SickAlps Final Level__2026

Bei SickAlps steht das Final Level an. Fünf Mal waren wir im Laufe der letzten Jahre dabei und haben uns so hochgearbeitet. Legendär war die erste Tour 2019 , die Kerstin und Moritz organisierten. Scuol im Engadin war der Ausgangspunkt und der Grundstein für die ganze Idee.

Auch die Großglockner Tour 2020 mit 24 Porsches war ein absolutes Highlight und gespickt mit magischen Momenten. Und Frankreich? Der Wahnsinn!!! Endlich mal ans Meer!

Vergesst langweilige Autobahnkilometer und Sonntagsfahrer. Wenn das „SickAlps Final Level“ ruft, mutieren gestandene Autofans zu Kurvenjägern. Unser jüngstes Abenteuer führte uns auf historischen Ursprungspfaden durch die Alpen – inklusive Chill-out, einsamen Pässen und einem sehr gastfreundlichen Hüttenwirt.

Tag 1: Der Startschuss fiel im beschaulichen Bezau in der Nähe von Bregenz, wo die Frühangereisten schonmal einen Tag zwischen „die Füsse hochlegen oder erste Knöllchen sammeln“ wählen konnten. Fahrerjacke oder Bademantel stand zur Wahl, Schwitzen im Auto oder am Pool…

Als dann alle Motoren liefen, ging es über alpinen Traumstraßen: Arlbergpass, das mondäne aber menschenleere Pflaster von Zürs und Lech sowie die Kurven übers Hahntennjoch und hinab nach Imst. Das absolute Highlight dieses ersten Abschnitts? Der Abstecher zum Kaunertaler Gletscher. Auf satte 2.750 Metern Höhe zwirbelten wir uns hoch und waren fast alleine und von Schnee umrandet. Nur ein paar Hippie-Camper und ein Wirt, der uns spontan auf sein etwas tiefergelegenes, frisch renoviertes Gepatschhaus zum Kaffee einlud. Parken auf der Terrasse und super freundlicher Empfang inklusive. Es war die erste deutsche Alpenvereinshütte in Österreich und steht da seit 1873. Ein genialer Boxenstop mit Postkarten-Aussicht, der diesen Tag perfekt abrundete.

Tag 2: Nach einer erholsamen Nacht im idyllischen Mösern hieß es: Vorhang auf für die Königsetappe! Das Roadbook für den Tag las sich nicht wie eine harmlose Routenempfehlung, sondern wie eine Ansage an die Wadenmuskulatur und das Lenkgetriebe: Unser 1968er F-Modell sollte mal wieder ganz schön gefordert werden, satte 341 Kilometer und eine Fahrzeit von über 7 Stunden standen auf dem Programm. Direkt nach dem Start steuerten wir das monumentale Timmelsjoch an. Oben am Pass gab es den obligatorischen, schnellen Kaffee – kurz durchatmen, die frische Bergluft einsaugen und weiter ging das Kurven-Ballett Richtung Jaufenpass.

Mittagessen gabs in der legendären Edelweisshütte. Wer die noch von früher kannte, rieb sich verwundert die Augen. Letztes Jahr komplett abgerissen, präsentiert sie sich heute als ultra-moderner, stylischer Neubau mit Aussichtsterrasse. Das Ergebnis? Ein phänomenaler Blick ins Tal und perfektes Futter für die hungrige SickAlps-Crew. Ein absoluter Pflichtstopp für jeden Alpen-Roadtrip!

Frisch gestärkt rollten wir durch Sterzing und bogen direkt in die Dolomiten ab. Über Alba fraßen sich unsere Reifen durch den legendären Passo di Falzarego. Wer hier nicht laut juchzend im Cockpit sitzt, dem ist fahrerisch nicht mehr zu helfen. Die Felswände der Dolomiten sind immer wieder etwas ganz besonderes. Völlig erschöpft, aber mit einem fetten Dauergrinsen im Gesicht, erreichten wir schließlich unser Tagesziel in Cortina d’Ampezzo. Eingebucht im B&B Passo Tre Croci Cortina, folgte das unbestrittene Ritual eines jeden gelungenen SickAlps-Tages: Das wohlverdiente Bier auf der Terrasse, hier in Form einer Dose Moretti aus dem Kühlschrank an der Rezeption für 3,50 Euro. 

Der finale Tag war noch einmal ein echtes Meisterstück über 324 Kilometer Richtung Süden. Wir ließen den Jaufenpass hinter uns und tauchten tief ein in ein Italien, das sich seine wilde Ursprünglichkeit bewahrt hat. Über Forno di Zoldo steuerten wir Cibiana di Cadore an – das berühmte Bergdorf, dessen Häuser wie eine Open-Air-Galerie Geschichten aus vergangenen Zeiten erzählen. Über Pieve schlängelten wir uns weiter hinein in die Einsamkeit der karnischen Alpen. Fernab der ausgetretenen Touristenpfade fanden wir im beschaulichen Sauris ein Mittagessen, das ehrlicher nicht sein könnte. Deftig und bodenständig. Auf den Tisch kamen ein herrlich würziger Almkäse, der legendäre, leicht geräucherte Schinken, zarter Hirsch und fangfrische Forelle. Frisch gestärkt ging es im sportlichen Rhythmus weiter über Tolmezzo, hinauf zur Sonnenalpe, vorbei an der geschichtsträchtigen Kulisse von Greifenburg, bis uns das Kärntner Drautal wieder auffing. Das große Finale rückte näher: In Mallnitz rollten die Maschinen auf die Tauernschleuse. Die kurze Verschnaufpause im Autozug brachte uns durch den Berg direkt nach Böckstein – und hinein in eine völlig andere Welt. Bad Gastein empfing uns mit seinem unverwechselbaren, herrlich morbiden Charme. Hier, wo die monumentalen Grandhotels der Belle Époque majestätisch die Steilhänge säumen, bezogen wir unser Quartier im schönen Miramonte mit 60er Jahre Kick. An der langen Tafel ließen wir den Abschlussabend bei „Gemischtem Satz“ aus Wien ausklingen, die Kurven der letzten Tage Revue passieren und stießen auf ein echtes Abenteuer in guter Gesellschaft an.

Schön war’s – und mal sehen, was nach dem Final Level kommt. Ideen gibt es ja genug…Danke Kerstin, danke Moritz!

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val

2023: Italien https://www.garagex.de/sick-alps__level3-italien/

2022: Frankreich https://www.garagex.de/sick-alps___level-2-frankreich/

2020: Großglockner https://www.garagex.de/sick-alps-ride-thru-2020/

2019: Premiere https://www.garagex.de/sick-alps-ride-thru/

SICK ALPS: https://driving-department.com