Chantilly Arts & Elegance Richard Mille 2026

Alle zwei Jahre findet nördlich von Paris das Chantilly Arts & Elegance Richard Mille statt. Ich war 2015 bei der zweiten Ausgabe mal da, also war es höchste Zeit wieder hinzufahren, um sich die Preziosen im Schlosspark anzuschauen.

Der Samstag Nachmittag war noch ruhig, die Autos wurden in Position gefahren und der grobe Staub entfernt, bevor am Sonntag morgen der Trubel losgingt und sich das Schloss Chantilly im Lack der in Gruppen aufgereihten Concours-Teilnehmer spiegeln konnte. Auch die Jury drehet schon die ersten Runden, um Schmuckstücke zu begutachten und Favoriten zu sondieren. Die Klassen waren vielfältig. Von Vorkrieg, Originalzustand, Delahaye, Bugatti-Rennwagen, Langstrecken-Barchettas bis hin zu Ferrari 12 Zylindern, 60 Jahre Lamborghini Miura oder Hommage an Ercole Spada. Die Preise in der Klasse „ Ford & Shelby“ übergab der Enkel von Caroll Shelby, Aaron Shelby höchstpersönlich und hatte sichtlich Spaß an der Sache. 

Spektakulär die Klasse der Originalfahrzeuge der Tour de France Automobile: Ferrari 250 GT Europa oder SWB Berlinetta Competizione, Matra MS 650, Lancia 037 Evo1 oder Porsche 356 A Carrera GT, 911 2.6 ST, Carrera RS 2.7 oder der einmaligen 356 Carrera GT Speedster Zagato von 1959. 

Besonders umringt von den jüngeren Besuchern war die Reihe der   „GT1, the golden Age of Grand Touring“. Ferrari F40, McLaren F1 GTR, Porsche 911 GT1 oder der Nissan R390 GT-1 von 1998, der dem Rennfahrer Eric Comas gehört. Er ist das einzige jemals in private Hand übergegangen Chassis des Typs und wurde von ihm als straßenzugelassenes Unikat umgebaut und hier präsentiert. Er errang damit den Klassensieg. 

Bugatti hatte ganz schön aufgefahren. Im Mittelpunkt stand das brandneue Einzelstück „Brouillard“ aus dem Solitäre Programm, welches am Vorabend seinem neuen Besitzer feierlich übergeben wurde. Daneben ein Mistral und eine ganze Reihe von Veyrons, dem man seine inzwischen 20 Jahre nicht ansieht. 

Alpine hatte zum 70 jährigen Jubiläum den neuen A290 Rallye mitgebracht und das Concept Car „Beware of the Crocodile“, welches in Zusammenarbeit mit Lacoste entstanden ist. Die rote Zunge gab dabei die Grundidee…

Zwischen Autos, Heißluftballon, Segelboten oder historische Jahrmarktspielen verging die Zeit im Fluge. Am Mittag holten wir uns unseren Picknick Korb ab, der mit allerlei Leckereien und Geschirr gefüllt war und zogen uns damit zurück zur Pause im hübsch dekorierten „Chantilly-Chic“ Bereich, ganz in der Nähe waren der Clubs und stärkten uns so für die Parade am Nachmittag, die rund um das Bassin Central mit anschliessender Preisverleihung abgehalten wurde. Best of Show (Vorkrieg) errang der Delage D8 SS von 1933, und die Nachkriegswertung gewann der wirklich fantastische Ferrari 410 Superamerica von 1956. Herzlichen Glückwunsch! 

Fotos und Text: Markus Haub & Susana de Val