter Rundflüge machen und die Akrobaten der „Flying Bulls“ zeigten am Himmel, was ein Hubschrauben oder Flugzeug so in der Lage sind zu fliegen. 

Verrückte Sachen und brüllende Motoren an allen Ecken, die erst langsam verstummen, als die Sonne hinter dem Berg verschwindet und das Ende der Veranstaltung ankündigt. So bleibt noch ein wenig Zeit, um sich die Batterien für die After Party in der Burg Kaprun aufzuladen. Die ging ja bis 3:30h…

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

Schweiz Fahrt im Ferrari 308 GT4

Mitte September war es nochmal soweit. Auf in die Berge! Diesmal mit dem Ferrari, der kam in diesem Jahr noch nicht so oft aus der Garage. Er sollte so was wie eine „Best Of Schweiz“ Tour werden, mit vielen unserer Lieblingsstationen wie Grimsel, Furka oder die Therme in Vals. 

Erster Halt ist Bergün in Graubünden. Es liegt idyllisch im Albulatal und wir sind wieder im Kurhotel gelandet, wo wir im letzten Juni schon mal waren. Das weitgehend original erhaltene Jugendstil-Haus von 1906 gefiel uns so gut, dass wir gerne wiederkommen wollten. 

Am nächsten Morgen geht es über den kaum befahrenen Albulapass zum Kaffee-Stopp auf der Sonnenterrasse des Hospiz in 2315 Meter Höhe. Wir genießen den Moment und fahren dann runter nach Sankt Moritz – wo in diesen Tagen die Automobile Week mit Kilomètre Lancé und Bernina Rennen stattfindet- und weiter über Silvaplana und den Malojapass nach Italien. In Chiavenna biegen wir ab und nehmen den Weg zum Splügenpass. Dieser entpuppt sich als echtes Highlight, 1800 Höhenmeter sind auf 30 Kilometern durch das Valle San Giacomo zu überwinden und das Öl des Ferrari wird ganz schön warm. Einige der höher gelegene Bergdörfer scheinen verlassen und die Zeit stehengeblieben. Der morbide Charme fasziniert uns und wir machen noch einmal eine kurze Pause an der Staumauer, von der man einen schönen Blick auf das Dorf Montespluga hat, welches drei Kilometer vor der Passhöhe (2115m) liegt. 

Überfährt man die Grenze in die Schweiz, geht es über 15 Kehren hinab nach Splügen. Dann fahren wir weiter in Richtung Chur und Lenzerheide zur nächsten Station. Dem Maiensäss Hotel Guarda Val, welches sich in 11 teils über 300 Jahre alten Bündner Hütten und Ställen über den ganzen Weiler Sporz ausbreitet. Luxuriös und doch naturverbunden, so könnte man das Konzept des 4-Sterne–Superior Bergresorts beschreiben. Es gibt zwei Restaurants und seit kurzem auch eine Outdoor Küche mit Namen „Fö“. Im Feuer der Wachholderzweige oder im Heu wird das Menü gegrillt und zubereitet und unter dem Sternenhimmel serviert. Auf geführten Wanderungen kann man Pilze sammeln oder angeln und anschließend das Mitgebrachte gemeinsam zubereiten. In der Blockhaus-Suana wird entspannt und im mit Holz beheizten Hot Pot kann man sich bei 42 Grad weich kochen lassen. Oder man kann auch einfach mal nichts tun. Eine feine Sache.

Wir bleiben leider nur eine Nacht. Am Nächsten Morgen regnet es wie aus Kübeln und wir gammeln noch mit Mittag im Hotel herum, bevor sich das Wetter etwas gnädig zeigt. Eilig haben wir es heute aber nicht, denn die Fahrt ist nur 75 Kilometer weit und geht nach Vals. Jenem entlegenen Bergdorf, in welchem sich der Architekt Peter Zumthor mit der Felsentherme ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt hat und das Baden zu einer tief spirituellen Erfahrung macht. Einer unserer absoluten Sehnsuchtsorte. Das Hotel 7132 und das House of Architects grenzt direkt an die Therme an und ist für die nächsten Tage unsere Ausgangsbasis. Mittwochs und Freitags öffnet sie exklusiv für die Hotelgäste von 22-1 Uhr nachts, was ein ganz besonderes Erlebnis ist. Und da ab elf die meisten der oft asiatischen Gäste ins Bett gehen, haben wir danach das komplette Bad fast für uns alleine. 

Am nächsten Tag lassen wir den GT4 in der Garage stehen und  machen eine Wanderung zum Zervreilastausee und der kleinen, nur im Sommer bewohnten Siedlung Frunt und der Kapelle St Anna von 1754, von der man einen tollen Ausblick auf den See und die umliegenden Berge hat.

Auf dem Rückweg durch Vals kommen wir an einem ungewöhnlich modernen Gebäude vorbei und sind neugierig. Es ist der vom Japaner Kengo Kuma entworfene Firmensitz der Truffer AG, Spezialisten für den Valser Quarzit und mit Projekten in der ganzen Welt. Wir bekommen spontan eine kleinen Führung und Einblicke in die Entstehung des Gebäudes und der Produktpalette des Familienbetriebs. Von der ersten Idee bis zur Fertigstellung vergingen über zehn Jahre. Blickfang des Gebäudes ist die Vorhangfassade aus scheinbar schwebenden Platten, die an Edelstahlseilen hängen. Insgesamt 882 Stein- und 501 Holzpaneele mit einem Gesamtgewicht von 24 Tonnen waren zu befestigen. Im Inneren durchquert eine Treppe das Haus wie eine Schlucht und teilt es so in zwei Dreiecke. Im Untergeschoss liegt die „Steinwelt“, als Präsentations- und Besprechungsraum und zeigt beeindruckend zahlreiche Anwendungen des präzise verarbeiteten Valsergneises im Bereich von Küche, Bad oder Boden. 

Der nächste Tag bietet durchwachsenes Wetter, aber auch ein wenig Sonnenschein. Wir machen einen Tagesausflug in Richtung Westen. Erstmal wieder das lange Valser Tal raus, dann über die B19 und über den Oberalppass, vorbei am Leuchtturm Rheinquelle hinunter nach Andermatt. Von hier geht es auf den Spuren James Bonds durch das Ursenertal hinauf zum Furkapass und wir haben die Verfolgungsjagt zwischen Ford Mustang und dem Aston Martin DB5 im 1965 gedrehten Streifen „Goldfinger“ lebhaft vor Augen. Ein kurzer Stopp auf dem Parkplatz „James Bond Street“ und dann weiter Richtung Grimselpass, denn unser eigentliches Ziel ist der Oberaarsee und seinem Gletscher, zu dem wir laufen wollen. Erreichbar ist er über die sechs Kilometer lange Oberaar-Panoramastraße, die jeweils nur in einer Richtung befahrbar ist. Immer zur vollen Stunde für 10 Minuten dürfen Fahrzeuge bergwärts und zur halben Stunde talwärts fahren. Man muss also ein bisschen rechnen und planen und deshalb haben wir auf die Tube gedrückt, um keine Zeit mit Warten vor der Schranke zu verschwenden. 

Nach der Wanderung fahren wir die Straße zurück und hinab zum Grimsel Hospiz, wo wir uns mal den Fortschritt beim Bau der neuen Staumauer anschauen wollen. Zurück geht es dann auf genau derselben Route wie am Vormittag. Aber nun lassen wir uns etwas mehr Zeit und halten auch am bekannten Hotel Belvedere, um ein paar Fotos zu machen. Kaum ausgestiegen kommen auch schon die ersten Instagrammer auf uns zu und belagern das Auto. So war das eigentlich nicht gedacht… 

Ein Stück weiter liegt das Hotel Furkablick. Hier sind wir schon oft vorbeigefahren und wir dachten eigentlich immer, das Ding ist verlassen. So sah es zumindest aus. Diesmal halten wir und sind überrascht, welche Geschichte es im Innern zu bieten hat. Das über 100 Jahre alte Haus stand lange leer, bevor es vom Neuenburger Galeristen Marc Hostettler ab 1983 bis in die späten 90er als Kunstlaboratorium betrieben wurde. Unter dem Titel FURK’ART verbrachten über 60 Künstler und Künstlerinnen den Sommer auf dem Furkapass und schufen zahlreiche Kunstinstalationen oder Performances. Jenny Holzer, Royden Rabinowitch oder Max Bill hinterließen Werke, teils im Gebäude, aber auch in der Landschaft verteilt, wo diese bis heute unbeschriftet nicht leicht zu finden sind. 1989 wurde der Architekt Rem Koolhaas mit einem Umbau und der Erweiterung des Bauwerks betraut und stellte die Arbeit 1991 fertig. Sie bestand im Anbau eines futuristisch anmutenden Eingangs, einer schlichten, funktionalen Terrasse und der Erweiterung des Gastraums mit Betonbar und Treppe nach unten. Die absichtlich disharmonischen Elemente unterstreichen den exzentrischen Charakter des Kunstprojekts. Es ist das bis heute einzige Werk des Holländers in der Schweiz. Hostettler verkaufte das Hotel 2004 an die Alfred-Richterich-Stiftung, die ein Institut Furkablick gründete und sich nun um den Erhalt des Gebäudes und die Konservierung der Werke kümmert. Das Hotel ist schon lange nicht mehr in Betrieb, aber im Sommer kann man im Restaurant einkehren oder eine Kaffee trinken.

Mit dieser unerwarteten Eindrücken fahren wir zurück nach Vals, genießen noch einmal die Therme und fahren am nächsten Tag weiter nach Stuttgart, wo wir am Sonntag das HEIZR Treffen besuchten wollen. 

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Nationales Automuseum __The Loh Collection

Man kann es nicht anders sagen! Das Museum ist ein fachfantastisch! Die Qualität und Vielseitigkeit der Ausstellungsstücke, die der Unternehmer Friedhelm Loh in den letzten 35 Jahren zusammengetragen hat ist enorm und die Art der Präsentation hatte uns beim Besuch Ende August einfach nur begeistert. 

Das Museum liegt in Dietzhölztal-Ewersbach, einem kleinen Nest in Mittelhessen, wo man normalerweise nicht hinfahren würde. Aber von hier stammt der Sammler nun mal und hat unweit seines Firmensitzes in den letzten acht Jahren eine historische Industriehalle zum Museum umgebaut und Platz für ca 150 automobile Raritäten geschaffen, die jede für sich einizigartige Geschichten erzählen. Der Eingang ist modern, ein rot eingerahmter Glascubus über der Tür kann mit einem wechselnden Exponat bestückt werden. Im Innern dann zeigt sich der Charme des liebevoll umgestalteten Bauwerks. Es gliedert sich in verschiedene Bereiche und auch ein Restaurant, ein Shop und eine Terrasse wurden integriert. Alles, was man für einen ausgiebigen Besuch so braucht. 

Der Rundgang beginnt mit den Vorkriegsfahrzeugen und schon hier stehen einige Highlights, die man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt, das älteste ein Benz Victoria von 1896. Des Weiteren ein Bugatti 57 Atlante, ein Mercedes 710 SSK oder ein Talbot Lago T26 Grand Sport Coupé Saoutschik von 1948, der bis heute absolut original erhalten geblieben ist. Im hinteren Bereich wurde ein Kino für 50 Personen integriert, die Fassade dem Capitol Kino in Dillenburg nachempfunden, wo Loh in jungen Jahren hingegangen ist. 

Die Haupthalle ist riesengroß und man wird schier überwältigt vom Anblick der Steilkurve, auf der Klassiker und Rennwagen aus acht Jahrzehnten parken. Porsche 356 Speedster oder 959, Citroën DS, Jaguar E-Type Coupe und XKSS, BMW 507, Lamborghini Miura SV oder LP400, einer von nur 29 Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer mit Aluminium Karosserie, Ferrari 250 GT SWB, 512BB, 365GTB/4 oder der Ferrari 288 GTO des 2020 verstorbenen Asterix Zeichner Albert Uderzo. 

An der Wand in hinteren Teil sieht man einen überdimensionalen Setzkasten mit ca 30 weiteren Sport- und Rennwagen. DTM oder NASCAR, Formel 1 und Formel E. Auch ein par Porsche 911, Lamborghini Espada,  Countach oder 350 GT.

Die Vielfalt der Modelle ist das besondere. Und so kommen auch die Kleinwagen nicht zu kurz. Vom Gutbrod oder Kleinschnittger aus den 50 bis zur Ente als Sahara 4×4 Version oder Renault 4CV.

Im Obergeschoss finden wechselnde Sonderausstellungen statt. Die Aktuelle zeigt in dieser Zusammenstellung noch nie gesehene Exponate zu „100 Jahre 24h Le Mans- der Mythos, die Helden, die Autos“. 21 Renner von 1928 bis heute stehen dicht an dicht und man weißgarnicht, wohin man schauen soll. Aston Martin DB4 GT Zagato, Audi R8 und R18 e-tron, Porsche 956, 550 Spyder oder ein gelber 917 K. Besonderes Highlight und schön in Szene gesetzt ist der Ferrari 330 P3/412P, der in Le Mans 1966, sowie in Daytona und Le Mans 1967 eingesetzt wurde. 

Einfach Klasse! 

Ein Besuch lohnt auf jeden Fall, mehr Infos gibt’s auf der Webseite. 

www.nationalesautomuseum.de

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Sunset Drive 2023#3

Sunset Drive Rheinhessen

Ende September nochmal so ein Wetter zu haben, ist nicht selbstverständlich. Also eine gute Gelegenheit für den letzten Sunset Drive in diesem Sommer. 

Nummer 3 startet diesmal am Weingut Raddeck in Nierstein mit einem grandioser Blick auf den Rhein. Der Parkplatz vor der Vinothek füllt sich nach und nach und an die 30 Fahrzeugen und 50 Leute kommen zusammen! Und das an einem Montag Nachmittag! Nicht schlecht. Mancheiner kommt über 160 Kilometer extra hergefahren, andere sind nur zufällig dort, um ein Glas Wein zu trinken und entschließen sich spontan mit uns mitzufahren. Das ist Sunset Drive! Eine wilde Mischung aus Teilnehmern und Fahrzeugen. 

Los gehts pünktlich um 18 Uhr, denn die Sonne geht inzwischen schon um kurz nach sieben unter. Ich habe diesmal einen ca 70 Kilometer langen Rundkurs herausgesucht, erst über die B420 nach Wörrstadt, dann nach Süden über Spiesheim, Biebelnheim und Gau-Odernheim nach Bechtheim, wo ein Traktor mit Zwiebeln und zu viel Schwung einen Teil seiner Ladung vor uns auf der Landstraße verteilt. Da müssen wir durch. Runter Richtung Rhein und dann wieder hoch nach Dorn-Dürkheim, die Alleenstraße nach Wintersheim, Eimsheim und Weinolsheim zurück auf die B420. Nach dieser Runde dann biegen wir in Undenheim ab und fahren nach Gabsheim, wo sich am Ortsrand der Parkplatz des „Geografischen Mittelpunkt Rheinhessens“ befindet. Hier erwarten uns Jan und Sybille und wir erhaschen noch die letzten Sonnenstrahlen. Punktlandung. 

Text und Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Heizrmania__Ludwigsburg

„Heizrmania“ war der Titel des letzten Treffens der Stuttgarter Truppe. Nach der Steinbruch-Location von neulich steht das feine alte Blech der Besucher nun auf dem Gelände des Urban Harbour in Ludwigsburg, wo u.a. auch die Porsche Lifestyle GmbH ihren Sitz hat. Die Tickets wurden vorher gekauft, die Einfahrt ab 14h verläuft mühelos und Platz gibts hier zur Genüge. Hauptsächlich um die riesige Satellitenschüssel herum, aber auch im angrenzenden Kaufland-Parkhaus mit Schatten in der ersten oder Sonne auf der oberen Etage, Blick über sie Szenerie inklusive. Hier glüht nochmal der Asphalt. Wegen der heißen Karren und wegen des tollen Sommerwetters, welches sich noch hartnäckig bis in den September zu halten scheint. Feine Sache also für die Community, die sich hier trifft und bei Kaltgetränken Erfrischung und regen Austausch sucht und findet. 

Unübersehbar steht vor der Kaffee-Bar ein McLaren F1, der nur 106 Mal gebaute heilige Gral der Supersportwagen der 90er Jahre. Davor ein Porsche GT1 ’98. Highlight! Auch sonst automobile Ware vom feinsten, viel Schwäbisches und BMW, ein Lotus Esprit oder einige Lancia Delta. Klasse sind die beiden Ferrari 512BB, einer von ihnen von seinem Erstbesitzer nach Auslieferung mit einem „Competizione Le Mans Kit“ versehen.  

Die Zeit vergeht im Fluge und erst am späten Nachmittag wird es etwas ruhiger und die ersten Teilnehmer fahren vom Gelände. Wir irgendwann auch auch, denn nach einer Woche in den Bergen freuen wir uns nun auch wieder mal auf zu Hause. 

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Sunset Sonnendeck #1

Der Sommer streckt sich nochmal so richtig in den September hinein. Ein gute Grund für ein Treffen mit altem Blech. Diesmal kein Sunset Drive, sondern mal was anderes: Sunset Sonnendeck heißt die Sache und ist ein loses Treffen zum Abhängen auf einem Parkhausdach in Mainz. Wir genießen den Sonnenuntergang bei kühlen Getränken, manche bringen Klappstühle oder Tische mit, was halt so vom Campingurlaub im Keller liegt. Mehr braucht man nicht zum glücklich sein.

Onassis__Coal Control 2023

Ab in die Kohlemine, war das Motto diesmal. Bei der neunte Auflage von Toms Porsche Festival führte er uns nach Hamm ins CreativRevier Heinrich Robert. Wo früher 5000 Kumpel unter Tage schufteten, parken nun über 400 Porsche. Aus Kohle wird Kultur. Porsche Kultur.

Das Wetter blieb uns hold und nach dem Regen des Vortages war es trocken. Die Einfahrt zum Gelände und das Einlassprozedere war wie immer zeitraubend und etwas nervig. Vom Verkehrschaos vor der Tür ganz abgesehen. Wir brauchten 75 Minuten und waren um 16:15 Uhr endlich auf dem „Parkplatz“. Mir ist es ehrlich gesagt unbegreiflich, wie man das nach all den Jahren immer noch so falsch einschätzen kann und nicht im Vorfeld eine praktikable Lösung erarbeitet. Beim 2019er „Onassis 800“ war der Treffpunkt zur Registrierung in einem Steinbruch 10 Kilometer vom Festival entfernt und die Anfahrt auf das eigentliche Gelände sehr entspannt und ohne Stau und witzig noch dazu. Oder man vergibt Time-Slots, je nach Kaufzeitpunkt des Tickets oder man lässt die ganze Chose schon viel früher beginnen und verteilt sie so über den Tag. 

Dazu kam noch, dass das eigentliche Festival um die Altbauten im Zentrum der Zeche und den 64 Meter hohen Hammerkopfturm nicht genug Parkfläche für alle Teilnehmer bot. Viele coole Bereiche waren auch abgesperrt, was wohl den Auflagen zu schulden war. So wurden die meisten Porsches auf den Zonen zwischen Sperrmüll, Mülltonnen, den Zufahrtsstraßen und auf der etwas entfernt gelegenen Wiese verteilt, was ehrlich gesagt ziemlich enttäuschend war. Klar, es geht um die „People“. Aber die „People“ hängen halt auch gerne um die Autos rum ab, sonst könnte man ja irgendwo parken, um sich zu treffen.

Einmal angekommen gabs jede Menge zu sehen. Die handgemachten und teilweise bemalten oder mit Blattgold belegten Zementskulpturen von Advanced Canvas zum Beispiel! Die sind megaklasse und es gab auch eine Sonderserie von Miniaturen, die für einen guten Zweck verkauft wurde. Yusuf ist Kid River Studio hat sich auf die Individualisierung von Turnschuhen von Nike oder Adidas spezialisiert. Dafür nimmt er sie auseinander und näht sie mit Leder oder Stoffen aus dem Automobilbereich wieder zusammen. Gerne mit typischen Porsche Mustern. Kay Kosar von „Neunellymodels“ baut detailgetreue Miniaturautos meist im Maßstab 1:18 auf Kundenwunsch. Einige der Stücke der Kreativen kamen als Preise in die Tombola und fanden glückliche Besitzer. 

Schön war es, über den Nachmittag hinweg jede Menge alte und neue Bekannte zu treffen und das eine oder andere nette Gespräch zu führen. Inspiration für das eine oder andere neue Projekt!

Hunger und Durst hatte man besser nicht, der einzige Foodtruck war mit den über 600 Besuchern etwas überfordert und einige orderten ihre Pizza selbst oder tranken gleich den mitgebrachten Sekt, den sie dann leider auch mit dem anderem Müll dort zurückgelassen haben, wo sie ihn erzeugt haben: Vor der Bühne, wo die bezaubernde Annika Lisia ein wunderschönes Konzert gab. 

In der Dämmerung verwandelte sich sich die alte Zeche und zeigte sich dank der farbigen Beleuchtung in ungeahnter Schönheit. Es entstanden magische Ecken und wir nutzten die Gelegenheit, um noch ein paar Fotos im Wendehammer bei den Porsche Taycan Testwagen und neben dem Porsche 910 zu machen. Highlight!

Die Kurzfilme am Abend  sind immer ein schöner Abschluss, einige fanden wir klasse, andere hatten ihre Längen. Wir würden uns an dieser Stelle- neben einer besseren Leinwand- einfach mal mehr TRASH und alternativen Kram wünschen, statt perfekter Videoproduktionen. Back to the roots vielleicht… Vielleicht zum 10jährigen…wir sind gespannt.

Text und Fotos: Markus Haub & Susana de Val

2022 Onassis_The Factory

2021 Onassis_Weltausstellung

2020 Onassis Airtimes

2019 Onassis 800

2018 Onassis Triangle of Madness

2017 Onassis Targa Cannibale

Sunset Drive 2023_#2

Nach unserem ersten Sunset Drive 2023 Anfang Juni vom Alten Rohrlager nach Ruppertsecken, der durch einen Tunnelbrand ungewollt verzögert wurde, sollte die zweite Ausgabe gestern entspannter verlaufen. 

Treffpunkt und Start war das Weinzuhause in Mommenheim, die uns sehr herzlich empfangen und extra eine Ecke auf der Terrasse mit Blick ins Grüne reserviert hatten. Parken durften wir vor dem nebengelegenen Weingut im Schatten und so waren die Autos gut untergebracht, denn es war nochmal ganz schön heiss.  Ca 20 Autos waren dabei, eine gute Größe um eine schöne Route durch die Dörfchen Rheinhessens zu machen. Über Wörrstadt, und Ober-Hilbersheim und dann zurück über Engelstadt, Partenheim, Saulheim nach Nieder-Olm zum Endpunkt auf einer Wiese, die wir pünktlich zum Sonnenuntergang erreicht haben. Danke fürs Kommen an alle! Schön wars! 

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

Sick Alps__Level3: Italien

Treffpunkt zur Sick Alps Tour für Level 3 war in „Unsere Liebe Frau im Walde“ südlich von Meran, einem kleinen Nest am Gampenpass, welches als ältester Wallfahrtsort Tirols gilt. Schon im 12.Jh war hier einiges los, aber die Pilger kamen noch zu Fuss und nicht im Porsche. 

Kerstin und Moritz empfingen uns und den Rest der Gruppe herzlich und Mama Kofler und ihr Team vom Hotel Gasthof „Zum Hirschen“ entpuppte sich als exquisiteste Gastgeber, erfüllte uns jeden Wunsch beim Essen und tanzte am Abschlussabend sogar ein paar Schritte mit. Highlight! Hier war unsere Basis für die nächsten drei Tage von welcher wir aus zu den jeweiligen Tagesetappen loslegten.  

Der erste Tag führte uns nach Bozen und dann den Berg rauf Richtung Sellajoch. Vorher nochmal alle Tanken und dann hinein in den Verkehr. Wir waren ja nicht alleine auf den Straßen. Zum Glück wenig holländische Camper, dafür aber genügend Italiener im Urlaubsmodus. So zog sich die ganze Sache etwas, aber die Landschaft und die Ausblicke entschädigten für die Strapazen. Nach Sella kam das Pordoijoch und dann hoch zum Passo Falzarego, wo im Restaurant Grill „da Strobel“ eine große Tafel auf der Terrasse für uns gedeckt war. Hier waren wir schonmal bei Sick Alps 2020, als wir vom Großglockner aus in Richtung Dolomiten fuhren. Eine gute Adresse, Parkplatz vor der Türe und Opa an der Kasse. Die Rückfahrt gestaltet sich etwas flüssiger, wir fahren übers Grödner Joch zurück zum Pordoi dann Richtung Karerpass. Highlight des Tages war die Auffahrt hinter Moritz im 964er zum Passo Lavazè. Volles Hörnchen geht es hinauf auf 1808 Meter und das Öl wurde endlich mal ein bisschen wärmer. Oben angekommen machten wir kurz Pause und konnten die Kühe beim Feierabend erleben, wie sie in den Stall zurückkehrten. Wir mussten noch ein bisschen arbeiten und fuhren über den Passo di Pramadiccio und den San-Lugano Sattel zurück ins Etschtal, wo uns die heiße Luft des Augustsommers wieder in Empfang nahm. Die letzte Etappe führte über den Mendelpass, den wir 1000 Höhenmeter hinauf klommen und dann endlich -nach 10 Stunden- ein frisches Forst Bier in den Händen halten könnten. Prost!

Tag 2: Nach ausgiebigem und leckerem Frühstück Treffen auf dem Parkplatz hinter dem Hotel. Brock führt uns noch kurz sein Dachzelt vor. Der Aufbau ist in 3 Minuten erledigt und noch schneller verschwindet alles wieder in der Abdeckung. unier Fahrt ging heute Richtung Süden. Hier war deutlich weniger Verkehr, als am Vortag, aber ist war nicht minder schön. Durch endlose Apfelplantagen, über den Passo Predaia, eine kurze Espresso-Pause unddann hinab Richtung Weinstraße. Wegen eines Parkremplers an der Tankstelle aufgehalten, verkürzten wir die geplante Route und fuhren direkt zum Mittagsstopp bei Alois Ladeger in Magreid, der ein feines Menü für uns kochte und wir auf der Terrasse im Innenhof die Sommerhitze bei einem Gläschen Wein erträglich und kurzweilig gestalten. Die Rückfahrt ging über den Lavazè, den wir schon am Vortag in Gegenrichtung befahren hatten, weiter über Karersee und Nigerpass und kürzen am Schluss nochmals durch Bozen ab. Highlight von Tag 2 war die Auffahrt von Terlan hoch zum Gampenpass und „Unserer Lieben Frau im Walde“. Hinter Ralfs kanariengelbem Ultrabreitbau 911 ging es in flüssigster Fahrt die 15 Kilometer hinauf und oben angekommen hatte sich der eben noch randvolle Tank auf wundersame Weise teilentleert…

Tag 3: Heute ging es hoch hinaus und grandiose Ausblicke waren garantiert. Über Cagnò ging’s zum Passo de Tonale. Dann weiter zum Gaviapass (2618m). Der ist landschaftlich sehr reizvoll, aber auf der Südrampe teilweise nur einspurig zu befahren, was zu unmöglichen Verkehrssituationen durch den kommenden Gegenverkehr führt. Ein Rumänischer Camper vor uns verstopfte so einige Male die Straße. Beim ständigen Stopp & go am Hang konnte ich den Motor kaum am Laufen halten und der Aufstieg war eine ziemliche Qual. Die Anfahrt zum Stelvio ging deutlich flotter und der Motor konnte mal wieder durchatmen. Oben angekommen war leider wieder Stau angesagt und meine Leerlaufdrehzahl hatte erneute Stimmungsschwankungen. Zwischen Radlern, Autos, Fussgängern und Motorradfahrer schlängelten wir uns irgendwie durch und ich war froh hier weg zu sein und den Berg runter zur Mittagsrast im „Franzenshöhe“ zu fahren. Puuh.  Von hier starteten einige die Rückreise nach Deutschland, die anderen setzen die Tour fort. Also, den Stelvio wieder hoch und über den Umbrail Pass zurück durch ein Stück Schweiz ins Etschtal und ins Hotel, wo wir nochmals lecker gegessen haben und bis spät das Tanzbein geschwungen haben. 

Knapp 1000 Kilometer kamen so in den drei Tagen auf den Zähler und die allermeisten waren grandios. „Un viaggio folle attraverso le Alpi!“ 

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

2022 Sick Alps Level 2: Frankreich

2020 Sick Alps Ride Through Level 1: Großglockner

2019 Sick Alps Ride Through 2019

Petro Surf Festival Vol.5__Sylt

„Alles bleibt anders“ könnte dass Motto des Petro Surf Porsche Festivals 2023 gewesen sein, denn  Ken und Angelo haben sich für die fünfte Ausgabe des chilligen meet-ups im Norden der Republik einige Neuerungen ausgedacht. 

Treffpunkt war diesmal in Dänemark, gefeiert wurde am Strand und eingeladen waren nicht nur luftgekühlte, sondern auch Transaxel Modelle. Aber mal von Anfang an. Die wenigen Tickets waren ja schon vor Monaten innerhalb weniger Minuten ausverkauft gewesen und die, die um Zuge kamen, konnten die Vorfreude mit Herbergssuche auf Sylt und Aufbügeln der Badeklamotten verbringen. Natürlich sollte auch der Porsche startklar gemacht werden für die Reise in den Norden. Putzen muss nicht unbedingt sein, abgerockt und durchgenudelt wird gerne gesehen und auch ein Surfbrett auf dem Dach oder ein Rettungsring kann nicht schaden. Weite Anfahrten scheuen die Teilnehmer auch nicht und kommen sogar aus England oder -wie Michelle- extra aus Südafrika angereist. 

Der Treffpunkt war also in diesem Jahr, nicht auf Sylt, sondern schon in Dänemark. Wir haben noch Zeit bis zum Nachmittag und nutzen sie für einen Abstecher zum Strand von Lakolk auf Rømø, um ein paar Fotos zu machen und treffen auch schon einige der Festivalbesucher.  

Auf der Kartbahn von Skærbæk gehts dann offiziell los. Alle werden begrüßt, verpflegt und mit Hoodies und einem Rennanzug von DEUS ausgestattet. Damit schick in Schale kann die „Drive Challenge“ beginnen, die man optional beim Ticket dazubuchen konnte. Gebildet werden fünf Teams mit je vier Fahrern, das Rennen geht eine Stunde und verschenkt wird nichts. Zweikämpfe, Dreher und quietschende Reifen inklusive. 

Das Gewinnerteam wird erst später am Abend auf der Fähre verkündet auf der wir die Reise nach Sylt gemeinsam antreten. Der Schiffsbauch wird komplett gefüllt mit ca 90 Porsche und kein einziges weiteres Auto passt mehr rein. Schieben und rangieren nützt nichts. Die letzte Fähre des Tages legt ab und der Kapitän dreht einige Extrarunden damit wir genügend Zeit für die Siegerehrung und das Abendessen mit Blick aufs Meer haben. 

Gegen 22h kommen wir in List an und es ist noch lange nicht dunkel. Nach kurzem Check-In im Hotel fahren wir nochmal um den Block, bzw zum Ellenbogen, den nördlichsten Punkt der Insel. Das Mauthäusschen der Privatstraße hat den Rolladen schon runter und sosparen wir uns die Mutgebühr, schrecken ein paar Kaninchen auf und machen noch ein paar Bilder im letzten Licht des Tages. 

Samstag: Heute ist der Haupttag und der findet auf dem Parkplatz und dem Gelände der Strandbar „Samoa-Seepferdchen“ im Süden der Insel statt. Bis 11:30h sollen alle eingetroffen und geparkt sein damit das Ordnungsamt die Abnahme machen und es losgehen kann. 

Die Sonne lacht und der Tag könnte nicht schöner sein! Ein großes Zelt bietet Schatten und Gelegenheit, sich die Auslagen der Sponsoren anzuschauen. Fotos, T-Shirts, Magazine oder die feinen Formawerx Schlüsselrohlinge, die Marek mitgebracht hat und bereits im letzten Jahr auf der Vernissage unserer ON THE ROAD Fotoausstellung gezeigt hatte. Am Strand findet der Surf Contest statt. In verschiedenen Kategorie machen die Teilnehmer das beste aus den nur spärlich vorhandenen Wellen, um vor den Punktrichtern ihr Können zu zeigen. Der eine oder andere coole Move gelingt und alle haben sichtlich Spaß. 

Als die Sonne etwas tiefer steht, machen wir uns auf zu einer kleinen Ausfahrt in den Norden, um Fotos und Videos zu machen. Staub wirbelt und Steine fliegen bei der wilden Kamerafahrt für Classicdriver auf dem letzten Abschnitt der Straße und die Radfahrer und die Schafe denken sich ihren Teil dazu. 

Am Abend sind wir wieder zurück im Samoa und sitzen in gemütlicher Runde auf der Terrasse und genießen den Sonnenuntergang bei Austern, Ceviche und Chablis und gehen dann noch zum Strand runter, wo in der Dämmerung noch weitergefeiert wird bis es irgendwann endlich ganz dunkel wird.

Spät kommen wir im Hotel an und früh müssen wir am nächsten Morgen raus, denn die ganze Gruppe trifft sich bei „Porsche auf Sylt“, um zum Abschied noch eine kleinen Ausfahrt über die Insel zu machen. 

Noch einmal auf dem Festivalgelände, verabschieden wir uns und verbringen  dann einen gemütlichen Tag, denn wir müssen erst am nächsten Morgen mit der Fähre zurück nach Dänemark.

Am Abend fahren wir ein weiteres Mal zum Ellenbogen und genießen nochmal das endlose Abendlicht, die wunderbare Stille und den Sonnenuntergang am Strand mit einer Flasche Wein, die wir zuvor beim Gosch mitgenommen hatten. Ein schöner Abschluss vom Petrosurf Vol. 5.

Foto und Text: Markus Haub & Susana de Val

Petro Surf Vol. 4__2022

Petro Surf Vol. 3__2021

Tour de la Baguette #1__Champagne und Bourgogne

Eine gemütliche Tour durch Frankreichs Nordosten, das war der Plan. Schon im letzten Jahr haben wir davon gesprochen, aber keinen Termin finden können. Jetzt, Anfang Juni, war es endlich soweit. Eine kleine Gruppe mit wechselnder Besetzung findet sich zusammen und genießt bei schönstem Sommerwetter die Landschaft, den leckeren Rebensaft und den feinen Mampf.


Am Freitag Mittag starten wir von Mainz, dann weiter Richtung Saarland und bis nach Reims. Erster Stopp am Nachmittag ist der „Circuit de Reims-Gueux“, wo wir auf weitere Teilnehmer unserer Tour stoßen. Der Dreieckskurs auf öffentlichen Straßen am Rande der Stadt war einst eine der schnellsten Rennstrecken Europas. Bis in die 60er Jahre hinein wurden hier Formel 1 und 2 Rennen veranstaltet. Dann wurde das alles zu gefährlich und nun zeugen nur noch einige Gebäude, die Tribünen und die Boxenanlagen von den glorreichen Zeiten und ein Verein kümmert sich liebevoll um den Erhalt und die Restaurierung des Geländes. Wir hatten Glück und ein freundlicher Monsieur lässt die Bar etwas länger auf und heißt und herzlich Willkommen. 

Dann ab ins Hotel, schnell umziehen und mit dem Taxi hinauf zum schicken Restaurant „La Bellevue“ im Hotel Royale Champagne. Der Name ist Programm, bei grandioser Aussicht von der Terrasse lassen wir die Korken knallen, beziehungsweise diskret vom Sommelier öffnen und probieren uns so durch einige Flaschen der verschiedensten Jahrgänge und Geschmacksrichtungen. Wir ahnen, dass wir das Reisebudget schon am ersten Abend verbraten haben, denn Sebastién bezahlt, druckst beim Betrag aber so komisch rum und rückt mit der Wahrheit erst einige Tage später raus…Ohje  

Samstag: Der nächste Tag geht weiter, wir der vorherige aufgehört hat: mit Champagner! An diesem Wochenende werde ich mehr davon trinken, als in meinem ganzen Leben davor. Wir besuchen Sebastians Familie, die in Avize das Gut „Franck Bonville“ hat und sich seit vier Generationen der Herstellung aus besten Grand Cru Lagen widmet. Bei einer tollen Führung durch den Keller erfahren wir alles über die Produktion und verkosten auch die eine oder andere Flasche verschiedenster Jahrgänge, die älteste ist ein 25 Jahre alter Blanc de Blancs Grand Cru in der Magnum Flasche. Die Fabrikationsmethoden haben sich inzwischen auch geändert und Handarbeit beim Rütteln oder „Degorgieren“ ist selten. Die Lese erfolgt jedoch im ganzen Anbaugebiet noch von Hand. 

Einige der Flaschen nehmen wir mit zum BBQ im nahegelegenen Weinberg. Zum Käse, Baguette und Bratwurst schmeckt er hervorragend.

Kugelrund fahren wir nach Épernay, neben Reims dem Hauptzentrum der Champagner Produktion. Durch Zufall mischen wir uns unter ein Oldtimer Treffen in einem der Innenhöfe, welches für einen guten Zweck veranstaltet wird und dürfen dort umsonst parken. Mittendrin statt nur dabei. 

Auf der prächtigen Avenue haben neben dem Stadtpalais auch zahlreiche alteingesessene Champagner-Häuser ihre prächtigen Sitze und bieten Besichtigungen oder Verköstigungen an. Man kann auch einfach nur auf einer der Terrassen sitzen und sich das ganze Treiben anschauen. De Castellane, Mercier oder Moet et Chandon sind die großen Namen hier steht auch eine Statue von Dom Pérignon, einem Mönch des Benediktinerordens, dem wir das ganze zu verdanken haben.  Er entdeckte im 17.Jhrd die Flaschengärung, verwendete Korken mit Kordeln am Flaschenhals und bemerkte, dass der Wein durch Verschnitt an Qualität gewann. Auch legte er das Volumen von 0,7 Litern fest. Die ihm ideal erscheinende durchschnittliche Verzehrmenge eines Erwachsenen beim Abendessen. Da weisste Bescheid! 

Ich brauche erstmal einen Kaffee und wir machen eine kleine Pause im Bistro um die Ecke, bevor eine weitere Besichtigung ansteht. Diesmal in einem der größeren Produzenten: Boizel. Hier geht die Geschichte zurück auf das Jahr 1834 und das steht auch groß am Eingangstor, neben dem wir parken. Erst vor fünf Jahren wurde des Gebäude renoviert und neue Produktionsanlagen installiert, die noch präzisere Herstellungsmethoden erlauben. Alles ist hier wie geleckt, in jeden zahlreichen Stahltanks passen 37.000 Liter, genug für eine Jahresproduktion von 500.000 Flaschen. Eine Etage tiefer ist der riesige Keller mit schier endlosen Tunneln, welche in den weichen Kreidefels gehauen wurden und im Krieg als Bunker dienten. Bei konstant 11 Grad liegen hier hunderttausende von Flaschen verschiedenster Jahre und Vergärungsstadien von denen wir am Ende der Führung noch zwei probieren können. Die ältesten Flaschen lagern in der Schatzkammer. Sie haben zwei Weltkriege überlebt und sind über 150 Jahre alt. 

Sonntag: Auch heute scheucht uns Sebastién früh aus dem Bett und hat eine schöne Tour ausgearbeitet. Wir fahren zum Leuchtturm von Verzenay. Den hat ein findiger Champagner Produzent 1909 gebaut, um seinen Firmennamen groß drauf zu schreiben und ihn in der Nacht bis nach Reims leuchten zu lassen. Werbung war auch damals wichtig, dazu gab noch ein Restaurant und ein Open-Air Theater, wo es die feine Gesellschaft schon damals ganz schön hat krachen lassen. Den Krieg hat nur der betonierte Turm überlebt und 1999 wurde das Weinmuseum daneben eröffnet. Auch ein Garten mit Terrasse, wo man den im Shop gekauften Champagner gleich verzehren kann. Das machen wir dann auch, kommen mit drei Damen aus Süddeutschland ins Gespräch, die uns beim Leeren der zwei Flaschen helfen und fahren anschließend nach Tours-sur-Marne ins Restaurant „La Table du 18“ in einer alten Feuerwehr-Station. Der Chef ist selbst Porsche-Fahrer, hat sein Auto vor die Tür gestellt und uns den Parkplatz daneben reserviert. Er ist rührend, nicht nur das Essen ist klasse, auch schenkt er uns Käppis und den Damen eine Rose und wir machen noch einige Fotos mit ihm vor dem Haus. 

Hier mischt sich die Gruppe neu. Lorenz kommt dazu und Serge, Ludivine, Sabrina und Stephan verabschieden wir. 

Nach einem kurzen Stopp an der Getreidemühle auf dem Mont-Boeuf fahren wir über Land ca 120 Kilometer Richtung Troyes, wo wir die Nacht verbringen. Vor dem Abendessen bleibt noch Zeit, einen kleinen Rundgang durch die wunderschöne Altstadt mit ihren farbenprächtigen mittelalterlichen Häusern zu machen. Sie sind alle schief und krumm, haben Türmchen und nur kleine Fenster und erinnern mich an die Städte in einigen Asterix-Heftchen. 

Troyes:

Montag: Der Weg aus der Stadt ist etwas mühsam, die Navigations-Technik hat Tücken, aber dann schaffen wir es auf die N77 Richtung Süden und später über kleine Sträsßchen nach Chablis, wo wir einen ersten Stopp einlegen und vom Grand Crus des nördlichsten Anbaugebiet der Region Burgund nippen.