Rétromobile Paris 2026

50 Jahre Rétromobile, auf nach Paris! Noch bis zum 1. Februar 2026 ist das Messegelände an der Porte de Versailles das Epizentrum der Automobilkultur. Zum Jubiläum der Messe erwartet Besucher ein volles Programm aus Ausstellungen und Auktionen in der ganzen Stadt.


Im Carrousel du Louvre hat RM Sotheby’s seine Exponate verteilt und u.a. einen Ferrari 250 GT California Spider oder einen blauen 250 GT LWB Berlinetta „Tour de France“ im achtstelligen Eurobereich zum Kauf angeboten. Artcurial hatte es sich in der Tiefgarage des „The Peninsula“ Hotels bequem gemacht und Gooding Christie’s zeigte seine Preziosen auf der Messe selbst. 

Dort war am Dienstag der Eröffnungsabend im Pavillon 7, dem neuen Heim der Messe. Aus Platzgründen und Logistik war der Umzug hierher nötig. 72000m2 stehen nun auf drei Etagen zur Verfügung und bei Champagner und Häppchen konnte man allerlei Highlights entdecken.

Absolut sehenswert war die monumentale Ausstellung rund um den legendären Bugatti-Autorail. In Zusammenarbeit mit der Cité du Train und dem Musée National de l’Automobile wurde der letzte noch existierende von einst 88 gebauten Triebwagen präsentiert. Angetrieben wurde er von vier Bugatti-Royale-Motoren und kam so auf 192 km/h Höchstgeschwindigkeit. Und das in den 30er Jahren! Kurios war der Führerstand, der sich in einem Dachaufbau über dem Maschinenraum in der Wagenmitte befand. Daneben standen ein Typ 32 „Tank„ von 1923, ein Typ 47 oder ein Typ 56 electric.

Parallel dazu feierte die BMW Art Car Collection ebenfalls ihr 50. Jubiläum. Erstmals in der Geschichte der Messe werden alle sieben BMW Art Cars, die jemals bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start gingen, gemeinsam ausgestellt. Zu sehen sind unter anderem der berühmte BMW M1 von Andy Warhol (1979), der 3.0 CSL von Alexander Calder (1975) und das neueste Werk von Julie Mehretu (2024). Sie bilden den Auftakt der BMW Art Car World Tour.

Der Stand von Citroën hat uns besonders gut gefallen. Einzigartige Showcars und Prototypen aus allen Epochen wurden aus dem Keller geholt und hier nun mal wieder gezeigt. Spektakulär ist der 3-Sitzige „Karin“ von 1980. Die extrem futuristische Karosserie in Form einer gestutzten Pyramide wurde von Trevor Fiore entworfen. Das Dach ist so schmal, dass es kaum größer als ein DIN-A3-Blatt ist. Daneben stehen ein 2 CV A von 1939. Er ist einer von vier überlebenden der ursprünglich 250 Prototypen und sollte auf dem Pariser Autosalon im selben Jahr ausgestellt werden. Doch der Krieg kam dazwischen. Von 1956 stammt der C10 genannte Aerodynamik Experimentalwagen in Tropfenform, der es mit dem Motor des 2CV  auf 100 km/h Höchstgeschwindigkeit brachte. Der Xanae stammt von 1994 und bereitete den Weg für den Xsara Picasso, während im Activa von 1988 Allradlenkung oder Head-up Display verbaut wurden. Im C-Cactus  von 2007 wurde mit recycelbaren Materialien, Leichtbau und Gleichteileprinzip experimentiert. Ganz neu ist der ELO, ein innovatives Raumkonzept mit Lounge-Atmosphäre, der in Zusammenarbeit mit Decathlon realisiert wurde. 


Darüber hinaus feiert Peugeot den 205, Renault den Clio, Honda den Prelude, Mazda 30 Jahre Sieg bei Le Mans mit dem 787B, Volkswagen 50 Jahre GTI und DS die Historie der Präsidentenlimousinen von Charles de Gaulle, George Pompidou oder Emmanuel Macron. 

In der dritten Etage schlägt das exklusive Herz der Rétromobile 2026. Hier residieren die weltweit renommiertesten Händler für klassische Automobile und präsentieren Fahrzeuge im sieben- bis achtstelligen Preisbereich. Lukas Hüni AG, Fiskens, Girardo & Co oder Simon Kidston, der sein20 jähriges Jubiläum u.a. mit dem Aston Martin DBS aus dem James Bond Streifen „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ feiert.


Fotos & Text: Markus Haub