Sunset Drive 2022#2

Mittwoch, tolles Wetter, 30 Grad! Beste Voraussetzungen also, um mal wieder mal einen Sunset Drive zu machen. 

Treffpunkt war das Hofgut Laubenheimen Höhe, schöner Blick nach Frankfurt inklusive. Der geplante Treffpunkt-Parkplatz war belegt, also reihten wir uns auf dem Anfahrtsweg auf. Zur Freude oder Leid einiger Besucher. Je nachdem. 

Los ging’s am Rhein entlang nach Nierstein. Hier ging irgendwo schonmal ein Teil der Truppe verloren. Nach einer Wartepause am Straßenrand waren alle Schäfchen wieder in der Herde und weiter ging’s nach Friesenheim, dann nach Süden bis Bechtheim. Monzernheim, Hochborn, vorbei an den gigantischen Windmühlen, die für die Elektroautos den Strom produzieren. Wir lauschen derweil dem Brummen unserer Motoren. Ein Stück Autobahn bis Wörrstadt, dann auf die L414, um nochmals auf die Verlorengegangene zu warten. Diese kommen aber nicht, sondern sind schon auf direkterem Weg zum Endpunkt kurz vor Engelstadt gefahren. Hier waren dann endlich wieder alle beisammen.

Bei Sonnenuntergang und Bierchen geht die Sause zu Ende. 


Fotos: Markus Haub

Dino Register Deutschland__Frühjahrsausfahrt

Uii, das war fein! Die Sonne hat gestrahlt, als wär’s schon Sommer und die Strecke war eine Wonne. Schauplatz der Frühjahrs-Ausfahrt des Dino Register Deutschland war der Odenwald und Spessart. Dünn besiedelt und sehr idyllisch. Ideal also, um die Regionen zwei Tage lang mit den alten Autos unter die Räder zu nehmen. 

Basis war Amorbach im bayerischen Odenwald und geparkt wurde im Marstall. Unsere Pferde also da, wo früher die des Fürsten standen. Die ganze Dino Palette war dabei, sogar ein Stratos rundete das Familientreffen ab. 

Basis war Amorbach im bayerischen Odenwald und geparkt wurde im Marstall. Unsere Pferde also da, wo früher die des Fürsten standen. 400 Kilometer sollten am Samstag und Sonntag Vormittag abgefahren werden und das Feiern kam am Abend auch nicht zu kurz. Ein anstrengendes, aber wunderschönes Wochenende also! Hier ein paar Impressionen.

Dino Register Deutschland

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Hockenheim Historic 2022_Jim Clark Revival

Bei schönstem Wetter fand am Wochenende die 17. Auflage das Hockenheim Historic- Jim Clark Revival statt. Über 30000 Zuschaue ließen sich das Spektakel der elf Rennserien nicht entgehen. 

Wir waren am Sonntag vor Ort, um mal eine Runde durch die Boxengasse und das Fahrerlager zu drehen. Ohrstöpsel in die Lauscher und ab an die Rennstrecke. Die Boss GP sind Open Single Seater mit V8- und V10-Sound aus der guten alten Formel-1-Zeit. Kontrastprogramm gibts in der Dunlop Gentle Driver ´65 Serie, hier fahren Rennwagen von 1947 bis 1965 gegeneinander. Oder der Group C Supercup mit Teilnehmern aus den Jahren 1985-89.

Wie immer ist man ganz nah dran am Geschehen und kann den Mechanikern und Piloten bei der Arbeit über die die Schulter schauen oder seinen Klassiker auf dem Markenclubgelände bei Gleichgesinnten parken und in der Pause ein paar Runde über die Strecke fahren. 

Der Termin für das nächste Jahr steht schon fest: 5.-7.Mai 2023

Hockenheim Historic

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Pista & Piloti Hillclimb __Pferdsfeld

Zum ersten Mal veranstaltete die Truppe von Pista & Piloti rund um Marco Wimmer  nun einen Hillclimb. Das ganze fand letzten Samstag auf dem ehemaligen Flugplatz in Pferdsfeld statt, wo es im Sommer auch wieder den Gran Premio Alfa Romeo geben wird. 

120 Teilnehmer fanden sich im Fahrerlager ein und lassen Erinnerungen an die alten Tage wach werden. Vorkriegsrenner aus den 20er und 30er Jahren, Abarth, Mini oder Alfa 1900 aus den 50ern, Renault Alpine, Alfa Giulia , Lancia Fulvia oder ein Brixner Neu aus den 60ern. 

Wir sind mit unserem Porsche 911 in der Starter-Klasse der 70er Jahre, die aus über 40 Autos besteht und fahren – wie alle- erstmal eine Runde, um den ca 2 Kilometer langen, leicht ansteigenden Kurs kennenzulernen. Weite und enge Kurven wechseln sich ab und zur großen Überraschung wurden ein paar krasse Schikanen aus Pylonen und Strohballen eingebaut, die den einen oder anderen ganz schön ins schleudern gebracht haben. Oha!

Der zweite Lauf dient zum Setzen der Zeit, die jeder für sich individuell festlegt. Diese muss dann im dritten und vierten Lauf aufs genaueste wiederholt werden. Eine Gleichmäßigkeitsprüfung also, soweit die Theorie. Dass einige hier nur zum Spaß fahren und es einfach nur krachen lassen wollen ist selbstverständlich. Laut und schnell, das macht Laune… 

Fazit:  Die tolle Organisation, die riesigen Bandbreite an Rennwagen und die gute Laune der Teilnehmer machen den Tag zu etwas ganz Besonderem. Wir hoffen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr!

Link: Pista & Piloti

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Mille Miglia 1999

Es begann mit einem Fax mit dem Absender „Centro Stile Fiat“ vom 28.04.1999. Geschickt hatte es mir Thomas, der damals dort arbeitete und ich war noch im DCE in Sitges bei Volkswagen angestellt. Es war das „GO“ zu unserer ersten gemeinsamen Reise zur Mille Miglia im Mai und ich konnte meinen Flieger nach Turin buchen, von wo aus wir starteten. 

Auf die Reise ging’s im ginstergelben Coupé Fiat, geknipst wurde mit Olympus Mju Zoom Kleinbildkamera auf Negativfilm und bezahlt wurde noch in Lira.

Am Morgen des 6. Mai ging es also von Turin aus nach Brescia, wo die Teilnehmerfahrzeuge sich schon in der Innenstadt tummelten. Zur technischen Abnahme auf der Piazza della Vittoria.  Hier stand einfach alles, von Alfa bis Zagato. 370 Fahrzeuge aus den Baujahren 1927 bis 1957, Ferrari, Jaguar, Maserati, Fiat, Cisitalia, Osca, Invicta, Giannini, Alvis, Lancia, Ermini, Siata, Bugatti oder Bentley. Auch 11 Porsche 550 waren dabei und zahllose Mercedes-Benz 300 SL. Absoluter Liebling ist Stirling Moss mit der Startnummer 300 auf Mercedes 300SLR. Jenem Rennwagen, in dem er 1955 die Mille Miglia in Rekordzeit von 10 Stunden und 7 Minuten gewann. Mit 157,6 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit! 

Der Start ist am Abend in der Viale Venezia und bis die letzten Fahrzeuge über die Rampe fahren, ist es schon lange dunkel. Sie werden erst spät in der Nacht in Ferrara ankommen, dem Ziel der ersten Etappe. So war das damals noch. Heutzutage starten sie schon am Mittag und es wurde inzwischen auch ein zusätzlicher Tag eingefügt, so dass die Runde von 1700 Kilometern etwas entspannter zu fahren ist. 

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn wir machten uns um 6 Uhr auf zur Verfolgung des Teilnehmerfeldes. Da will man nicht zu spät sein, sonst fährt man hinterher. Und so schwammen wir schön zwischen den Porsche 550, Maserati 200 oder Mercedes 300SL mit. Einer der schönsten Abschnitte führte von Rimini rauf nach San Marino, dann weiter nach Urbino. Ein selbstgebasteltes “Stampa/Press” Schild verhalf uns manches mal zum Einlass in die historischen Stadtzentren, der eigentlich nur den Teilnehmerfahrzeuge vorbehalten war. Und die begeisterten Zuschauer, meist Rentner oder Kinder mit Fähnchen, jubelten uns ebenfalls zu. Das ganze Land schien Kopf zu stehen oder hatte zumindest Schule frei. 

In Gubbio war eine Durchfahrtskontrolle und die Autos versammelten sich auf der Piazza Grande vor dem Palazzo die Consoli und boten ein wunderbares Bild. Hier begegneten wir auch wieder Stirling Moss im SLR, der sich auf die Weiterfahrt nach Assisi vorbereitete.

Während das Feld nach Rom weiterfuhr, kürzten wir über Perugia durch die Toskana ab, gönnten uns etwas freie Zeit und ein Fläschchen Wein am Abend und erwarteten alle wieder beim Frühstück auf der Piazza del Campo von Siena, einem der Highlights, die auf keiner Tour fehlen dürfen.

Wir schauten uns dir ersten Ankömmlinge an und nahmen dann die Verfolgung wieder auf. Die Autos in freier Wildbahn zu erleben ist doch das allerschönste. Es ging in Richtung Florenz, hier durften wir leider nicht die Altsdtadt durchfahren, sondern wurden umgeleitet. Dann nach Fiesole und zum Futa-Pass, wo die Fans sich schon vor Stunden die besten Plätze gesichert hatten und in Scharen in den Kurven standen, um dem Rennen zuschauen.

Bei leichtem Regen und schneller Fahrt gings durch Bologna. Verkehrsregeln wurden kurzzeitig mal außer Acht gelassen, die Polizei bot den Teilnehmern freies Geleit auf der Mittelspur, dann weiter auf der kerzengeraden Nationalstrasse nach Modena und nach Reggio Emilia, wo nochmals eine Wertungsprüfung zu absolvieren war.  In der Abenddämmerung ließen wir die letzten Autos zum Ziel in Brescia ziehen und schauten zu, wie sie in der Dunkelheit verschwanden. Zu hören waren sie jedoch noch lange.  

Fotos: Markus Haub

IAA Frankfurt 1987

Am Porsche Stand von 1987 waren 11 Fahrzeuge ausgestellt. Neben den aktuellsten 924 S, 944 S, 928 S4 und 911 Carrera stand ein 911 Turbo Cabrio, ein Turbo Flachbau und – als Blickfang in der Mitte- der brandneue 911 Speedster Clubsport mit einer Abdeckung, die nur dem Fahrer eine kleine Öffnung mit Windschutzscheibe bot, ähnlich den Rennwagen in den 50er Jahren. 

Diese konnte man an zwei Scharnieren komplett hoch kappen und so ins Cockpit schlüpfen. Hinzu kamen zwei aerodynamisch geformte Spiegel, der Rest war vom Standard 911 3,2 übernommen. Der Speedster sollte im Folgejahr in Serie gehen und die Krönung der G-Modell Reihe werden. In einer Ecke stand auch noch ein roter 959 und ein anderes Exemplar am Stand von Bridgestone.

Bei Lamborghini gabs nen grauen Teppich, Stellwände und viel Grünzeug. Dazwischen den Countach 5000 QV und den bereits 1986 vorgestellten LM002 , beide ganz in weiß.

Ich war damals 15 Jahre alt, und mit der Minox meines Vaters bewaffnet, um auf die Jagt nach meinen Traumwagen zu gehen. Und die fand ich meistens bei Ferrari. Der F40 wurde im Juli 1987 in Maranello noch im Beisein Enzo Ferraris enthüllt und stand nun zum ersten mal vor großem Publikum. Ein Sportwagen wie vom andern Stern. 478 PS, Leichtbau, dicker Spoiler und ohne Ende Lüftungsschlitze. Ein Traumwagen, der es auch noch heute für mich ist. Daneben standen in schwarzem Lackkleid die aktuelle Palette mit 412, 328, Mondial und Testarossa.

Pininfarina hatte ebenfalls eine Ausstellungsfläche und zeigte ein zweites Exemplar des F40 neben dem Cadillac Allanté.

Die deutschen Kleinserien-Ingenieure wie Eberhard Schulz oder Erich Bitter zeigen die Weiterentwicklung des Isdera Imperator oder die Neuerscheinung Bitter Typ 3, ein auf der Opel Omega Plattform aufbauendes Cabrio mit stilistischen Anleihen bei Ferrari. Ein Coupe und eine Limousine folgten, doch am Ende ging nichts davon in Serie. Vielversprechender war da schon der Treser T1. Der vier Meter kurze Zweisitzer bedient sich Volkswagen-Technik mit 130 PS Golf GTI-Mittelmotor und hat als Cabrio ein elektrisch voll versenkbares Hardtop. Nach nur 25 Exemplaren war jedoch auch hier Schluss. 

Die Tuner habe ich natürlich auch besucht: Rinspeed, Strosek oder Gamballa. Hier gibt’s den Avalanche mit Rückfahr-Kameras statt Spiegel und extremstem Spoilerwerk. Bei Koenig Specials steht der 710 PS starke Testarossa. 

BMW nahm mit dem Zwölfzylinder 750i Mercedes die Butter vom Brot. Da war damals bei 8 Töpfen Schluss. Der 3er startete als Touring und der Z1 erblickte das Licht der Welt. Für 83000 Mark konnte man ihn kaufen und seine versenkbaren Türen hoch und runterfahren lassen. Natürlich gab es auch Neues unter den Brot-und-Butter Autos, aber dafür schien mir wahrscheinlich damals mein Zelluloid zu kostbar und ich habe kein Foto daran verschwendet. Alfa Romeo 164, Fiat Tipo, der Peugeot 405 oder der Opel Corsa GSI. 

Fotos: Markus Haub

ON THE ROAD__Eine Porsche Fotoausstellung im Studio H49__Mainz

„On the Road“ ist der Titel der ersten Porsche Fotoausstellung in Mainz.

Susana, Mark, Niko und ich hatten uns Ende letzten Jahres zusammengesetzt, um die Idee einer Ausstellung mit mehreren Freunden und Bekannten zu konkretisieren. 

Ursprung war die wachsende Porsche Szene in der Region mit starkem Hang zur Fotografie. Auf diversen Treffen oder Ausfahrten lernt man sich kennen und zum Klicken der sich abkühlenden Motoren kommt das des Kamera-Auslösers dazu und faszinierende Momentaufnahmen entstehen quasi nebenbei. On the Road eben. 

Ein Termin war für den 19.März angepeilt. Die Corona-Situation war noch immer unübersichtlich, schien sich im Frühjahr aber zu bessern. Wir hofften mal das Beste. 

Nachdem wir die in unserem Studio H49 zur verfügung stehenden Wände nochmals gemessen hatten, kamen wir zu der Entscheidung, weitere Teilnehmer zu suchen und einen Aufruf zu starten. Mit überwältigender Resonanz! Anfragen zu den Bedingungen kamen sogar aus Thailand und Australien. Im Januar dann standen die 23 Fotografinnen und Fotografen fest, sie stammen aus Deutschland, Belgien und den USA und hatten sehr unterschiedliche Motive im Gepäck. Wir waren begeistert, das Abenteuer konnte starten.

Wie verrückt einige sind haben wir schnell gemerkt. Alan und Joep kamen extra aus Belgien angereist, um und die Fotos persönlich vorbeizubringen! Ebenso kam Anna mit ihrer Mutter aus Düsseldorf oder Jan und Piet aus Mönchengladbach vorbei. Eine schöne Gelegenheit, sich schonmal kennenzulernen. 

19.03.2022

Fast forward: Am Ausstellungstag steht alles bereit. Die Straßensperre wegen einer Gasleitung wurde am Tag zuvor aufgehoben, Parkplätze sind so gut es geht abgesperrt und reserviert, die meisten Nachbarn waren sehr hilfsbereit und haben ihre Autos weggestellt, um das Chaos zu vermeiden und Platz zu machen für die 911er der Besucher. Das Porsche Zentrum Mainz hat uns den neuen Taycan GTS Sport Turismo zur Verfügung gestellt und unser Nachbar Michael einen seiner Porsche Traktoren. Seine rote Farbe leuchtet von weitem, er ist der Liebling der Kinder und sieht vor unserer in Blüte stehender Zierkirsche einfach prima aus!

Marek von Formawerx  kam schon etwas früher und baute einige Schlüssel aus seiner „Legends“ Collection auf. Wie in Parfüm-Falcons stehen sie von unten beleuchtet auf dem Tisch. Einen davon gab es zu gewinnen. Unter allen Teilnehmern konnten die Besucher ihren Lieblingsfotografen wählen. Die Besucher selber eine Magnum Flasche Champagner gestiftet von Sébastien. 

Um 15 Uhr dann geht es los, die Besucher können kommen und ihre Porsches reihenweise vor dem Haus abstellen, die Sonne scheint und der Wein steht gekühlt an der Bar. Andrea vom MainZimmerRestaurant hier bei uns in der Straße sorgt für ein leckeres Catering. Als auch noch mein Freund Erde aus München eintrifft und sein DJ Equipment aufbaut, geht es richtig los. Wir sind überhaupt sehr glücklich, dass so viele Freunde mitmachen, helfen und unterstützten. Meine langjährige Porsche Werkstatt Russ Automobile in Wiesbaden und Bernd von Autoglas Reifenberger haben uns finanziell unterstützt. Nur so gelingt etwas ganz Großes und es macht riesig Spaß!

Den Gästen scheint es zu gefallen, viele kommen von weit her, bleiben lange, einige sogar über Nacht. Als es dunkel wird rücken wir unter den Heizstrahlern zusammen, tanzen, quatschen und freuen uns auf Lasagne und Curry von Andrea. Danach gehts heiter weiter. Bis 4 Uhr morgens, Marek und Zdenek sogar erst um 5…..

Der Gewinner der Zuschauerwertung war am Ende Jan aus Mönchengladbach. Herzlichen Glückwunsch!

Danke an alle!!!

Techno-Classica 2022

Nach zwei Jahren Pandemie-Pause gibt es sie wieder. Die Techno-Classica in Essen. Sie kommt ohne große Markenauftritte von Mercedes-Benz, Porsche oder Volkswagen aus und ein paar Lücken hier und da sind auch frei geblieben. Trotzdem ist es eine tolle Show mit viel Chrome de la Chrom und Crème de la Crème und der Besuch lohnt! 

Die Markenclubs bekommen mehr Raum als sonst eingeräumt. Mercedes scheint hier ganz aktiv und belegt fast die komplette Halle 1. Ein paar schöne 123er in zeitgenössischen Farben, R129er, 201er, Unimogs oder einige seltene Kompressor Modelle, auch aus dem Museum in Speyer. 300 SL Flügeltüren en masse. 

Die Sonderausstellung der SIHA zeigt ein paar tolle Exponate zum Thema Aston Martin Zagato. mit DB4 GT, Vanquish  oder den V12 Zagato Heritage Twins. Das Angebot bei den Händlern ist schier gigantisch, die Auswahl riesig. In Halle 3 haut Early911 gleich mal einen raus und stellt ca 40 Porsche auf den üppig dimensionierten Stand. Allermeist 911, viele Farben, viele Baujahre, drei 911 RS. Bei Dr. Konradsheim gleich nochmal drei. Davon kann man einige auf der Messe finden und die Preise haben sich zuletzt wieder etwas gesetzt. Bei Chrome Cars stehen fünf schwarze Ferrari Testarossa aller Varianten eindrucksvoll nebeneinander, bei Eberlein ein 275 GTB Longnose, 250 GT Cabriolet, ein 308 GTB und ein 512 BBi. Maserati gleich daneben stellt einen 300S, einen Bora, einen Merak und den neue MC20 auf den Teppich. 

Auf den Freigeländen und in Halle 4 und 7 findet man Angebote von privat, die versuchen das ein oder andere Schmuckstück an den Mann oder die Frau zu bringen. Im schönen Originalzustand findet man so einen Renault Clio Williams oder einen Ersthand-Fiesta mit nur 7925 Kilometern. Bei den Lamborghini Spezialisten gibt es nicht nur Miura und Co zu sehen, sondern auch zwei Traktoren. Einer ist der allererste Lamborghini überhaupt. Handgedengelt 1948 von Ferruccio höchstpersönlich, fahrbereit und in Originalzustand mit reichlich Patina. Für 2.400.000 Euro kann man ihn mitnehmen. Für gut eine Millionen gibts das Modell L33 mit Morris Motor. Hmmm.

Etwas ungünstig präsentiert aber nicht minder interessant stehen am Stand von CC-Cars einige der Design Modelle und Prototypen des Bugatti EB110 und 110SS, welche die Entwicklungsgeschichte nachzeichnen. Gleich gegenüber das fertige Serienmodell nebst seinem damaligen Konkurrenten Jaguar XJ220. Besonders gut gefallen hat mir aber der Ferrari 250 TR GT, ein Testa Rossa mit Hardtop, welchen Neil Twyman einst aus vielen Originalteilen aus eine 250 GTE für sich selbst gebaut hatte. Hammer!

Am Schluss drehen wir noch eine Runde durch Halle 8, wo sich weitere Clubs befinden. Der Stand des Dino Register Deutschland bietet einiges mehr an Quadratmetern als in den Vorjahren und hat nun Platz für drei Fahrzeuge. Besonders nett sind die Mitglieder des Melkus RS1000 Register und lassen uns in dem nur 107cm hohen Flachmann Probesitzen. Was für ein Erlebnis! Aber das Aussteigen müssen wir noch üben. 

Text und Foto: Markus Haub und Susana de Val

Sunset Drive 2022#1__Ukraine Edition

Der erste Sunset Drive des Jahres kam überraschend früh. Auch für uns! Aber die Wetteraussichten waren einfach zu gut und so waren wir sicher, dass einige sich motivieren lassen, um eine Runde durch Rheinhessen zu drehen. Darunter auch viele neue Gesichter, herzlich willkommen!

Ein großer Schatten liegt jedoch in diesen Tagen über der Welt. Der Krieg in der Ukraine lässt niemanden kalt und die Besorgnis über die Situation der Menschen dort ist groß. Spontan haben wir uns daraufhin entschlossen, Spenden für die Hilfsorganisation „Ärzte der Welt“ zu sammeln, für die Susana vor einigen Jahren gearbeitet hat und die sie daher gut kennt. Ein Team ist schon seit acht Jahren in der Region aktiv, leistet humanitäre Hilfe an der Kontaktlinie und bietet Gesundheitsversorgung. Nach der Eskalation des Konflikts sind die Aufgaben nun gigantisch. Wir konnten an diesem Tag 775 Euro zusammentragen und der Organisation überweisen. DANKE an alle Spender !!! 

Treffpunkt des ganzen war Samstag Nachmittag am Ortsrand Hechtsheim. Nach und nach kamen immer mehr Autos zusammen. Viele Porsche natürlich, aber auch Ferrari, Jaguar, Mercedes, Opel, oder BMW. Ein Hammer-Line-Up von insgesamt 23 Fahrzeugen!

Los ging’s um halb fünf, wir wollten ja alle zum Sonnenuntergang am Zielort sein. Ca 75 Kilometer lagen vor uns und die schwierigste Aufgabe war es, das Feld zusammen zu halten. Kein Schäfchen sollte verloren gehen. Daher auch (mal wieder) die Route auf Papier für jeden. Ein Abkommen vom rechten Weg war so ausgeschlossen. 

Richtung Süden, Harxheim, Mommenheim, Schwabsburg, dann auf die B420, links ab durch Undenheim über die Alleenstraße nach Bechtolsheim. Zweimal rechts und rauf über die holprige, aber wunderschöne Straße nach Gabsheim. Dann ein Stück Autobahn zum Auspuffrohre freiblasen und rüber auf die Andere Seite der A63. Hier ists halt auch schön. Das Stück von Saulheim nach Partenheim ist eine meiner Lieblingsabschnitte und wir hatten ihn schonmal beim letzten Sunset Drive im August eingebaut. Die Landschaft sieht nun freilich anders aus. Alles ist noch karg, das Grün spitzelt erst spärlich. Der Frühling steht erst in den Startlöchern. 

Wir lagen gut in der Zeit und daher fuhren wir noch einen Extra-Abschnitt vorbei am Napoleonsturm hinunter nach Sprendlingen, um dann durch den Kreisel zu sausen und den selben Streckenabschnitt zurück zu fahren. So kamen uns für einen kurzen Moment alle Teilnehmer entgegen. Was für ein schöner Anblick, denn normalerweise sehe ich das alles nur im Rückspiegel. 

Endpunkt der Tour war ein Parkplatz in den Weinbergen bei Wolfsheim. Das schöne Plätzchen hatten wir im letzten Jahr mal gefunden und war nun perfekt für die Gruppe. Ein grandioser Ausblick in schönstem Sonnenuntergangslicht, welches an das des ersten Sunset Drives 2019 erinnerte, nur dass es diesmal ca 35 Grad kälter war…. 

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Dino Register Deutschland_Herbstausfahrt


Wie schon im Vorjahr angekündigt, geht die diesjährige Dino Register Deutschland Ausfahrt nach Frankreich. Das Basis-Camp lag freilich auf der anderen Rheinseite, im beschaulichen, von steilen Weinbergen umringten Dorf Durbach.

Die Sonne strahlt am Nachmittag, als sich die Teilnehmer nach und nach einfinden. Nicht nur aus aus Deutschland, sondern auch aus Luxemburg und der Schweiz kommen die Fans der italienischen Renner mit dem Ferrari Herz. 18 Autos insgesamt, einige Fiat Spider und Coupés, viele 208/308 GT4er, aber leider nur ein einziger 246. Sie werden langsam rar. Auch ein Mondial Cabrio hat sich reingemogelt. Der Abend verläuft gemütlich und Julia und Thomas Kräker, die das Treffen ein weiteres Mal organisieren, empfangen uns herzlich. 

Am Samstag geht es früh los, die Sonne scheint ein weiteres Mal. Ein perfekter Tag kündigt sich an und so gibt es keine Zeit zu verlieren. Nach Frühstück und Ansage vom Chef werden um halb neun in der Tiefgarage die Motoren gezündet und wir räuchern zwei Motorradfahrer ziemlich ein. Sorry. 

Dann machen wir „rüber“ nach Frooonkreisch. Über die Rheinbrücke in Richtung Molsheim. Vorbei an der Manufaktur Bugatti und der alten Villa. Hier wird die Landschaft dann richtig schön. Weinberge, Hügel, hübsche Dörfchen, manche davon mit „Village Fleuri“ Schild gekennzeichnet. Dem Gütesiegel für Blumenschmuck im Ort. 

In Marlenheim ist der erste Stopp, der Crémant Hersteller Arthur Metz. Sieben Millionen Flaschen werden hier im Jahr produziert. Und noch jede Menge Wein dazu. Eine kleine Kostprobe bekommen wir zusammen mit einem Stück leckerem Kougelhopf und drehen dann noch eine Runde im weiträumigen Shop.

So gestärkt geht die Tour weiter nach Wasselonne, Cosswiller, Obersteigen. Unterwegs sammeln wir uns nochmal, einige Teilnehmer sind bei den vielen Chinesenzeichen vom rechten Weg abgekommen und müssen wieder zur Gruppe aufschließen.

Dann weiter in Richtung Col du Donon. Hier, mitten in den Vogesen zwischen Elsass und Lothringen haben wir im Restaurant „Velleda“ eine lange Tafel reserviert. Froschschenkel gibt es keine, dafür Hühnchen oder Fisch. 

Der Nachmittag bringt uns über kleine Straßen durch den Wald bis hin zum Odilienberg. Hier auf oben in 763 Metern Höhe hat man einen grandiosen Ausblick über die Elsässische Ebene. Das ehemalige Kloster ist der meist besuchteste Wallfahrtsort der Region. Das merken wir auch, denn Parkplätze sind Mangelware. Ganz Frankreich scheint hier heute hoch zu pilgern. 

Pünktlich um 18h sind wir zurück im Hotel, haben noch etwas Gelegenheit, die Füße hochzulegen, bevor der Clubabend beginnt. Mit Sekt gehts los und guter Laune weiter durch die Nacht. Organisatorisches und Unterhaltsames wird gesprochen, neue Mitglieder begrüßt und von alten Zeiten erzählt, als die Dinos noch nicht so standfest waren. Vor 10 Uhr startete keine Ausfahrt und weit gekommen ist man auch nicht, denn es musste erstmal repariert werden. Dank Rat und Tat untereinander und besserer Ersatzteilversorgung sind die Club-Fahrzeuge heutzutage in gutem Zustand und Ausfälle gibt es diesmal keine. 

Am Sonntag steht noch eine kleine Tour an. Leider regnet es etwas und man muss den Gasfuss etwas regulieren. Die Strecke ist aber klasse, erstmal durch die Weinberge nach Oberkirch, Sasbachwalden, ein Stück Schwarzwaldhochstrasse, Hundsbach, Gernsbach und Bad Herrenalb.

Ziel ist Marxzell, wo sich das Fahrzeugmuseum von Familie Reichert befindet. Und das muss man gesehen haben. Was hier im Laufe der letzten 70 Jahre angesammelt wurde ist in seiner Eklektik einzigartig. Auf knapp 4000 m2, mehreren Hallen und Etagen haben sich 300 Fahrzeuge, dazu Mopeds und Motorräder, Fahrräder, Züge, Bahnen und sogar ein Helikopter angesammelt. Dazu unzählige Objekte, Apparate, Schilder und Krimskrams, alles bunt gemischt. Man weiss garnicht, wo man zuerst hinschauen soll. Kleinstfahrzeuge von Heinkel, Kleinschmitt, Fuldamobil oder Kleinschnittger bis hin zu Tatra 600, Cadillac  oder Rolls Royce. Feuerwehrautos und Traktoren, hier gibt es einfach alles! 

Zum Abschluss bekommen wir noch eine Filmvorführung eines alten s/w Streifens mit reichlich Slapstick und Action und amüsieren uns köstlich. 

Als wir aus der Zeitkapsel kommen, scheint draußen im Hier und Jetzt die Sonne und wir gehen noch gemeinsam zum Italiener nach Bad Herrenalb Pizza essen, bevor jeder wieder den Heimweg antritt. Schön war’s!

Fotos & Text: Markus Haub & Susana de Val

Bernina Gran Turismo 2021____#3 Int. Sankt Moritzer Automobilwoche

Das Bernina Gran Turismo Bergrennen ist der krönende Abschluss der Int. St. Moritzer Automobilwoche, die in diesem Jahr – wie einst das Vorbild vor 90 Jahren- um einen Concours d’Elegance Motorsport Rendezvous  und ein Kilometerrennen auf dem Flugplatz von Samedan – ergänzt wurde. 

Am Freitag war bereits die technische Abnahme am Kempinski Grand Hotel des Bains, am Samstag nun geht es um die Wurst. Früh geht es mal wieder los. Um 7 Uhr sind wir auf der Passhöhe, die bald darauf für den Verkehr gesperrt wird. Es wird gerade erst hell und als die Sonnenstrahlen langsam hinter dem Berg hervor kommen, spürt man die Magie der ganzen Sache. Das Licht hier oben auf 2328 Metern ist unglaublich, sie Stimmung einzigartig.

Die Party startet, als die ersten Autos mit lautem Grollen aus der großen Tiefgarage des Hospiz rollen und sich auf dem Parkplatz aufstellen. Die Bandbreite ist riesig. Zwei Lancia Stratos, Morgan Three Wheeler, BMW 2002 Ti oder M1, drei De Tomaso Pantera, darunter ein GT2, Ford RS200, Mustang Shelby oder Galaxie 500, Porsche 911 RSR oder ein 550, Shelby Cobra 427, Renault Alpine A310 1600 Gr.4, Ferrari 308 Michelotto oder 166 MM oder ein Alfa Romeo 155 V6 TI DTM. Um kurz vor 8 Uhr fährt das gesamte Teilnehmerfeld hinunter nach La Rösa zum Start, um kurz darauf  einzeln wieder die 5,2 Kilometer lange Strecke in der Renn- oder Gleichmäßigskeits-Klasse hinauf zu kommen. 

Weil die Fahrer nicht so viel in der Nacht zuvor trainieren sollen, wurde in diesem Jahr eine digitale Schulung an einem der von Pininfarina und Zagato entworfenen TCCT-Simulatoren zur Pflicht gemacht. So lernt man die Strecke kennen und schon das Material, sowie die Umwelt.

Die wenigen Zuschauer verteilen sich auf der Passhöhe oder auf den umliegenden Felsen. Um die Strecke einsehen zu können, muss man ein ganzes Stück laufen, wird aber dann mit einem grandiosen Blick belohnt. Nach zwei Durchgängen ist erstmal Mittagspause und die Fahrer und Motoren können abkühlen. Man ist auch als Besucher immer mittendrin im Geschehen, was die Veranstaltung so spannend macht. Die Atmosphäre wirkt, als würde eine große Familie zusammen kommen, um den historischen Motorsport zu feiern. Locker, rustikal und freundschaftlich, das macht den Charakter des Bernina aus.

Vier Renndurchläufe gibt es verteilt auf zwei Tage. Am Sonntag kühlt das Wetter deutlich ab. Erst Nebel, dann Regen. Schwierige Bedingungen. Den Gesamtsieg in der Competition Klasse holte sich hier ganz knapp Daniele Perfetti auf Porsche RSR 3,0, die Gleichmässigkeitsprüfung gewann der Lokalmatador Kurt Engelhorn auf einem Jaguar D-Type. Glückwunsch!

Bericht Bernina Gran Turismo 2020

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

Motorsport Rendezvous____#2 Int. Sankt Moritzer Automobilwoche

Uiuiui, denke ich, als ich früh am morgen aus dem Fenster schaue. Was für ein Nebel. Und regnen tut es auch. Heute startet das zweite große Event innerhalb der St.Moritzer Automobilwoche. Das „Motorsport Rendezvous“ ist ein Concours d’Elegance der sich hauptsächlich den Renn- und Sportwagen widmet. So etwas ähnliches gab es 1929 und 1930 bereits und soll nun wiederbelebt werden und quasi die Wartezeit vom Kilometerrennen „Alpine 1000“ am vorangegangenen Wochenende bis hin zum Bernina Gran Turismo Bergrennen überbrücken und die rennbegeisterte Klientel bei Laune halten.

Am frühen Morgen werden die Autos auf dem weiträumigen Gelände des Kempinski Grand Hotel Des Bains postiert. Alle wirken noch etwas müde und hoffen auf besseres Wetter. Ein Bentley, der über Nacht draussen gestanden hat, kämpft mit Ladehemmung, knallt und raucht heftig und findet nach einer Weile zu seinem Standplatz. Ihn kennen wir -wie auch viele andere- bereits vom Kilometerrennen. Ein VW Käfer parkt neben einem Alfa Romeo TZ2. Lamborghini Miura neben AC Cobra oder einem Ferrari 250 GTE, der von einem Händler ausgestellt wird. Auch neuere Autos sind dabei. Ferrari Enzo, Pagani Huayra Roadster, zwei Porsche Carrera GT, ein New Stratos oder ein auf Porsche 964 basierender Umbau Kalmar RS-R Prototyp. Welches Fahrzeug nun in welche Kategorie gehört, erschließt sich uns nicht. Auch wird immer wieder umgeparkt, offensichtlich, um die Fahrzeuge von der RM Sotheby’s Versteigerung nach vorne zu rücken. 

Drei Kategorien soll es laut Webseite geben. Movie Cars, 24h of Le Mans und Sports and Special Cars. Was hier in welche Klassen gehört, bleibt im Verborgenen, da sie alle nicht gekennzeichnet sind. Auch sind offensichtlich schon einige Teilnehmer des Bernina Rennens angereist und mischen sich ins Feld.

Nunja, uns ist es egal und wir stöbern über die große Wiese und erfreuen uns am Anblick der exquisiten Exponate. 

Am Mittag lässt der Regen teilweise nach, die Stimmung bessert sich. Und spätestens als Kurt Engelhorn mit dem Mini Cooper durch den Hoteleingang in die Lobby fährt und so das Buffet eröffnet, ist der Tag gerettet.

Mein persönliches Highlight ist es, den Architekten und Designer Carl Magnusson zu treffen und mit ihm einige Details an unseren beiden customisierten Porsche zu erörtern. Er zeigt mir u.a. seine neuesten Modifikationen, die teilweise in Wagenfarbe lackierten Chromringe an den Scheinwerfern, die mit einer 1mm Inbusschraube befestigt sind. Spitze! 

Am nächsten Tag standen einige der Fahrzeuge nochmals zur Schau. Die Sonne schien und die Regentropfen des Vortages waren schon wieder vergessen. Auch kommen die restlichen Teilnehmer für das Bernina Rennen am Wochenende zur technischen Abnahme an. Die meisten fahren nach dem Mittagessen hoch zum Pass, um sich die Strecke schon mal anzuschauen oder aber direkt in der großen Tiefgarage des Hospiz zu verschwinden. Wir fahren hinunter nach La Rösa zur alten Poststation, um noch ein paar Fotos zu machen und freuen uns auf den nächsten Tag. Der Bernina Gran Turismo! 

Motorsport Rendezvous

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

Kilomètre Lancé_ Alpine 1000____#1 Int. Sankt Moritzer Automobilwoche

Der Kilomètre Lancé Wettbewerb war 1929 und 1930 Bestandteil der Internationalen St. Moritzer Automobilwoche, die in diesem Jahr vom 10.-19.September wiederbelebt wird und mit dem Bernina Gran Turismo Bergrennen endet.  

Das „Alpine 1000“ getaufte Beschleunigungsrennen findet nicht mehr auf der sogenannten Shellstraße statt, auf welcher einst Hans Stuck oder Luis Chiron auf Bugatti die Wettbewerbe gewannen, sondern auf der 1,8 Kilometer langen Start- und Landebahn des Engadin Airport. Dieser wird kurzerhand für einige Stunden gesperrt. 

Am Freitag Nachmittag treffen wir die anderen Teilnehmer bereits bei der technische Abnahme und zur Fahrerbesprechung. Eine ganze Reihe von Rekordfahrzeugen sind zusammengekommen. Der Wisconsin Special von Sig Haugdahl kam 1922 mit einem Flugzeugmotor schon auf eine Spitzengeschwindigkeit von 292 km/h. Mit 21,5 Litern Hubraum ist der Blitzen Benz von 1909 ein wahres Monster und lief damals auch schon 228 Sachen. Ein weiterer Rekordwagen ist der Jaguar XK120, der in seiner Epoche als schnellstes Serienfahrzeug galt und mit Norman Dewis den Rekord mit 141 Meilen fuhr. Wenig später verbesserte Jaguar das Resultat nochmals auf 174 Meilen (277 km/h). Ganz besonders faszinierend sind aber die beiden von Pininfarina gestalteten Fiat Abarth Rekordwagen 500 von 1958 und „La Principessa“ von 1960, die in Monza einige Rekorde erzielte, darunter 10.000 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 190 Stundenkilometern. Sie sehen nicht nur atemberaubend aus, sondern ihr 1,0 Liter Motor mit 109 PS macht auch ganz schön Lärm. Gänsehaut pur! 

Lärm machen aber auch eine ganze Menge Motorräder, die das Programm erweitern und teils aus Spanien, Italien oder Deutschland in die Schweiz angereist sind. Sie fahren in verschiedenen Klassen gennant „Classic Sprint,“ „Power Class“ oder „Caféracer Lion Sprint“ auf der 1/8 Meile. Einige auch den vollen Kilometer. Normalerweise treffen sie sich am Glemseck 101, in Monza oder in Montléry, um den Sieg untereinander auszumachen. Wegen Corona konnten sie sich nun seit über zwei Jahren zum ersten Mal wieder sehen. Die Freude war dementsprechend groß. 

Am Abend werden dann noch ein paar Fotos der Rekord-Protagonisten vor der Bombardier Global 6000 geschossen, die hier stationiert ist. Alles vom Flughafen streng überwacht und mit allen möglichen Regeln belegt. Nur fünf Fotografen dürfen aufs Gelände. 

Samstag

Es heißt heute früh aufstehen, denn gegen 8 Uhr bewegen sich die ca 25 Fahrzeuge zum Vorstart auf das Rollfeld, um dann einzeln zum Rennen zu starten. Die Nummern wurden nach Baujahr vergeben. Ich bin mit der 19 dabei und reihe mich mit den alten Rekordwagen, einem Morgan Three Wheeler, Ford Mustang oder Galaxie 500, Jaguar D-Type, Maserati 250F,  TVR Grifith 400 und dem unglaublich lauten Morgan Big Blue ein. Auch ein Porsche 911 RS und ein 964 RS sind mit dabei leisten mir in meiner Gewichtsklasse Gesellschaft.

Dann komme ich dran und starre auf das Mädchen auf dem Strohballen. Sie springt nach oben und reisst die Fahne nach unten. Das ist das das Startsignal. Nur nicht den Motor abwürgen, durch den Helm kommen die Geräusche nur sehr gedämpft ins Ohr. Ich gebe Gas, drehe die Gänge voll aus, den Blick abwechselnd auf die endlos erscheinende Fahrbahn und auf den Drehzahlmesser. 2., 3., 4. Gang. Im 5. Gang bei ca 190 km/h komme ich durchs Ziel. Die Zeit liegt bei gut 27 Sekunden, ganz knapp hinter dem 911 RS. 

Nach einem Probelauf fahren alle nochmals zwei Rennen, dann ist Mittagspause mit leckeren Penne Bolognese in der Flughafenkantine. 

Am Nachmittag starten die Motorräder zum 1/8 Meilen Sprint in Gruppen zu je 16, um im KO System gegeneinander anzutreten. Erst ein Testlauf, dann das Rennen. BMW Schweiz hat als Sponsor die neue R18 Transcontinental im Gepäck. Sie fährt gegen die „ Spirit of Passion“ Aerodynamic Version von Kingston Custom. Das ist aber alles noch recht zivil im Vergleich zu den Maschinen, die danach kommen. Die Moto Guzzi Nosferatu, die Ducati Multistrada Ugly Duck oder die BMW Polizia 1.9 von Dani Weidmann. Großes Kino! Manch einer hat Ladehemmung und das Rennen ist schnell entschieden. Andere Battles fallen deutlich knapper aus. 

Es ist also eine bunte Mischung aus alt und neu, umgebaut oder serienmäßig. Platzhirsch auf der Strecke ist mit Abstand der Bugatti Divo. Er fährt den stehenden Kilometer in 17 Sekunden und erreicht dabei eine Top Speed von 348 km/h bei 1504 PS. Respekt! 

Am Abend wird dann noch ne ganze Weile in der direkt am See gelegenen Reithalle gefeiert, Preise vergeben und bei fetten Burgern, Beats und Bier getanzt.  So muß das! 

Wir denken, das Kilometerrennen sollte unbedingt ein fester Bestandteil der St. Moritzer Automobilwoche werden und kommen im nächsten Jahr gerne wieder.  Zuschauer waren nur wenige da und mussten bei den Rennen -wohl wegen der Corona- und Flughafen-Auflagen- auf Distanz gehalten werden. Vielleicht kann man sich da was einfallen lassen. 

Am Donnerstag stand dann schon die nächste Veranstaltung an. Den Bericht zum Motorsport Rendezvous gibt es in Kürze.

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

Unaffected by Type7 München

Eine bunte Kombination aus Porsche und Kunst gibt es in diesen Tagen im München in den Räumen von Meilenmacher in Obersendling zu sehen. Das erste Type7-Event überhaupt. 

Highlight in der Garage ist ein 917K, lose neben einer Sitzgruppe geparkt. Dazu stellen mehrere KünstlerInnen ihre Arbeiten aus, es gibt Talks zu verschiedenen Themen rund um Kreativität, Live Musik, Food und Drinks.

Neugierig? Dann schaut einfach bis Freitag Abend noch vorbei.

Meilenmacher__Wolfratshausener Strasse 100__81379 München

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

IAA Mobility München


Die IAA ist in München gelandet. Mit neuem Konzept nennt sie sich IAA Mobility, widmet sich neben neben den Autos auch anderen Transportmitteln, hat ein ausgedehntes Programm für Talks und Diskussionen und wird zum ersten mal nicht nur in den Messehallen stattfinden, sondern breitet sich im ganzen Stadtzentrum aus. 
Ob das alles eine gute Idee ist, haben wir uns mal angesehen. 


Am Montag ist der erste Pressetag und wir fahren raus nach Riem. Hierhin gibt es teilweise eine „Blue-Lane“, die wir freilich nicht benutzen dürfen. Nur für Elektroautos oder mit mehr als drei Personen besetzte Vehikel dürfen hier fahren. Die Spur ist heute ziemlich leer, soll aber an den Publikumstagen mit probefahrenden E-Mobilen gefüllt werden. Die potentiellen Neukunden sollen ja nicht im Stau stehen. 

Dass die Liste der Neuheiten, Automobilhersteller und Pressekonferenzen sehr übersichtlich ist, war ja schon im Vorfeld klar. Tatsächlich haben von den großen Herstellern nur Mercedes, BMW, Mini, Renault, VW, Ford und Hyundai einen Stand. 

BMW stellt das kompakte Auto „i Vision Circular“ vor. Rund ist er freilich nicht, vielmehr soll der Name auf die Kreislaufwirtschaft und den Nachhaltigkeits-Aspekt hinweisen, unter dem er gestaltet wurde. 

Bei VW herrscht riesige Verwirrung, wer wann wie auf den Stand darf. Nur mit spezieller Registrierung, später auch der Rest, der in einer langen Schlange genervt wartet. Wie an einem Wochenende quasi. Security überall und man spürt regelrecht die Angst vor einer Störung durch Umweltaktivisten. Zu sehen gibt es den I.D. Life, ein an den Honda E angelehntes Elektoauto aus Öko-Materialien (Holzspäne im Klarlack) mit reduziertem Design gedacht für Einsteiger und junge Leute. Dass das total langweilig aussieht, die spärlichen Kanten unmotiviert über die Flächen wandeln und dazu alles noch mit unterirdischen Proportionen daherkommt ist wohl niemandem vorher aufgefallen. Schade eigentlich, das Konzept hätte ja Potenzial gehabt. 

Chinesische Firmen sind spärlich vertreten. Die Great-Wall-Marke WEY wagt den Sprung auf den deutschen Markt und zeigt uns den Luxus SUV Coffee 01. Daneben steht der Coffee 02 und die Coffee-Bar. Wie passend! 

Bei Mercedes ist auch alles elektrisch, sogar das G-Modell EQG Concept. Dazu noch EQE, EQB, EQS oder den Maybach Concept EQS, ein riiiiieeesigr SUV für die Ölscheichs dieser Welt. Smart zeigt die neue Design-Lineie mit dem Concept#1.

Auf dem Rest der Fläche findet man zahlreiche Zulieferer und zwei komplette Hallen mit E-Bikes, was eigentlich sehr cool ist, wenn man sich dafür interessiert. Nach ein paar Stunden haben wir alles gesehen und ich überlege mir, wer denn bereit ist, dafür 25 Euro Eintritt zu bezahlen. Die armen Zuschauer. Kein Ferrari, kein Lamborghini, kein Porsche. Schöne neue Welt. 

Open Space

Am Dienstag wollen wir uns den „Open Space“ im Zentrum anschauen. Das Wetter ist prima und lädt zum Bummeln ein. Zwischen Königs- und Marstallplatz haben die verschiedensten Aussteller Pavillons oder Stände aufgebaut. Meist zu Inseln zusammengefasst und wohl wegen der Corona Zugangsbestimmungen umzäunt. Und genau das ist das Problem. Zum einen überhaupt mal den Eingang finden, dann den richtigen Eingang finden (Aussteller, Besucher, Presse, was weiß ich…) Jeder sagt was anderes, keiner hat richtig Ahnung. Zum anderen öffnen die meisten Stände erst um 14h oder noch später. Über die Mittagszeit schien es uns die reinste Zeitverschwendung zu sein die ganze Meile abzulaufen. Den Abschuss erlebten wir beim Pop Up Laden von Cupra, wo der Türsteher uns angeblich erst ab 14h, später dann erst ab 19h reinlassen wollte. Was gezeigt wurde, bleibt sein Geheimnis. Einen offiziellen Zeitplan gab es nicht. Wir habe noch nie an einem Tag mit soviel Leuten diskutieren müssen und finden schließlich Zuflucht im „Filmcasino“. Die 20er Jahre Bar wurde von INEOS in Beschlag genommen. Im kleinen Innenraum stand das neue Modell des Geländewagens Grenadier. Die Stimmung dort ist bestens und die Bar und Küche verwöhnten uns vom Allerfeinsten. 

Am Wittelsbacher Platz stehen die Ausstellungsflächen von Audi und Porsche dicht beieinander. Neben den neuesten Taycan Modellen steht der brandheiße „Mission R“. Ein seriennaher Elektro-Rennwagen für den Kundensport. Daneben kann man ein Design Modell des “919 Street” bewundern, welches zwar schon vor vier Jahren gebaut, aber erst neulich in einem Buch veröffentlicht wurde und nun zum ersten Mal in der Öffentlichkeit gezeigt wird. 

Der „grandsphere concept“ steht im House of Progress genannten Messestand von Audi. Imposant und elegant gefällt er uns eigentlich sehr gut. Aber ist das ein Audi? Da haben die Designer mal zu Hyundai, Kia & Co geschielt, die die Messlatte in den letzten Jahren ganz schön hoch gelegt haben. 

Am Nachmittag machen wir eine Probefahrt mit dem Start-up „holoride“. Hier trifft Virtual Reality auf die wahre Welt. Während einer Fahrt durch die Stadt, befindet man sich über eine VR Brille in einem Video Game. Die Fahrdaten des Autos werden in das Spiel integriert und so wird die Welt unseres schießenden Flugdrachen von den Fahrzeugbewegungen und der Geschwindigkeit beeinflusst. Die Idee bietet ungeahntes Potenzial, nicht nur um die Kinder mit Ballerspielen auf langen Autofahrten ruhig zu stellen, sondern auch um Lehrinhalte anschaulich zu vermitteln oder zur Meditation.  

Der Stand von Mercedes-Benz am Odeonsplatz erscheint uns in der Umsetzung der interessanteste. Beindruckend baut er über mehrere Ebenen in die Höhe, verteilt die Ausstellungsstücke luftig und wird von einem bei Dunkelheit farbig angeleuchtetem Netz überspannt und mit Livemusik beschallt. Einfach Klasse! Hier kommt es wirklich zu einer Interaktion von Stand- und Stadt-Architektur.

Und hier steckt -glaube ich- das ganze Potenzial der Veranstaltung. Wenn sich wieder mehr Hersteller zu einer Teilnahme bewegen lassen, die auf die unterschiedlichsten Weisen die Innenstadt bespielen, könnte das ganze ein Erfolgsrezept sein. Ganz nach dem Vorbild der Mailänder Möbelmesse, wo es neben der klassischen Ausstellung viele „Off“ Locations gibt, die oftmals viel interessanter sind, da sie mit vorhandener Bausubstanz arbeiten müssen.

Fazit: Als autobegeisteter Besucher muss man nicht unbedingt nach München kommen, schon garnicht auf das Messegelände gehen. Viele Ausstellungsstücke wurden am Dienstag schon in die Stadt verbracht. Wenn man sowieso vorort ist, kann man sich die kostenlose Ausstellungen in der Innenstadt ja mal anschauen, eines der Elektroautos oder ein E-Bike Probefahren. Zeit und Corona-Zertifikat sollte man aber mitbringen, denn es wird wohl – gerade am Wochenende- zu langen Schlangen an den einzelnen Eingängen zu den eingezäunten Hubs kommen. 

www.iaa.de

Text und Fotos: Markus Haub & Susana der Val

Onassis Weltausstellung 2021__ Porschetreffen Krefeld

Onassis ohne Tom? Nein, das geht einfach nicht. Obwohl er allen spürbar fehlte, war er doch anwesend. In den Herzen und Gedanken der Teilnehmer, auf Aufklebern, Fähnchen oder einem großen Banner mit der Aufschrift „Ride on“, die ihn zum Durchhalten in dieser schwierigen Zeit aufmuntern sollen. Freunde fuhren im Autocorso bei ihm zu Hause vorbei, um zu grüßen und am Vorabend gab es beim Pre-Meeting eine große Charity Aktion unter dem Hashtag #fuckcancer für die deutsche Krebshilfe.  


Das diesjährige Treffen fand auf dem Gelände des Mies van der Rohe Businessparks in Krefeld statt. Der ehemalige Bauhaus-Direktor hatte den Gebäudekomplex in den 30er Jahren für die Firma VerseidAG geplant, einen weltweit führenden Hersteller für Seidenstoffe und Krawatten. Diese kamen dann irgendwann aus China und dann aus der Mode. Nun steht alles unter Denkmalschutz, wird nach und nach restauriert und bot eine tolle Kulisse für ca 300 Porsche, die zur Veranstaltung kamen. 

Knaller waren einige Off-Road und Safari Modelle aus dem Museum, die in der noch ruinenartigen großen Halle im Schutt standen, gleich daneben Ausstellungen von Porsche, Fuchs oder Recaro, umspielt von DJ Tunes und Kaffeegeruch. Den gab es nämlich in der Kantine und Waffeln noch dazu. Alles war also perfekt! 

Die alten Autos waren natürlich im Focus, aber Porsche will ja auch den neuen Kram an Mann und Frau bringen und hat fünf Taycan zur Verfügung gestellt. Zum Spielen quasi. Der geht ab wie ein Zäpfchen, was man freilich auf den durchs Umland führenden Routen nicht so ganz ausfahren konnte. Aber naja. Mir stressten nach einer Weile die ganzen Displays und Funktionen etwas und ich habe mich doch nach meinem alten Auto zurückgesehnt. Der Kauf wird also nochmal aufgeschoben. 

Die PS Party klingt am Abend aus, jedenfalls fahren wir irgendwann nach Hause, als es dunkel geworden ist. Es war Klasse, aber ohne Tom geht es nicht!