Retro Classics Stuttgart 2020

20 Jahre Retro Classics. Die Messe ist erwachsen geworden und feierte das Jubiläum mit allerlei Tam-Tam. Ich stürzte mich letzten Donnerstag ins von der Corona Angst leicht dezimierte Getümmel und ging durch die 9 Messehallen auf der Suche nach rarem Blech. 

Gleich am Eingang im Atrium stolperte man über die unglaubliche Sonderausstellung mit Gulf Rennfahrzeugen der ROFGO Gulf Heritage Collection. Besitzer und Rennsportfan Roald F. Goethe hatte 23 der insgesamt 43 Fahrzeuge ausstellen lassen und man wird diese so wohl nicht so schnell wieder zu Gesicht bekommen. Hingucker waren natürlich der Ford GT40 und der Porsche 917K, aber auch der Porsche 908/3 und der Mirage M1, der allererste Wagen, der die Gulf Lackierung trug.

Ein anderes Highlight waren die 17 in Halle 10 ausgestellten Voisins. Nur ca 240 Exemplare der Vorkriegs-Marke haben die Zeit überlebt. 

In Halle 1 boten die Premium Händler ihre Ware feil. Auch Porsche hatte hier seinen Stand. Zu sehen gibt es Vehikel unter dem Schwerpunkt innovative Visionen. Die Zeitreise führt vom Lohner-Porsche „Semper Vivus“, der als das erste funktionsfähige Vollhybrid-Fahrzeug der Welt gilt, über ein Cayenne Entwicklungsfahrzeug mit Hybridantrieb und den 918 Spyder Rekordwagen bis hin zum neuen Elektrosportwagen Taycan Turbo S. Darüber hinaus stellte der Sportwagenhersteller zwei der wichtigsten Fahrzeuge der Markengeschichte aus: Den ersten jemals gebauten Porsche, den 356 „Nr. 1“ Roadster, sowie den ältesten 911 in Museumsbesitz, gebaut noch als Typ 901 mit der Produktionsnummer 57 und bekannt geworden als Scheunenfund aus der Sendung „Trödeltrupp“.

An die 4000 Autos galt es zu bestaunen, Oldtimer, Youngtimer und Neo Klassiker. Eines meiner persönlichen Lieblinge war der winzigkleine, einem Fiat Dino Spider mit Hardtop nicht unähnliche,  perfekt restaurierte Fiat Moretti 850 Sportiva Coupe. 

Retro Classics

Mit dem 964er unterwegs in Berlin

Am Ende des letzten Jahres waren wir ein paar Tage in Berlin unterwegs. Hauptstadt schnuppern und ein paar Orte besuchen, an die ich schon immer mal zum Fotografieren wollte. Flughafen Tempelhof, Stasimuseum oder der Teufelsberg z.B.

Aber auch die Innenstadt biete jede Menge an Locations mit interessanten Motiven. Besonders gut sieht der 911er vor der East-Side Gallery aus oder auf dem RAW (Reichsbahnausbesserungswerk) Gelände aus, auf welchen alternative Kulturprojekte stattfinden und sich Clubs, Bars und Galerien angesiedelt haben. 

Auch am Cafe Moskau machen wir am letzten Tag kurz Halt, bevor wir weiter nach Dessau zum Bauhaus fahren. Aber hier wollen wir demnächst noch mal hin, wenn es wieder etwas wärmer geworden ist…

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Stasimuseum__Berlin

Das Stasimuseum befindet sich im Haus 1 auf dem ehemaligen Gelände der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit im Bezirk Lichtenberg. 

Nach dem Mauerfall wurde das Gebäude im Januar 1990 von Demonstranten in Besitz genommen, nur eine Woche später wurde beschlossen, hier eine „Gedenk- und Forschungsstelle“ einzurichten, welche dann auch tatsächlich ab November mit einer Ausstellung eröffnet wurde. Seitdem ist Haus 1 für die Öffentlichkeit zugänglich. 

Wir waren bei der englischen Führung um 15h dabei, die über fast 2 Stunden spannende Einblicke in die Überwachungstechnik und Methoden des DDR-Geheimdienstes bietet. Anhand von Einzelschicksalen werden die Auswirkungen auf die Menschen erzählt.

Das Herzstück des Museums bilden die historischen Diensträume Erich Mielkes, dem letzten Minister für Staatssicherheit der DDR, die noch originalgetreu erhalten geblieben sind. 

Stasimuseum

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Teufelsberg Berlin

Der 120m hohe Trümmerberg im Westen Berlins ist ein geheimnisvoller Ort, errichtet aus 100 Millionen Kubikmeter Schutt der vom Krieg zerstörten Gebäude. Die Amerikaner bauten dann hier zur Zeit des Kalten Krieges eine riesige Abhörstation mit fünf Antennenkuppeln, verließen sie aber 1992. Danach wurde die Anlage noch zur Überwachung des zivilen Luftraums genutzt, verfiel nach 1999 jedoch, da sich ein Bauprojekt mit Hotelanlage, Spionagemuseum und schicken Wohnungen nicht realisieren ließ. Erst 2010 gelang es, auf der vom Vandalismus gezeichnete Anlage so was wie einen geregelten Besucherbetrieb zu ermöglichen und eine Graffiti-Galerie- die größte Europas zu initiieren. 

Lohnt sich ein Besuch? Ich hatte in einigen Foren versucht das zu recherchieren. Von Diner geführten Tour wurde meist dringend abgeraten und auch sonst war der Zustand als total vermüllt und keineswegs interessant beschreiben worden. 

 Wir sind also trotzdem hingefahren und wurden nicht enttäuscht. 

Nach einigen Kilometern durch den Wald geht es ein Stück bergauf und man kommt an die umzäunte Anlage. Parken kann man bequem direkt unterhalb des Eingangs neben einigen bunt bemalten Schrottautos. Über eine Treppe gelangt man direkt auf das Areal. Es ist Ende Dezember und nur einige wenige Besucher schlendern herum.  Trotz aller Zerstörung ist es nicht gammelig. Die Kunst ist allgegenwärtig und grandios. Die beste Galerie von Berlin! Unzählige, riesen grosse Murals scheinen erst vor Kurzem hier entstanden zu sein. Keine Ecke blieb unbemalt. Wir stoßen auf das “Institut für alles Mögliche” oder die “Praxis für Wahrnehmungschirurgie”. Im Garten finden wir Baumhäuser, von überraschender architektonischer Qualität.  Manche Gebäudeteile sind nicht begehbar, auch auf den großen Turm kann man derzeit nicht hinauf. Andere sind jedoch geöffnet und zeigen eine Art riesigen Ausstellungs- -wohnraum im Alt-Berliner Kneipenstil . Es war wohl frührer die Kantine.  Bilder hängen an den Wänden, Sofalandschaften schaffen Gemütlichkeit, einige Bierflachen stehen noch herum und zeugen von der letzten Party. Es sieht bewohnt aus. Das alles ist durchaus inspirierend, auf jeden Fall einen Besuch wert und wäre es Sommer, wären wir gerne noch länger geblieben , um den Blick vom höchsten Berg Berlins ausgiebig bei einem lauen Lüftchen zu genießen. Aber heute wird es um vier Uhr schon dunkel und so setzten wir unseren Berlin Besuch andernorts fort.  

Teufelsberg

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Flughafen Berlin Tempelhof

Ziemlich verlassen zeigt sich das Gelände rund um die Gebäude des Zentralflughafens Tempelhof. Wir haben uns zur Führung um 13:30h angemeldet, sind etwas zu früh und wollen noch ein paar Fotos direkt vor dem Hauptgebäude machen. Zu unser Verwunderung ist der Parkplatz völlig leer, wir ziehen einfach ein Parkticket und stellen und hin. Wahrscheinlich gibt es rundherum genügend kostenfreie Möglichkeiten. Uns war der Spaß und die Fotos aber einen Euro/Stunde wert. 

Die Geschichte…

Als hier auf dem Gelände Orville Wright 1909 Demonstrationsflüge vor hunderttausenden von Zuschauern absolvierten und den ersten Passagierflug der Welt durchführten, konnte man die Populärität des Tempelhofer Flughafen schon erahnen. Die ersten planmäßigen Flüge starteten 1923 und ab 1926 nutzte die neu geschaffene Lufthansa ihn als Heimat.

So wie wir die Gebäude aber heute kennen wurden sie zwischen 1936 und 1939 von den Nazis erbaut und zu ca 90% fertig gestellt. Die Tribünen auf dem Dach der Anlage für 80000 Zuschauer, die den propagandistischen Flugshows beiwohnen sollten, sowie die Treppentürme blieben wegen des Krieges unvollendet. Mit seinen 1,2 Kilometer Länge und 9000 Räumen war es einst das größte Gebäude der Welt und wird heute nur vom Pentagon und dem Parlamentspalast in Bukarest übertroffen.

Nach dem Krieg übernahmen die Amerikaner den Flughafen. Während der Berliner Blockade von 1948-49 diente er als Hauptdrehkreuz für die Luftbrücke (link), welche die Versorgung der Bevölkerung mit Lebendmitteln und Kohle gewährleistete. Insgesamt führten die Amerikaner zusammen mit den Engländern knapp 280000 Flüge und somit die größte humanitäre Hilfsaktion der Geschichte durch. 

Ab 1951 wurde Tempelhof wieder für die zivile Luftfahrt freigegeben und schloss erst nach dem Neubau von Tegel 1975 die Tore. 1981 nahm man den Betrieb erneut auf, und nach der Wende wurden bereits 400000 Passagiere gezählt, ab 2008 war dann aber endgültig Schluss. Die Landebahnen waren einfach zu kurz und es war unmöglich ihn rentabel zu betreiben. 

Währen der zweistündigen Führung bekommen wir  zahlreiche Einblicke in die verschiedenen Etagen und Abschnitte und auch in die Bunkeräume in einem der drei Untergeschosse, die für 40-60 Personen ausgelegt waren und deren Wände zur Unterscheidung und Orientierung mit Kinderzeichnungen im Stil von Wilhelm Busch bemalt wurden. 

Auch sehen wir den nie fertig gestellte Ballsaal über der Abfertigungshalle, der von den Amis zu einer Basketballhalle umfunktioniert wurde. Interessant sind ebenfalls die Informationen über die Entnazifizierung des Gebäudes nach dem Krieg. Sichtbare Zeichen des Regimes wurden abmontiert, aber auch die monströsen Proportionen einiger Räume wurde zu kaschieren versucht. 

Damals betrat man das Hauptgebäude durch eine der 21 Türen in der mit Muschelkalk dekorierten Schaufassade und gelangte zunächst in die Eherenhalle. Diese war 90 Meter breit, 9 Meter tief und unglaubliche 15 Meter hoch. Durch den Einzug einer Zwischendecke aus Beton wurde die Höhe drastisch reduziert, um sie unscheinbarer wirken zu lassen. Der oberhalb gelegene rund 10 Meter hohe Raum ist jedoch im Rahmen der Führung begehbar und erzählt anschaulich mit seiner stark beschädigten, schwarz gewordenen Stuckdecke vom Monumentalismus jener Zeit. Ebenso wurde in der gigantischen Haupthalle die Decke von ursprünglichen 19 Metern um 4 Meter abgesenkt.  

Der Flughafen steht seit 1995 unter Denkmalschutz und wird als Eventfläche, Filmkulisse, Flüchtlingsunterkunft oder Bürogebäude genutzt. Derzeit werden weitere Bereiche saniert und demnächst zur Büronutzung freigegeben.

Flughafen Tempelhof

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

Autostadt Wolfsburg_Zeithaus

Mein letzter Besuch in der Autostadt ist schon über 10 Jahre her. Damals noch mit dem Karmann Ghia. Also konnte man eine erneute Visite mal wieder in Betracht ziehen. Genau genommen waren wir auf der Suche nach einem Zwischenziel auf dem Weg nach Berlin. Und das passte ganz gut. Zumal auch in der Weihnachtszeit das Freigelände zur Winterwelt wird und mit Eislaufbahn, Wintermarkt und unzähligen Lichtern geschmückt ist. Gesagt getan also. Auf zum Glühweintrinker nach Klein -Sibirien…


Wir kommen am frühen Nachmittag an, checken im Hotel ein und haben den ganzen Nachmittag, um das 28 Hektar große Gelände zu erkunden, welches in weihnachtlichem Schmuck glänzt. Hier und da steht ein Käfer mit Ski oder Geschenken dekoriert herum, im Hintergrund rauchen und dampfen die vier riesigen Schornsteine des Kraftwerks, die als Adventskerzen beleuchtet sind. Auf der Eisfläche geht es turbulent zu, genau wie an den Buden. Lange Schlangen zeugen von der Popularität des Markenareals. Für die kleinen Besucher wird auf der Eisfläche zweimal am Abend eine Tabaluga-Eislaufshow gezeigt. So kann Papi in Ruhe Autos schauen gehen. 


Das Zeithaus schliesst schon um 18 Uhr und so entscheiden wir, es am nächsten Morgen zu besuchen und statt dessen uns vor dem Abendessen noch ein wenig im Pool aufzuwärmen. Auch hier ist der Blick auf die Fabrik unvermeidbar und schlicht spektakulär! Man scheint an einen unwirklichen Ort in einer anderen Welt verschlagen worden zu sein. 

Neben den permanenten Exponaten gibt es derzeit noch eine Sonderschau im Erdgeschoss zum Thema “Brasilianische Exoten“. Anlass ist der 60. Jahrestag der Werksgründung in Anchiete, dem ältesten Standort ausserhalb Deutschlands. Klar, dass hier ein SP2 steht, aber auch ein cooler Gurgel X-12, ein Kombi oder der Brasilia.

Zeithaus

Autostadt

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

IKIGAI Nights __SIGHT Magazine 001

„Wofür es sich zu leben lohnt!“. So könnte man es wohl am besten übersetzten. “Findet oder hat ein Mensch sein ‘ikigai’, bewirkt es für ihn ein Gefühl der Lebensfreude und damit der inneren Zufriedenheit.” …kann man bei Wikipedia nachlesen. In der Praxis war es eine sehr cooler vorweihnachtlicher Porsche –Abend mit Freunden und einigen Highlights. 

Tom Gaedtke von Onassis hat mit seinen Kumpels ein Fotostudio in Düsseldorf gemietet und den Teilnehmern der Veranstaltung ein paar schöne Stunden mit japanischem Einschlag beschert. Präsentiert wurde ein Porsche 962C  im Rennlook von Takefuji, welcher mit den Fahrern Jean Alesi, Will Hoy und Dominic Dobson 1989 bei den 24 Stunden von Le Mans antrat. 

Nach einigem Warten wurde dann das zweite Türchen zu einem weiteren Studioraum geöffnet. Es verschuf uns Einlass zum Sushi Catering, aber vor allem auch zur Präsentation der ersten Ausgabe des neuen Print Magazins SIGHT.  Auf 132 Seiten huldigt es der Automobil-Fotografie, erzählt Geschichten aus der Porsche Community in der ganzen Welt. Sogar unser legendärer erster Sunset Drive ist mit einer Fotostory von Frederic Schlosser enthalten. Ein starkes Heft also! Die nächste Ausgabe erscheint im Sommer 2020. Wir sind schon gespannt…

www.sight-mag.com

Ceramic Curves Project

Ceramic Curves ist das neueste Projekt des Künstler- und Fotografen-Duos Susana de Val und Markus Haub. Sie bringen Linien und GPS Koordinaten auf Keramikteller und zeichnen so einige der Alpenpässe nach, die sie auf ihren letzten Reisen in die Schweiz und nach Italien befahren haben. Stelvio, Furka oder Grimsel. Alle haben einen charakteristischen Kurvenverlauf und sind so leicht zu identifizieren. Eine simple Linie schlängelt sich über die raue Oberfläche des handgemachten Tellers. Ein kleiner Punkt markiert die höchste Stelle des Passes. Der Rand ist ein wenig wellig und nicht perfekt. Ihn säumt ein kurzer Text, der die Gedanken zum Abschweifen bringt, genau wie man manchmal auf einer solchen Reise in Gedanken versunken seine Strecke zurücklegt, einfach nur fährt und die Landschaft genießt oder die nächste Kurve als Ziel hat.

“Die Alpenpässe sind Orte, an denen man Schönheit genießen kann, sich mit dem spirituellen Teil des Menschen verbinden, dem Leben Ehre erweisen kann, welches man in jeder Kurve spürt. Das Wesen des Berges ist da, auch wenn sich die Oberfläche mit den Jahreszeiten ändert.” Markus und Susana wollten in ihrem Projekt dieses Wesen durch Schlichtheit bewahren.

16 einmalige Teller

Die Serie besteht aus insgesant 16 Tellern. Sechs Straßenmotiven, die in zwei Farben erhältlich sind. Weiß wegen des  Schnees und schwarz für die wunderschönen Sternennächte. Positiv und negativ. Ergänzt wird sie von vier weißen Tellern, die Zeichnungen des umgebauten Porsche von Markus Haub mit der Fahrgestellnummer 9110101621 zeigen. Dieser diente als Gefährt auf den meisten der Reisen.

Jeder Teller hat einen Durchmesser von 21cm und ist auf der Rückseite signiert und kostet 95 Euro.

Die Kunstwerke entstanden in Zusammenarbeit mit Ima Garmendia, die die Teller in ihrem Atelier in Barcelona herstellte. Zunächst werden die von Hand in einer Form modelliert, dann gebrannt. Mit einer Transferfolie wird das Motiv aufgebracht und muss erneut für zwei Tage bei 820 Grad in den Ofen. So entstehen in einem langwierigen  Prozess einmalige Objekte. Im schlimmsten Fall kommt zu Rissen beim Brennen, dann muss alles wiederholt werden. 

Mehr Info und Kontakt: Markus Haub Artist

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Stelvio: 

Das Stilfser Joch ist mit 2757m der höchste asphaltierte Gebirgspass Italiens und gleichzeitig der zweithöchste der Alpen. Die 50 Kilometer lange Strecke wird von 87 Kehren gesäumt, die dem Auto alles abverlangen. Wir sind die Strecke schon zweimal gefahren. Im Herbst 2017 und im Juni diesen Jahres. 

Furka und Grimsel:

Diese beiden Pässe liegen direkt nebeneinander und gehören zu den schönsten der Schweiz. Auf dem Furka wurden 1964 einige Szenen des James Bond Klassikers Goldfinger gedreht. Hier liegt auch das legendäre Hotel Belvedere, von welchem aus man Zugang zum Rhonegletscher hat. 

Gran San Bernardo:

 Er ist 2469m hoch und verbindet das schweizer Rhonetal mit dem Aostatal in Italien. Wo einst schon die Römer die Alpen überquerten, entstand um 1050 das Hospitz, welches dem Pass auch den Namen gab. Hier wurde auch die Hunderasse Bernhardiner als Rettungshunde für Lawinen-Opfer gezüchtet. Diese kann man heute im Sommer immer noch besuchen oder eine Wandertour mit ihnen buchen. Zur Suche nach Verschütteten werden sie heutzutage nicht mehr eingesetzt. 

Gotthard: 

Der Gotthard ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen, um die Alpen zu überqueren. Die engen Serpentinen der kopfsteingepflasterten Tremola Strasse an der Südflanke sind spektakulär. Auf vier Kilometern überwindet man mit 24 Kehren 300 Höhenmeter. Wir haben die Strasse 2017 bei unserer ersten Ausfahrt mit dem 911 befahren und einige legendäre Videosequenzen gedreht. In völliger Einsamkeit und bei aufsteigenden Nebelschwaden wand sich unser Auto über die Strasse hinauf zum Hospitz, wo wir am Abend angekommen waren. 

Bernina:

Der Pass ist 33 Kilometer lang, führt von der Schweiz nach Italien und wird ganzjährig offen gehalten. Auf der Westseite wird er geflankt von der Bahntrasse, die bis auf 2253m führt und somit die höchste der Alpentransversale ist. 

Racing Legends @ M POP-UP Gallery

Einige Exemplare der Racing Legends Serie sind derzeit in meiner POP-UP Gallery in Barcelona zu sehen. Noch bis zum 16. November fülle ich die Räume in der kleinen Seitenstrasse nahe des Santa Caterina Marktes mit Leben und meinen Bildern. Ein bunter Mix grosser und kleiner Formaten, aus aktuellen und älteren Arbeiten, Stadtansichten von Barcelona, New York, Tokio und Paris oder Siebdruck-Experimente. 

Dazu gibt es jede Menge Veranstaltungen. Nach der Opening Party gab es ein Rumba Konzert. Nächste Woche ist wieder voll mit Veranstaltungen. Poesie, Konzerte und ein Tarantino-Abend in Anlehnung an die legendäre Party 2016 in meinen Atelierräumen. Hierzu werde ich extra einige Werke mitbringen.

M POP-UP Gallery ____Carrer de les semoleres, 10____08003 Barcelona

Mehr Info zu den Racing Legends gibt es hier.

Mehr Infos zu den Aktivitäten in der M Studio Space & Gallery hier.

Endless Summer…

Was für ein Sommer! Viele Ausfahrten habe ich gemacht, alleine oder mit Freunden, durch die Region oder in die Alpen. 


Schon im Mai stand die erste große Tour an, die Zylinderwallfahrt von München aus nach Italien. Dann im Juli die Sick Alps Ride Thru– Pässetour ins Engardin und schließlich noch im September eine feine Saisonabschlussfahrt in die Dolomiten und über den Großglockner. Dazu noch das CREWSN POP UP in Frankfurt, das PRE800 CREWSN, das Onassis800 und das Porsche Leben & Friends Treffen. Alles mit dem Porsche 9110101621, der dieses Jahr mal wieder schön Kilometer auf den Zähler bekommen hat. Insgesamt an die 20000 hat er jetzt schon. Jetzt läuft er auch endlich richtig. Die Testfahrten sind hoffentlich vorbei.

Aber ich war mit ihm auch oft nur mal für eine Fahrt um den Block unterwegs. OK, der Block war ziemlich gross und ein, zwei Stünchen Gassigehen musste schon sein. 🙂

911 SWB

Aber auch der SWB 911 kam das ein oder andere Mal aus der Garage. Keine große Ausfahrt zwar, aber immerhin für die Rheinhessenrallye und auch einige kleine Ausfahrten kam er raus. Und das war eigentlich das Schöne diesen Sommer. Es ist die Zeit, wenn die Tage lang sind, die Felder abgemäht werden und sich die Landschaft jeden Tag ändert. Die vielen abendlichen Überlandfahrten, auf welchen ich einige  wunderschöne Routen entdeckt habe und sie immer wieder gefahren bin. So entstand auch die Idee des Sunset Drives. Mit ein paar Gleichgesinnten nach Feierabend durchs Hinterland düsen und die schönste Zeit des Tages geniessen. Insgesamt gab es drei Fahrten in drei Wochen, bei denen stetig mehr Teilnehmer zusammenkamen. 

Legendär war natürlich der erste Trip. Es war der heißeste Tag des Jahres, nein sogar der heißeste jemals gemessene Tag in Deutschland. In Mainz hatten wir 40 Grad und man schwitzte schon beim Nichtstun. Also ins Auto, Fenster auf und ab die Post! Einmalig schön, unwiederholbar. Frederic Schlosser kam auch mit und hat die Fahrt mit seiner Kamera eingefangen.

Sunset Drive #1, Sunset Drive #2, Sunset Drive #3

Mini 850 Van

Mit dem Mini ist es ja so eine Sache. Er läuft zwar prima, der schnellste ist er aber nicht. Letzendlich kommt man aber auch ans Ziel. Das war in diesem Jahr neben der ein oder anderen Rheinhessischen Landstrasse das Mombacher Industriegebier und der neue Zollhafengelände. Hier liegt die Errichtung des neuen Stadtquartiers in den letzten Zügen und es gibt die eine oder andere spannende Ecke zum fotografieren.

Ferrari 308 GT4

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Der Ferrari kam auch etwas zu kurz dieses Jahr. Dennoch. Für ein paar Fahrten hat es gereicht. Ein Highlight war Ende Mai das Photoshooting mit meinem Bruder und der Pagode im Frankfurter Osten. Auch die Fahrten nach einem geeigneten Sonnenuntergangspunkt für den Sunset Drive #2. Da bin ich ganz schön rumgefahren. Alles sollte ja perfekt sein. Dass es nicht einfach ist, die Strecke so zu bemessen, dass man genau pünktlich zum Sonnenuntergang an einem festen Zielpunkt ist, habe ich ja gemerkt. Man fährt immer mit Verspätung los, mal geht einer verloren und man muss warten und was sonst noch alles passieren kann. Am Ende war es trotzdem geil und hat allen Spass gemacht.

Die V8 Fahrt zusammen mit mit Lars und Alessia im September war dann der Abschluss. Es wurde schon früher dunkel und auch recht frisch. Der Sommer war vorbei und es bleibt nur das Warten auf das nächste Jahr…

V8 Ausfahrt___GT4, R107 und ein Fury

Mitte September zum spontanen Sunset Drive mit Freunden? Klar! Das Problem ist, dass die Sonne schon um halb acht untergeht, man muss also früher los. Kurz auf knapp sollte es klappen…. 

Ein 420er Benz, ein Fury und ich im Dino 308 GT4. Eigentlich waren es also drei 8-Zylinder Wagen, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Ins Ziel kamen leider nur zwei, der Fury fiel unterwegs aus. Ein Zündungsproblem machte ihm zu schaffen und so stand die verfrühte Rückreise auf dem Zettel. 

Die beiden anderen schafften es zum geplante Etappenziel in Ruppertsecken -wo schon der legendäre erste Susnset Drive #1 im August hinführte- und wurden mit unbeschreiblichem Blick in die Landschaft und einem Bier belohnt. Wir blieben, bis es dunkel wurde und auch recht frisch und erfreuten uns an den sich im Licht der untergehenden Sonne verändernden Spiegelungen im Blech unserer beiden Klassiker.

Alessia war auch wieder dabei und machte fleissig Fotos und postete Stories auf Instagram. So konnte die Welt teilhaben an unserer schönen Tour. Es war wohl die letzte in diesem Jahr…

Fotos: Alessia Ombrella, Lars Bergmann und Markus Haub

Porsche Leben & Friends Treffen

Porsche Leben & Friends war das Motto des zweitägigen Porschetreffens im Roka Werk im Merenburg bei  Limburg. Das Wetter spielte mit und so war ganz schön was los! Und das war gut, denn schließlich wurde Geld gesammelt für die Kinder-Schlaganfallhilfe, sowie die Bärenherz Stiftung, die sich um schwerstkranke Kinder kümmert. 

Ich komme erst am Sonntag Mittag, aber wie ich höre, war der Samstag auch schon gut besucht Es gab auch eine Ausfahrt durch den Westerwald, anschließend wurde gechilled und gegrillt. 

Der Tag ging früh los, jeder konnte am Teilemarkt mitmachen und seinen Kram aus dem Kofferraum verkloppen, es gab Auto Kunst und für Essen war auch gesorgt. Alle ankommenden Teilnehmer wurden bei der Einfahrt komplett mit Auto gewogen und sollten ihr Gewicht schätzen, ebenso die Lautstärke des Auspuffs. Am Nachmittag wurden die Gewinner ermittelt und mit Preisen überschüttet.

Aus den Eintrittsgeldern, den Spenden und dem Verkauf einer Porsche Sitzgruppe kamen am Schluss 6000 Euro zusammen, ein fantstisches Ergebnis! Danke an die „Porsche Leben“ Macher, wir kommen nächstes Jahr wieder.

@porsche.leben

Photoshooting mit Alessia Ombrella

Auf der Rückfahrt vom Porsche Leben & Friends Treffen haben Alessia und ich einen Abstecher nach Rheinhessen gemacht und pünktlich zum Sonnenuntergang ein feines Plätzchen auf einem Feldweg in den Weinbergen gefunden. Rundumblick inklusive. Schön wars!

Fotos: www.alessiaombrella.com

Rheinhessenrallye 2019

Die Rheinhessenrallye ist immer ein Highlight. Die 19. Ausgabe startete am letzten Samstag in Worms-Wiesoppenheim. Und weil gerade Dorffest war, gab es auch jede Menge Zuschauer am Start, was die knapp 60 Teilnehmerteams sehr freute.

Bekannt kniffelig sind die Aufgaben, die aus Strich-Skizzen, Fischgräten oder Zeitprüfungen bestehen. Dazu Sonderprüfungen Geschicklichkeitsaufgaben oder Schätzfragen (Welchen Böschungswinkel hat ihr Fahrzeug vorne?). Also, für Spass war gesorgt, das Wetter war Bombe, die Strecke wieder mal traumhaft und so stand einem kurzweiligen Tag nichts im Wege. Nach dem Zieleinlauf mit gemütlichem Beisammensein bei Sekt und Brezel fuhr der ganze Rallyetross wie immer im Konvoi zum Dienstleistungszentrum ländlicher Raum, wo die Abendveranstaltung mit Essen und Siegerehrung stattfand. Am Ende gab es einen 17. Platz für uns. Es gab schon schlechtere Ergebnisse… J  

Alpenfahrt 3.0__Dolomiten & Grossglockner

Letzte Woche war es wieder soweit. Schon zum dritten Mal zog es mich dieses Jahr in die Alpen. In die Dolomiten und dann noch über den Grossgockner. Das war der Plan.

Tag 1: Von Mainz in die Dolomiten

Um den Fernpass zu vermeiden habe ich mir die Strecke über das Hahntennjoch ausgesucht. Eine gute Wahl. Die halbe Stunde Umweg wird mit einer wie aus dem Ei gepellte Passstrasse belohnt. Akkurat geschnittenes Gras am Wegesrand und tolle Streckenführung. Es ist wenig Verkehr, nur ein paar Biker sind unterwegs. Mit denen kommt man auch schnell ins Gespräch. Eine Frau macht Fotos von meienem Auto für ihren Sohn, der auch einen alten Elfer restauriert und Design Praktikant bei BMW ist.

Bei Silberdistel und belegtem Brötchen mache ich eine Pause, bevor es weiter über den Brenner geht. Dass man in Italien ist, merkt man zunächst an den rostigen Leitplanken und dann an der immer wärmer werdenden Luft. Es geht gefühlt ewig bergab in Richtung Sterzing, Eisacktal, Brixen und Bozen. Ich halte mich weitestgehend an die erlaubten 110 km/h, den die Carabinieri ziehen einige Schnellfahrer aus dem Verkehr. 

Das Ziel ist das Eggental, wo mich blauer Himmel und Dolomitenpanorama erwartet. Am Nachmittag komme ich im Hotel Pfösl in Deutschnofenan. Es liegt am Ortsrand und man hat einen traumhaften Blick in die Berge. Auf dem weiträumigen Gelände steht das Hauptgebäude, welches vor wenigen Jahren komplett renoviert wurde und mit einer Art eckigem Vogelnest umzogen wurde, ein Anbau mit Suiten, eine alte Scheune, ein Kräutergarten, ein Streichelzoo mit Ziegen und Esel und drei puristische Wald Chalets. Alles mit viel Liebe zum Detail und inmitten der Natur.

Traditionen, Regionalität und Nachhaltigkeit werden hier großgeschrieben. Einmal in der Woche wird Brot in einem 300 Jahre alten Steinofen gebacken, Marmeladen und verschiedenen Buttersorten (Mohn mit Honig) werden selbst gemacht. Der Spa-Bereich lässt keine Wünsche offen und das Essen ist fantastisch. Einfach ein toller Ort zum entspannen. Ich bleibe hier zwei Tage…

Sellajoch, Grödnerjoch, Kronplatz, Würzjoch und zurück

Am nächsten Morgen ist wieder Bombenwetter und eine Passfahrt steht an. Los geht es zunächst über die große Dolomitenstrasse zum Karerpass(1745m) und Karersee. Hier wütete im letzten Jahr der Orkan Vaia und hat 8,6 Millionen Festmeter Holz zu Fall gebracht. Auf weiten Flächen liegen noch Bäume quer oder stehen nur noch Stümpfe. Es sieht aus wie in Brasilien nach der Rodung. LKWs sind überall unterwegs und transportieren die Reste ab. 

Radfahrer, Motorräder, Wohnmobile…heute sind alle unterwegs und so geht es im Bummeltempo hoch zum Sellajoch(2218m). So habe ich mehr Zeit, um die grandiose Bergpanorama zu genießen, denn die 3000er sind atemberaubend schön. Zum ersten mal wünsche ich mir ein Cabrio, um einen besseren Ausblick zu haben. Park- oder Halteplätze sind Mangelware und so stelle ich mich mal kurz in eine breite Kurve um ein paar Fotos zu machen. 

Weiter geht’s zum Grödner Joch (2121m), wo mir Teilnehmer der ADAC Europa Classic Rallye begegnen. Über Corvara fahre ich in das Gadertal und schließlich bis nach Olang, wo ich in die Gondel hinauf zum Kronplatz steige. Ich möchte das CORONES Messner Mountain Museum besuchen, welches auf dem Gipfelplateau in 2275 Metern im Jahr 2015 nach zweijähriger Bauzeit errichtete wurde.  Es ist eine von sechs Messner Museen in der Region und soll ein Rückzugs- und Erfahrungsraum als Gegenpol zum Sporthype sein. Ein Museum zum traditionellen Alpinismus. Umgesetzt wurde es von der Architektin Zaha Hadid, die bekannt war für ihre Freiform-Architektur. Sie selbst war übrigens nie hier oben auf dem Berg. Der Bau fügt sich gut in die Umgebung ein. Liegt er doch zum größten Teil unterirdisch. Lediglich der Eingang und drei fingerartige Endstücke blicken aus der Bergsspitze hervor. Ein wenig, als hätten Außerirdische hier etwas vergraben. 

Die Rückfahrt geht über das Würzjoch. Eine Strecke von der mir meine Freundin Claudia immer wieder erzählt hatte. Und das zu Recht. Würzig wie der Name, würde ich sagen! Die Strecke ist super zum Fahren, enge Kehren, steile Anstiege bis zur Passhöhe auf 1982 Metern. Landschaftlich unglaublich schön und kaum befahren. Alle quälen sich auf den Hauptrouten herum und nur ein Tal weiter ist man fast alleine. Nach einem Kaffeestopp im Ütia de Börz mache ich mich an die  Abfahrt auf der anderen Seite nach St.Peter.  Sie ist anspruchsvoller, die Strasse ist sehr schmal und manchmal recht holprig. Auch hier ist kaum Verkehr, trotzdem muss man höllisch auf Entgegenkommende aufpassen.  Da der Tag schon fortgeschritten ist, fahre ich den Rest über die Autobahn zurück zum Hotel, wo ich am frühen Abend ankomme.  So habe ich noch Zeit, eine Runde zu schwimmen und mich in den Whirlpool zu setzen und den Ausblick in die Berge zu genießen, deren Farbe sich fast schon kitschig im Licht des Sonnenuntergangs verändert. Was für ein toller Tag!

Vom Eggental nach Pinzolo

Es ist Donnerstag und ich fahre die Strasse hinunter ins Etschtal. In einer Kehre hat man einen Ausblick auf die Weinberge, welche die Region so sehr prägen. 

In Magreid fahre ich zu einer interessanten Feuerwache, welche tunnelartig in den Berg hinein gebaut wurde.  Nach außen hin zeigt sich das Gebäude nur mit einer schwarzen geknickten Betonwand aus der ein gläserner Vorbau und zwei Portale ragen. Sie dient als Absturzsicherung und dient zugleich als architektonisches Element der Feuerwehr. 

Dann geht’s weiter Richtung Norden über die Weinstrasse. Bei der Cantina Tramin mache ich einen weiteren Halt. Inzwischen gibt es in der Region einige architektonisch interessante Kellereigebäude, die vom neuen Selbstbewusstsein der Südtiroler Winzer zeugen. In Tramin entstehen die berühmten Gewürztraminer. Dem alten Gebäude wurden 2010 zwei markante Anbauten hinzugefügt. Ein Glaskubus beherbergt die Vinothek. Er wird von einer grünen Stahlstruktur ummantelt, deren Form den Trieben der Rebstöcke nachempfunden ist. 

In Kaltern folge ich einer steilen Strasse, die mich zum Mendelpass (1362m) hinaufführen wird. Es herrscht kaum Verkehr, nur die den Teilnehmern der ADAC Rallye begegne ich wieder. Ein gutes Zeichen, scheint die Strasse doch wieder ein Highlight zu sein! Der Blick ist grandios, leider gibt es keinerlei Haltemöglichkeiten und so wird dieser Streckenabschnitt nicht auf Film verewigt werden können. Am Gipfel komme ich in Belvedere an. Es hat die besten Jahre hinter sich, ist teilweise etwas heruntergekommen, was durchaus seinen Charme hat. Trotzdem verliere ich hier wenig Zeit, schaue nur mal nach dem Ölstand. Der ist ok. Also Klappe zu und weiter…

Die Strasse hinab nach Cles schlängelt sich durch endlose Apfelplantagen. Das ganze Tal ist voll. Im Dorf angekommen mache ich Mittagspause in der Dorfpizzeria, um mich ausreichend für die Weiterfahrt zu stärken. Die führt ins Val de Sol und weiter am Campo Carlo Magno Pass vorbei nach Madonna di Campiglio. Die Strecke ist gut ausgebaut und man kann es fliegen lassen. Der Ort selber ist eher im Winter aktiv, im Sommer ist es etwas trostlos und an den Appartmenthäuser ist der Glamour vergangener Tage auch schon abgefallen. 

Mein Hotel für diesen Tag ist in Pinzolo. Es ist das Lefay Resort  & SPA Dolomiti, welches erst vor gut vier Wochen eröffnet hat. Ganz neu also. Riecht es noch nach Farbe? Nein! Nach turbulenten Tagen im August (wie mir berichtet wurde) ist nun Nebensaison und fast nichts los. Eine Angestellte führt mich durch die Anlage und aufs Zimmer. Man kann sich leicht verlaufen. Die 88 Suiten sind vom Hauptgebäude getrennt und nur mit einem separaten Aufzug zu erreichen. Dieses ist ein vierstöckiger Glasbau, in welchem die Bar, das Restaurant, der 5000m2 Spa Bereich und das Schwimmbad mit Aussenpool untergebracht sind. Und weil ich noch genug Zeit habe, schaue ich mir den jetzt in Ruhe an. Verschiedene Saunen, Dampfbäder und Ruheräume. Die wenigen Gäste verteilen sich spielend. Nach 19h ist gar nichts mehr los und ich gehe nochmal eine Runde schwimmen. Ich weiß nicht, was die hier ins Becken getan haben (oder eben nicht), aber ich habe noch nie ein so „leckeres“ Wasser erlebt. Man würde es trinken wollen, wenn es nicht so warm wäre und in den Augen brennt es auch nicht. Ich paddele noch eine ganze Weile umher, bis der Hunger mich zum Abendessen treibt. 

Freitag. Regen. Auf nach Kals

Es regnet wie aus Kübeln. Das Wetter hat umgeschlagen und die Vorhersagen haben sich nun bestätigt. Ich bleibe noch im Hotel solange es geht. Gegen halb zwölf  breche ich auf. Tagesziel ist Kals am Großglockner, wo ich mich mit Lorenz treffen möchte, um das Wochenende gemeinsam zu fahren. Aber die 260 Kilometer wollen zurückgelegt werden. Ich suche mir also den schnellsten Weg und der führt erstmal Richtung Trento, dann über die Autobahn Richtung Norden. Es ist Ferienende und so füllt sich die Strassen immer weiter mit meist deutschen Urlaubern. Ich biege ab ins Pustertal, wo mir der Verkehr glücklicherweise auf der Gegenfahrbahn entgegenrollt. Als ich schließlich ins Antholzer Tal abbiege, bin ich mal wieder ganz alleine unterwegs. Ich will über den Staller Sattel(2052m), die Grenze von Italien nach Österreich. Da die Anfahrt über eine sehr steile und vor allem schmale Strasse erfolgt, regelt hier eine Ampel den Verkehr. Man darf nur 15 Minuten pro Stunde einbahnstrassig hochfahren. Sonst heißt es Warten. Vormehr steht nur ein Auto. Ein Mietwagen mit zwei chinesischen Touristen drin. Ich frage also höflich, ob ich mir vor sie stellen darf, um dann bei grün gleich loszufahren und nicht hinterher bummeln  muss. Überholen ist hier unmöglich. Sie lassen mich gerne vor. 

Nach einer halben Stunde Warten kann ich fahren. Ein Motorradfahrer wollte schlau sein und meint, sich noch schnell vordrängeln zu müssen, lässt mich aber wenig später entnervt vorbei, da er einfach zu lahm ist und die Strasse etwas zu glatt für seinen Bock.  Nach fünf Minuten war ich oben. Die Abfahrt ist weitaus gemütlicher und länger. Im weiten Tal gibt es einen See und die Kühe grasen am Wegesrand. Würde es nicht regnen, man könnte glatt mal halten und sich ne Runde ins Gras legen. Am Nachmittag komme ich in Kals an. 

Wir wohnen im Gradonna Mountain Resort, wo wir schon 2015 mit der Kiska CrossRoads Rallye und auch 2017 zur „Alpenfahrt 1.0“ Stopp gemacht hatten. Das Hotel ist fantastisch, bietet Platz für 500 Gäste, die in 40 Chalets 117 Zimmern und 12 Suiten untergebracht sind.  Es ist kein Klotz, sondern bettet sich in die Topografie und Vegetation ein. Die Fassade ist teilweise mit Lärchenholz Schindeln verkleidet, ein gläserner Turm ragt aus der Mitte hervor. Die 3000m2 große Wellness-, Bade- und Saunalandschaft mit vier Pools lässt keine Wünsche offen. Lorenz kommt erst am Abend, und so lasse ich mich alleine durchblubbern. Ab 19h gehen alle (wirklich alle!!!) Gäste aufs Zimmer oder zum Essen oder sonst wohin und ich bin mal wieder alleine mit mir und der Welt, bzw dem aufziehenden Nebel. Schlechtes Wetter kann so schön sein.

Grossglockner Hochalpenstrasse

10 Uhr, Regen. Hmmm, was tun? Wir fahren trotzdem in Richtung Großglockner. Zeitweise reißt es etwas auf, aber nur für kurze Zeit. Am Gipfel auf 2504 Metern ist es nebelig und 2 Grad Plus. Es schneit. Es ist zum Heulen. Hier, wo sich Österreichs höchster Berg hingesetzt hat, das Panorama seinesgleichen sucht und sonst tausende Touristen mit uns stehen würden, sind wir alleine und haben null Sicht. Wir verschieben unsere Hoffnungen auf Sonnenschein auf den Nachmittag, denn wir wollen ja dieselbe Strecke wieder zurückfahren.

Mittagsziel ist Zell am See. Hier wohnen die Porsches und die Piechs, alles scheint in ihrer Hand. Auch das Designbüro von F.A. Porsche ist hier und wir fahren kurz vorbei.  Danach besuchen wir Achim Storz mit dem ich seit vielen Jahren befreundet bin. In den 80er Jahren gründete er hier sein Designstudio. Ich habe ihn bei einem Praktikum 1995 kennengelernt und er hatte mich nach meiner Selbstständigkeit wieder zu einigen Projekten ins Team geholt. Das ist aber schon ein paar Jahre her und ich freue mich, nun mal wieder hier zu sein. 

Er führt uns zu einem ganz besonderem Restaurant. Das Speisenmeisterei im über 1000 Jahre alten Lohningerhof.  Eine Mischung aus Feinkostladen, Vinothek und Kochschule. Modern meets Tradition. Man sucht sich Fisch oder Fleisch allerbester Qualität an der Vitrine aus und bekommt es nach Wunsch zubereitet. Booooaaah , ist das lecker!  Und so sitzen wir eine ganze Weile am Tisch und plaudern über Autos, Design, die Welt von gestern und morgen. Und vor allem über die Menschen, die sie geformt haben und formen werden. Anekdoten zum Lachen und zum Heulen. Über das Leben halt. 

Am Nachmittag fahren wir zurück. Das Wetter ist nicht besser geworden und so stochern wir wieder im Nebel, fahren bis ganz rauf zur Edelweißspitze(2571m), drehen auf dem leeren Parkplatz ein paar Donuts, machen noch einen Abstecher zur Kaiser-Franz-Josefs Höheund schauen kurz auf die vom Klimawandel dahingeraffte Pasterze, die zu Sisis Zeiten wohl noch von der Postkutsche aus zu begehen war. Nun liegt der Gletscher schwarz vom Dreck kilometerweit entfernt. 

Ab nach Hause…

Der Rest ist schnell erzählt. Auch am Sonntag regnet es und so verbieten wir uns eine ausgedehnte Tour und fahren direkt nach München, wo wir uns einen netten Abend mit Freunden machen. Am Montag geht es dann zurück nach Mainz, damit ich am Dienstag früh morgens auf der IAA stehen und mir die neuesten Schönfärbereine der Autoindustrie anhören kann. Den Artikel gibt es hier.

IAA Frankfurt 2019

Es ist diesig am Morgen des ersten Pressetages der IAA und die Frankfurter Skyline verschwindet in den Wolken. Ein passendes Bild für die Stimmung der Automobilindustrie- denke ich so- mit Vollgas und elektrisch in die Nebelwand. Ob das gut geht?

Im Vorfeld war ja schon zu hören, dass einige Hersteller nicht auf der Messe vertreten sein werden. Was das bedeutet, sieht man gleich beim Betreten der Halle 11, die direkt am Haupteingang liegt. Wo sich sonst BWM alleine breit machte, teilt man nun den Platz Opel, Hyundai, Jaguar und Landrover. Nunja, wie ganz früher halt, bevor der Gigantismus Einzug gehalten hat…

BMW 

BMW macht den Anfang der Pressekonferenzen und verkündet den Fahrplan für die nächsten Jahre. M-Next, I-Next oder Wasserstoff sollen gegen den Klimawandel anstinken. 12 neue Elektromodelle in den kommenden Jahren. Und ein „Concept 4“ gibt es gratis noch dazu. Die Baureihe soll künftig eigenständiger wahrgenommen werden und wird mit einem riesigen, vertikalen Nierengrill und Scheinwerfern ohne Abdeckglas bestückt. 

Mercedes-Benz

Ich laufe quer über das Gelände zur Halle von Mercedes-Benz und bin auch hier überrascht wie sich der normalerweise über mehrere Etagen ausbreitende Messestand darstellt. Man sieht und nutzt tatsächlich Teile der eigentlich wunderschönen Festhalle. Die Ränge werden für die Zuschauer freigegeben, die so einen perfekten Blick auf das Geschehen auf der Bühne haben.  Auch hier wird stolz von der elektrischen Zukunft geschwärmt. Ein eCascadia Truck trägt das Equivalent von 1 Millionen Smartphone Batterien im Bauch. Hmmmm. Für einen Moment fehlen mir die Worte.  

Die S-Klasse wird als Speerspitze der Innovation des Automobilsbaus bezeichnet, das Conzept-Fahrzeug Vision EQS  soll den modernen Luxus neu definieren. Natürlich nachhaltig und vollelektrisch. „One Bow-Design“ soll der neueste Schrei sein, gespickt mit umlaufendem Leuchtband, holografischen Linsen und leuchtenden Mini- Sternen. Das Problem dabei ist, dass es aussieht wie eine Wurst mit Licht. 

Neu ist auch noch das GLE Coupe und der GLB. Das weiterhin wachsende SUV Segment wird so brav bedient und lässt den Aktivisten von Greenpeace – die draußen vor der Messehalle einen riesigen schwarzen CO2 Ballon aufgeblasen haben- vor Wut den Schaum aus den Mund treten.  Die Angst, dass es einer auf das Gelände schaffen würde, um den automobilen Weltfrieden zu stören, war deutlich zu spüren (und auch mehrmals zu hören).

Weiter geht’s in die VW Halle. „Ach Gott, was ist den hier los!“ schießt es mir durch den Kopf. Die Gänge sind ja breiter als die Stände. Und der graue Teppich wirft auch schon Falten! Wenn das der alte Piëch noch erlebt hätte… 

Volkswagen Konzern

Große Versprechen bei VW von der CO2 Nachhaltigkeit bis 2030, von der Fürsorge in Zeiten des Klimawandels für Mobilität zu sorgen und dem Ziel der emissionsfreien Fortbewegung schwärmt Vorstandsmitglied Ralf Brandstätter mit unerträglich übertriebenem Tonfall. Seine Botschaft kommt mir wie ein noch ungeschriebenes Kapitel vom Baron Münchhausen vor. Mit dem ID.3 habe man vor vier Jahren die richtigen Weichen gestellt und nun schließlich auch ein neues Logo, welches so dünn und altbacken daherkommt, dass ich es kaum glauben kann. Das klebte schon auf dem Bulli Bus von 1950.

Der Elektrowagen ist sicher eines der meist beachtestesten Fahrzeuge der IAA, kommt im nächsten Jahr mit einer Reichweite von 330-550 Kilometern zum Preis von knapp 30000 Euro auf den Markt. Bis 2028 will der Konzern fast 70 neue Elektroautos anbieten. Mal sehen.

Bei Audi nebendran startet man mit einem coolen Spruch: „Der Unterschied zwischen Kunden und Fans? Kunden geben uns das Geld, Fans das Herz.“ Soweit wäre das geklärt. Bram Schot sitzt auf einem Hocker, gibt sich leger und kündigt auch eine Vielzahl von Elektroautos an. Wohin ich blicke und höre, ist es immer dieselbe Botschaft. ALLE Hersteller wollen dasselbe. Endlos viele Elektroautos um die Welt zu retten und sich aus der Kritik zu stehlen. Das Feigenblatt ist so groß wie Rhabarber und in der Zwischenzeit werden die fetten SUVs verkloppt um noch mal schnell Kasse zu machen. 

Am Rande kommt noch ein neues Concept Car auf die Bühne. Der AI-Trail ist das vierte Mitglied einer Familie von Elektrostudien, die alle nie das Licht der Welt erblicken werden, aber als Inspiration für die Marke dienen könnten. Eine Art Mondauto, wie es Renault schon vor 27 Jahren als Rocoon zeigte und mit welchem man nun umweltfreundlich in die Wüste, in den Urwald oder sonst wohin fahren könnte. Überall dorthin, wo es garantiert keine Ladestaion gibt. Lichtdronen weisen einem den Weg. Wohin? Wer weiß das schon. 

Bei Porsche hat das Warten auf den Taycan ein Ende. Ganz so knackig und schlank wie die Studie Mission E ist er leider nicht geworden. Aber dafür scheint er ziemlich ausgereift und alltagstauglich. Wir werden ihn mal Probe fahren.

Und sonst? Bei SEAT erweitert man sich um die Marke Cupra, der Name der  sonst getunte Ibizas oder Leons schmückte, wird nun als Tascavan SUV Coupe die „Vision eine rein elektrischen Sportwagens wahr werden lassen“.  Also, mir wäre da was anderes eingefallen als so ein Hyundai Abklatsch. 

Es gibt auch Gutes zu berichten…

Apropos Hyundai: Hier steht ein echter optischer Leckerbissen. Das Concept 45 (natürlich auch elektrisch) soll an Giugiaros Pony Coupe Studie von vor 45 Jahren erinnern, was ich etwas an den Haaren herbeigezogen finde. Dennoch ist das Ergebnis unglaublich frisch und von verblüffender Einfachheit gezeichnet. Scharfe Kanten bilden Facetten wie bei einem Diamanten und sollen die Form künftiger EVs prägen. 

Ähnlich schnörkellos und sympathisch ist der Mini Stromer Honda e. Er wurde uns über die letzten Jahre in Form von Konzepten angekündigt und es gibt ihn nun zum Preis von 33850 Euro zu kaufen. Kameras und Monitore im Innenraum als Rückspiegelersatz inklusive. 

Und die Chinesen?

Ja, die sind auch da. Byton stellt sein Serienmodell M-Byte vor,  das 2021 auch nach Europa kommen könnte. Das SUV (klar, was sonst!), protzt mit einem 122cm breiten Display im Innenraum. Wie daheim bei Bier und Fussball.

WEY ( oder why?) steht schräg gegenüber und will die größte Luxus-SUV Marke der Welt werden. Bislang verkauft die Premium Tochter des Great Wall-Konzerns 300000 Fahrzeuge im Jahr und will in zwei Jahren nach Europa kommen.

HongQi bedeutet rote Flagge und ist Chinas ältester Autohersteller. Bis 1981 hat er ausschließlich Fahrzeuge für Regierungsvertreter gebaut und kommt nun mit einem 1400PS Supersportwagen und einem grauenhaften, riesiges Monster SUV mit leuchtenden Felgen nach Frankfurt. Ein Bentley Bentayga wirkt geradezu zierlich. 

Erwähnenswert ist auf jeden Fall der neue Land Rover Defender. Der von 1948 bis 2016 nahezu unverändert gebaute Geländewagen bekommt nun einen Nachfolger, der auch die Crashtest Normen erfüllt. Keine leichte Aufgabe, zählt er doch zu den wenigen wirklichen Ikonen des Autobaus. 

Und sonst? Im Kleinsegment gibt es einen neuen Opel Corsa, bei Hyundai den i10, den Mini E, ein Smart Facelift und bei Ford den hochbeinigen Fiesta-Ableger Puma. Die Premiere des Golf 8 wurde kurzerhand zugunsten des ID.3 verschoben. 

Nach der Absage von Fiat, Jeep, Alfa, Mazda, Volvo, Nissan, Renault, Toyota, Peugeot, Citroen, DS, Subaru, Suzuki, Mitsubishi, Dacia, Chevrolet, Cadillac, Rolls- Royce, Bentley, Aston Martin und Infiniti scheint die Messe in ihrer bisherigen Form am Ende. Manche Hallen stehen leer oder wurden mit Oldtimern gefüllt.

„Driving Tomorrow“ ist der Slogan der IAA in diesem Jahr. Neben den Autos können die Besucher sich auf jede Menge Talks, Konferenzen, Storys und Debatten zu zukunftsrelevanten Themen freuen. Künstliche Intelligenz, Infotainment, Klimawandel, Smart Citys, Sharing Economy. Vielleicht ist das die Zukunft. Mehr Dialog als Monolog.

ONASSIS800 – Streetart. Motorsport. Revival.

Zum fünften Mal nun gibt es schon den „Tunnelrun“, der dieses Jahr mit dem neuen Titel „ONASSIS800 – Streetart. Motorsport. Revival.“ daherkommt. Neuer Slogan, bewährtes Konzept.  Tom Gädtke von Onassis ist der Macher, der mit seinen Kumpels ein etwas anderes Porsche Treffen auf die Beine stellt. Geile Autos, nette Leute in einer ungewöhnlichen Location. Und jedes Jahr wird es größer! Vor zwei Jahren traf man sich in einem Steinbruch, letztes Jahr ging es nach Amsterdam und dieses Jahr? Bis zum Schluß ist der Ort geheim. Damit steigt die Spannung und die Organisation fällt leichter, weil keiner zu früh aufkreuzen kann. Alles unter Kontrolle also. 


Am Abend vorher haben ein Teil der Teilnehmer ja schon mal beim CREWS POPUP vorgefeiert. Nun aber kommen alle! Der einige Tage zuvor angekündigte Treffpunkt liegt an einem Steinbruch nahe Hagen. Ab 15 Uhr bildet sich eine lange Schlange von Porsche aus ganz Europa. Dänemark, Belgien Holland, England… Es ist staubig und auch ganz schön heiß. Der Sommer zeigt sich nochmal von der allerbesten Sorte. In Grüppchen werden die Teilnehmer vorgelassen und bekommen ein Kärtchen in die Hand gedrückt: „Stay in your car. Take this note. Enter the adress to your cellphone. Find your way to the secret place of ONASSIS800“ 

Das Ziel liegt knappe 10 Kilometer entfernt und die Fahrt geht durch eine enge Straße durch den Wald und über ein paar Käffer bis hin zu einer idyllisch in einem bewaldeten Tal gelegene Kartbahn. Here we are! Wir fahren eine Runde über die Strecke und parken am Rand hinter all den anderen. An die hundert Autos sind schon da. Die Bahn ist 800 Meter lang und sie gibt somit den Titel des Events. Am Ende sollten hier an die 300 Autos stehen. Wahnsinn!

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Auf dem Gelände ist einfach an jeder Ecke was los. Es gibt Popcorn, einen Helmwettbewerb, einen Art Market mit Fotografien, Zeichnungen, T-Shirts, Pins und allerlei anderem Interessanten rund um das Festival. Am Abend spielt eine Band, es gibt Dosenbier aus dem Container und Flieschiges vom Grill. 

Um halb elf sollte eigentlich alles vorbei sein, aber statt gemütlichem Ausklingen bricht ein heftiger Platzregen über die noch anwesenden Besucher herein. Einige können nicht mal ihre Cabrios zumachen und die Band rettet gerade noch ihr Equipment. Das war dann der endgültige Schlusspfiff und nachdem die Schauerwolke sich entleert hatte, fuhren alle glücklich und zufrieden nach Hause. So war das beim Onassis800. Mal sehen, was nächstes Mal so alles geboten wird…

Fotos: Susana de Val & Markus Haub

CREWSN POPUP Pre800

Seit vielen Monaten schon kündigte sich ganz was Dickes an im Kohlenpott. Das große Onassis800 Porschetreffen. Nun war es endlich soweit, der 31.August rückte näher. Und weil viele der Teilnehmer aus aller Herren Länder anreisen würden und auch gleich das ganze Wochenende bleiben wollten, stellte Moritz (@flat6high5) kurzfristig ein CREWSN POPUP in Wuppertal auf die Beine. Zum geschmeidigen Vorglühen schonmal. Kennenlernen, Autos quatschen, Bier trinken… geil!

Um 19h ging es los, die Bar war aufgebaut und die ersten Teilnehmer rollten auf den Schotterparkplatz hinter dem riesigen Gaskessel, in welchem bis 1997 60.000 Kubikmeter Ferngas gespeichert wurden. Vor einigen Jahren wurde er umgebaut und beherbergt nun ein Fitness Studio, Ausstellungen und ein Restaurant in Erdgeschoss, welches die hungrigen Mäuler mit Pizza versorgte.  Manche rollten gleich in ganzen Gruppen an, aus aus Hamburg, Dänemark oder England. Kein Weg war zu weit. Nicht nur luftgekühlt und auch nicht nur Porsche. Eine bunte Mischung gab schon mal einen Vorgeschmack auf den folgenden Tag.  

Einen schönen Blick auf das Spektakel hatte man vom Dach des Turmes. Ein „Skywalk“ in 70 Meter Höhe führt einmal rund  und belohnt mit einer Aussicht in den Sonnenuntergang und auf die Porsche Fans…

Sunset Drive #3

Vor zwei Wochen fand nun der dritte Sunset Drive statt. Diesmal ohne mich, aber mein Bruder hatte die Organisation übernommen. Hier sein Bericht mit Fotos von Carola Schmitt. Danke!!!

Also diesmal ich, da mein Bruder Markus zur Zeit in der spanischen Sonne weilt. Die Idee zu einer 3. Ausfahrt unter dem Motto SUNSET DRIVE lag ja auf der Hand. Konkret wurde sie beim sonntäglichen Besuch des Eltviller Weinstandes…da standen Oldies und andere Fahrer erholten sich mit einem Gals Wein von einer schönen Rheingau-Fahrt. Die Route war daher schnell überlegt, da ich diverse Streckenabschnitte im Rheingau schon oft gefahren bin, jedoch meist Sonntags (viel Bummel-Verkehr) und nicht an einem Stück kombiniert. Also: Treffpunkt „Zum Kapellchen“ in Frauenstein, nach kurzem „Snack“, Verteilung von Routenplan und Walkie Talkies ging es für die 14 911er (alles luftgekühlte) sowie ein 356 los: die kleine Landstraße nach Georgenborn im Wald nach oben diente dem Aufwärmen des Motoröls. Dann runter nach Martinsthal  und Gruß an die drei Blitzer nach Hattenheim, wo wir auf eine sehr (!) kleinen, gepflasterten und schlagloch-übersähten Dorfstraße über den Bahnübergang in Richtung Kloster Eberbach fuhren – oben wurde es besser. Sorry an die Tiefergelgten, aber die Strasse hatte ich anders in Erinnerung! Dann die Klassiker-Strecke von Kiedrich, über die ersten Serpentinen nach Hausen vor der Höhe (herrlicher Blick über den Taunus) und runter ins Wispertal, über Obergladbach, Niedergladbach und Geroldstein. Sehr kurvig, was unsere inzwischen unverzichtbare Fotografin Carola Schmitt (an dieser Stelle: gaaanz lieben Dank!!) in ihrer Magengrube zu spüren bekam. Da außer einer Harley mit gefährlich breiten Fußrasten keiner voran fuhr, konnten man die Rösser zwischen den engen Kehren und den geraden Passagen mal traben lassen. Gegen Ende das fahrerische Highlight: die ehemalige Bergrenn-Strecke Presberg. Frisch asphaltiert, immer noch herrlich zu fahren, zwei tolle 180 Grade Kehren und Ecken, und alles steil bergauf. Oben angekommen sollte die Meute erst mal rechts im Feldweg zum Stehen kommen. Nicht zum Abkühlen, sondern um den ersten Sunset-Point zu genießen (den hatte ich provisoriosch eingeplant, falls es mit der Zeit eng wird). Da die Sonne noch recht hoch stand, und außer ein bisschen Ölqualm aus meinem linken hinteren Kotflügel (mein Ross musste wohl besonders hart ran) keine Ausfallerscheinungen zu vermelden waren, ging es weiter zum eigentlichen Sunset-Point: eine Wiese hinter den Hallen des Weingutes Schloss Johannisberg. Der schöne Parkplatz direkt vor dem Schloss war leider wegen einer Veranstaltung belegt. Also wurde brav in Reihe vor der herrlichen Mauer geparkt und…. 5 Minuten blieben für das fast schon skurrile Ritual des: Austeigen – Handy an – Bild von Auto – Bild von Sonnenuntergang. In der Dämmerung genossen wir noch einen Blick von der Vorderseite des Schloss Johannisberg mit gigantischer Fernsicht nach Rheinhessen. Vor allem war das Erlebnis des „Alle-guten-Dinge-sind-drei“ Rheingau SUNSET DRIVE aber wieder dem genialen Wetter zu verdanken, der Tag war der einzige schöne der Woche. So, jetzt haben die Haub-Brüder mal genug, andere sollen auch mal Ihre Routen-Geheimtips und Schmankerl vorstellen. Danke an alle Teilnehmer und vor allem den Neuen !

Roadtrip im BMW i3___Penedes, Priorat, Portaventura

Wer Garage X kennt, weiß dass wir es eher mit altem Blech, als mit modernen Autos zu tun haben. Aber man muss sich ja auch mal dem Neuland öffnen. Deshalb machen wir einen Selbstversuch und reisen eine knappe Woche im Elektroauto BMW i3 durch die Weinlandschaften des Penedès und Priorat im Hinterland von Barcelona. Die Etappen sind nicht sonderlich lang, so dass es mit der Reichweite klappen sollte. Aber finden wir auch in der Provinz Ladestationen oder zumindest eine Steckdose in Reichweite? Mal sehen.

Barcelona- Penedès

Nach einer kurzen Einführung und ein Check, ob alle nötigen Kabel und Tank-Karten vorhanden sind, übernehmen wir den i3. Die Ladung beträgt, 97%, gut für ca 240 Kilometer. Wir fahren raus aus Barcelona in Richtung Nordwesten. 

Der i3 hat mir schon immer schon immer gut gefallen, weil er radikal anders ist, als ein herkömmliches Auto. Die Bedienung gibt kaum Rätsel auf. Über eine Hebel an der Lenksäule startet man und wählt man die Fahrstufe. Am Mitteltunnel kann man zwischen drei Modi wählen: COMFORT, ECO PRO und ECO PRO+. Im zweiten ist die Geschwindigkeit auf 130 km/h begrenzt, im letzteren auf 90, dazu regelt die Klimaanlage ab. Der Ampelstart gelingt immer, der kleine Flitzer beschleunigt mit seinen 170 PS wie am Gummiband gezogen. Das turbinenartige Surren ist das einzige hörbare Geräusch. So klingt die Zukunft. Das war auch schon so im Science-Fiction Streifen Gattaca von 1997, in welchem Citroën DS und Co mit elektrischen Antrieben bestückt durch die Gegend summten.  Die Beschleunigung auf 100 liegt mit 7,2 Sekunden knapp über dem unseres Ferrari 308 GT4! Den muss man allerdings schalten, was Zeit kostet.   Und genau das ist am Anfang recht ungewöhnlich. Es geht einfach linear weiter. Bis zur Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Das Beschleunigen macht Spaß und ich erwische mich dabei, immer mal Zwischenspurts einzulegen. Tendenziell ist man so aber immer etwas zu schnell unterwegs. Ein richtiges Gefühl für die Geschwindigkeit sollte sich erst mit der Zeit einstellen. 

Penedés, die Weinregion vor den Toren der Stadt

Unser Hotel ist das Comaquinal Bioresort Penedes, ein altes Landhaus am Rande des Dorfes Sant Quinti de Mediona, welches Juan Carlos in ein kleines Paradies verwandelt hat. Hier gibt es neben einigen Zimmern und Suiten, einen riesigen Garten mit Pool und dazu allerlei Tiere. Ponys, Schweine und einen Emu. 

Am Abend machen wir in der Nähe eine Reitertour durch die Weinberge. Dann zurück zum Hotel und später zum Essen und zu einem Konzert auf einem Weingut. Insgesamt sollten es an diesem Tag 142 Kilometer werden, die Restaufladung beträgt 42%. Noch genügend Reserven also. Vor Ort haben wir die Möglichkeit das Auto an einer herkömmlichen Steckdose in der Scheune zu laden, so können wir über Nacht die Ladung auf 87% erhöhen. Das reicht locker um an unser nächstes Ziel zu kommen. 


 

Cava & Hotel Mastinell 5*

Dieses liegt nur ca 20 Kilometer entfernt am Rande von Vilafranca del Penedès. Das Cava & Hotel Mastinell 5* wurde von Porsche mit zwei Ladesäulen ausgestattet, an den wir unseren i3 gleichmal anhängen, um ihn mit ein paar weiteren Kilowatt vollzupumpen. Man weiß ja nie. 

Vor dem Einchecken bekommen wir eine Tour durch die an das Hotel angrenzende Kellerei. Somelier Nico führt uns fachkundig und gut gelaunt durch die Installationen und beantwortet alle Fragen. Hier wird hauptsächlich Cava (flaschenvergorener Wein) produziert. Mit Tradition kann er nicht prahlen, die Kellerei besteht erst seit 1989, aber produziert dafür kleinen Mengen in hoher Qualität. Wir sehen den Prozess der Gärung, das Lager in dem einige Flaschen schon über 10 Jahre lagern, bevor sie verkorkt werden. Auch lernen wir über die Begriffe Nature, Brut, Extra Brut und Seco und deren Zuckergehalt. Am Ende geht er zur Verkostung. Dem besten Teil der Führung. Ein junger Rotwein (Alba) und zwei verschiedene Cava (Brut nature und Brut). Leicht beduddelt bekommen wir an der Rezeption unser Zimmer.

Die Form des Baus erscheint einem Weinregal nachempfundenen in dem die Flaschen horizontal gelagert werden. Aneinandergrenzende Rohre von einem wellenförmigen Dach gedeckelt, welches an eine von Antonio Gaudi Konstruktionen erinnert. Den riesigen Fenstern vorgesetzt ist eine Art gelöcherter Sichtschutz, welcher an die Blubberblasen des Sekts erinnern soll. Es hat nur 13 Zimmer und ein Restaurant. Sehr familiär also und wir fühlen uns direkt wohl, auch dank der äußerst sympathischen Mitarbeiter. Am Abend drehen wir noch eine Runde, um den Sonnenuntergang zu geniessen.

Codornui

Lädt man die Batterie zu 100% auf, ist sie für eine maximale Reichweite von 267 Kilometern im COMFORT Modus gut. Im energiesparenden ECO PRO + sogar für 306 Kilometer. 

Das reicht für unsere heutige Etappe. Diese geht zunächst zur Sektkellerei Codornui, dem weltweit größten Produzenten von flaschenvergorenem Wein. 80 Millionen Flaschen verlassen jedes Jahr das 1551 gegründete Unternehmen, welches auch Weingüter in Kalifornien oder Argentinien besitzt. Mit 3000 Hektar Fläche ist es 300 mal größer, als die Kellerei von Mastinell!

Die Tour geht 90 Minuten und führt uns über das Gelände und durch einige der wunderschönen Gebäude des Architekten Josep Puig y Cadafalch, die zur Zeit des Modernisme um die Jahrhundertwende entstanden sind und unter Denkmalschutz stehen. Interessant ist auch die Reise in die Kellergewölbe 20 Meter unter der Erde.  So bieten sie eine konstante Temperatur und Feuchtigkeit. Erst zu Fuß, später mit einem kleinen Zug fahren wir durch die hunderte Meter langen Gänge, in denen Tausende von Flaschen lagern. Auch den neuen Teil, der in den 80er Jahren entstand durchfahren wir. Am Ende probieren wir zwei der neuen Cavas. 

Off to Priorat

Nach einem kurzen Mittags-Snack geht es weiter in Richtung des ca 120 Kilometer entfernten Weinanbaugebiets Priorat, welches wir schon im Dezember 2018 besucht haben. (Artikel hier) . Die Landschaft ist nun wesentlich grüner, die Kurven sind jedoch dieselben. 

Für diese Strecke ist der i3 nicht gemacht, man merkt ihm seine Bauhöhe an und er klebt nicht gerade auf der Strasse wie ein Porsche, sondern schiebt er in den engen Kurven mächtig über die dünnen Vorderräder. Mit ca 1300 Kilo ist er eigentlich relativ leicht geraten. Wir lassen es also gemütlich angehen. 

Als wir im Hotel ankommen, haben wir noch eine Ladung von ca 30% oder 60 Kilometer. Das ist ok, reicht aber nicht für den Rest der Reise. Also hängen wir den kleinen an eine der beiden Tesla Ladestationen zum Stromzapfen. Das sollte ihn wieder fit machen. 

Hotel Terra Dominicata

Das Hotel Terra Dominicata liegt nahe bei Escaladei und hat erst im letzen Jahr eröffnet. Die alten Gebäude wurden 2014 von der Familie Vives gekauft um nach über 20 Jahren wieder eigenen Wein zu produzieren und nun auch Gäste im 5* Haus zu bewirten. Bei unserer letzten Reise hatten wir schon Gelegenheit, den Weinkeller zu besichtigen und haben auch eine Tour durchs Hotel bekommen. Dieses Mal sind wir eine Nacht zu Gast, geniessen den Pool, die Ruhe und am Abend das Essen auf der Terrasse. Der Service ist freilich hoffnungslos mit der überschaubaren Anzahl an Gästen überfordert und es kommt zu langen Wartezweiten und einigem Spektakel. Uns wars egal, hatten wir doch keine Eile und sind spätes Abendessen gewöhnt. Auch konnten wir so den einen oder anderen leckeren Rotwein testen.

Portaventura__Kontrastprogramm

Nach ausgedehntem Frühstück fahren wir in Richtung Küste in den nahegelegenen Freizeitpark Portaventura World und das Ferrari Land. Was für ein Kontrast zum beschaulichen Penedès und Priorat. Nur erwartet und Kindergeschrei und Achterbahnen von der aller krassesten Sorte. 

Das Hotel Colorado Creek ist im Western Stil gebaut und gehört zum Park. Eigentlich hat es zwei Parkplätze mit Ladestation für Elektroautos, diese sind aber leider von normalen Autos besetzt worden. Wir parken deshalb etwas quer auf der anderen Seite und nutzen die Länge des Ladekabels von ca 4 Metern voll aus und stöpseln uns ein. Im Prinzip haben wir noch genügend Ladung, aber man weiß ja nie was kommt. 

Für den Park haben ein all inklusive Paket gebucht. Das heißt Hotel,  zwei Tage Eintritt für Portaventura und Ferrari Land und Essen sind mit dabei. Rundrum sorglos also. 

Der Park selbst ist in zahlreiche Themengebiete, wie Wilder Westen, China, Polinesien, Mittelmeer oder Sesamstrasse gegliedert und bietet zahlreiche Attraktionen für klein und groß. Die  Freefall-Towers oder  die acht Achterbahnen sind besonders beliebt. So gibt es die Bahn „Stampida“, bei der zwei Züge auf einer komplett aus Holz gebauten Struktur parallel fahren und einen mächtig durchschütteln. „Furious Baco“ beschleunigt dich ein 3,5 Sekunden auf 135 km/h und dreht sich dann mehrmals um die eigene Achse. Sie war beim Bau 2007 die schnellste in Europa und erste Bahn des Typs „Wing Rider“. „Dragon Khan“ ist 110 km/h schnell der ehemalige Weltrekordhalter mit den meisten Spiralen und Loopings. „Shambhala“ ist wohl die Hauptattraktion des Parks und ein Hypercoaster vom allerfeinsten. Im Sitzt nur an der Hüfte festgehalten fährt man auf 76 Metern Höhe, um dann mit 134 km/h in die Tiefe zu rauschen. Sie ist gut 1,5 Kilometer lang und geht durch Tunnel und über fünf Kamelbuckel. Danach ist man frittiert. Ich jenfalls war bedient und habe es erst am darauf folgenden Tag noch zweimal drauf gewagt. Dann in der Dämmerung und bei Nacht. Und für einen kurzen Moment habe ich versucht den grandiosen Blick über den Freizeitpark zu genießen, bevor es mit 3,8g in den Abgrund geht. 

Der Park schließt erst um Mitternacht, so dass man viel Zeit hat, alle Attraktionen zu erkunden. Quasi als Rausschmeisser, gibt es kurz vorher eine Parade und eine Show auf dem Wasser, die die einzelnen Themen-Welten repräsentieren.

Ferrari Land

Das Ferrari Land wurde 2017 eröffnet und ist nicht so groß. Es grenzt direkt an Portaventura an, so dass man beides gut zusammen besuchen kann. Freilich braucht man locker zwei Tage, um alles in Ruhe anzuschauen. Wir hatten uns ein „Express Bändchen“ (nur für Portaventura) gegönnt, und konnten und deshalb in einer separaten Schlange anstellen, die kaum Wartezeit verlangte. Ansonsten steht man mal eine oder zwei Stunden im Stau…eine lohnende Inversion also. 

Was gibt’s hier zu sehen? Alles dreht sich um das Thema Ferrari, das Fabrik-Eingangstor von Maranello oder das Haus mit den roten Fensterläden von Fiorano sind nachgebildet und in die italienisch angehauchte Häuserzeile integriert. Man kann aktuelle Fahrzeuge oder alte Formel 1 Renner bestaunen, Kinder auf einer kleinen Rennstrecke erste Fahrübungen machen oder einen Fahrsimulator ausprobieren. Außerdem gibt es zwei 55 m hohe „Thrill Towers, auf welchen man entweder nach oben beschleunigt wird oder im freien Fall nach unten fliegt. 

Absolutes Highlight ist aber der „Red Force“,  (Video hier). Die schnellste Achterbahn Europas und die dritthöchste der Welt. Man wird im Schlitten in 5 Sekunden auf 180 km/h beschleunigt, dann mit 4,8 g senkrecht nach oben auf eine Höhe von 112 m katapultiert. Oben verlangsamt er sich, um dann senkrecht in die Tiefe zu rauschen. Nach 24 Sekunden ist alles vorbei. Was für ein krasses Erlebnis. 

Zurück nach Barcelona

Am nächsten Tag besuchen wir noch die Stadt Reus, um uns dann in Richtung Barcelona aufzumachen. In Sitges statten wir meinem ehemaligen Arbeitsplatz einen Besuch ab. Im damaligen Design Center Europe haben wir Ende der 90er Jahre Autos für den Volkswagen Konzern entworfen, bis ich dann zu Renault gegangen bin und der Rest des Ladend nach Potsdam umgezogen ist.  Nach Leerstand und Kulturzentrum ist nun im Gebäude eine Tanz-Akademie untergebracht. 

Am Abend erreichen wir unser Ziel und drehen noch eine Runde durch die Stadt, bevor wir das Auto etwas wehmütig abgeben. 

Fazit:

Etwas Abenteuergeist und die Angst vor dem Liegenbleiben schwingt schon noch mit, wenn man mit einem Elektroauto auf Reisen geht. Weiß man doch nie, ob die angezeigten oder versprochenen Lademöglichkeiten frei sind oder funktionieren. Der i3 ist nach all seinen Produktionsjahren noch äußerst frisch, die verwendeten Materialien sind teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen und sehr wertig. Die gegenläufig öffnenden Türen habe ich als sehr praktisch empfunden, kann man so immer mal was auf dem Rücksitz ablegen, ohne um die Hintertür herumgehen zu müssen. Gerade in der Stadt macht der Flitzer viel Spaß. Mit seinen nicht mal 4 Meter ist er extrem wendig. Man ist lautlos unterwegs und geht den Menschen nicht mit Lärm und Gestank unnötig auf den Sack. Und wie wusste schon Luigi Colani vor fast 40 Jahren zum Thema Elektroauto: Langsam, leise, lustig, leicht! So ist der i3 ein richtiger Schritt in die elektrische Mobilitätszukunft. Ein 2,5 Tonnen schweres Mega SUV vom Schlage eines Mercedes EQC ist es freilich nicht. Die City Muttis sollten sich nach was zeitgemässerem umschauen oder ihren lieben Kindern wieder mal beibringen mit dem Fahrrad in die Schule zu fahren- so wie früher. Da wäre schon viel geholfen. 

Sunset Drive #2

Nach dem Sunset Drive in der Vorwoche wollten wir die Sache wiederholen. Zu schön war’s gewesen. Das hatte sich wohl rumgesprochen, denn am letzten Donnerstag waren schon fast 20 Autos mit am  Startpunkt auf dem Hofgut Laubenheimer Höhe. Diesmal nicht nur Porsche, auch eine Pagode, Mazda MX-5 oder ein flotter BMW. Das Wetter hatte sich freilich etwas abgekühlt und auch waren mehr Wolken unterwegs. 

Die Tour führte wieder erstmal über die Autobahn nach Alzey, dann ab Richtung Nack und über ein Teilstück, welches wir auch letzte Woche gefahren sind. Unterwegs gingen immer mal ein paar Teilnehmer verloren, weshalb wir uns das eine oder andere mal sammeln und warten mussten. Eine Verspätung zum verabredeten Sonnenuntergang war also vorprogrammiert. Von Gerbach nach Kirchheimbolanden und dann weiter über die Landstrasse nach Gundersheim. Um die Strecke etwas abzukürzen über ein Stück Autobahn bis Alzey, dann raus nach Gau-Odernheim und Bechtheim. Hier wurde es wieder hügeliger. Rauf nach Gabsheim, dann über die B420 nach Hanheim und hinauf nach Zornheim. Der Endpunkt rückte näher und die Blase drückte. Nast Fast zwei Stunden ohne Pipipause rollten wir auf die Wiese am Ortsrand von Ingelheim. Schöner Weitblick inklusive. 

Vielen Dank an Carola, die in der Mercedes Pagode als Schlusslicht mitgefahren ist und fleissig fotografiert hat. Tolle Bilder sind rausgekommen!!

Carola Schmitt

Fotos: Carola Schmitt und Markus Haub

Classic Days Schloss Dyck 2019

Früh am Morgen ist es noch recht leer, aber das soll sich im Laufe des Vormittags rasch ändern. Aus allen Richtungen strömen die Zuschauer.  So voll habe ich es noch nie erlebt, man sieht es auch an den Schlangen an den Toilettenwagen oder den Essens- und Getränkeständen. Die  Classic Days sind populär wie nie!

Kein Wunder, wird doch wahnsinnig viel geboten. Wir schauen uns mal um…

Im 15-20 Minutenrhythmus wechseln sich die Sonder-, Show- oder Teilnehmerläufe auf der Rundstrecke ab. Im Fahrerlager ist die Hölle los, wenn  die Porsche 917 oder die Armada von Jägermeister BMWs starten und sich für den Lauf vorbereiten. In Rauchschwaden eingehüllt und von infernalischem Lärm begleitet wird man in die gute alte Zeit des Motorsports zurückversetzt. Auch einige Tourenwagen aus den 80ern sind dabei. Die Rivalen von damals: Mercedes-Benz, Audi, Opel und Ford. Volkswagen hat zum Thema „Past, Present, Future drei passende Fahrzeuge dabei: den Bugatti Chiron Sport, den Porsche 918 Hybrid und den Volkswagen Elektrorennwagen ID.R., die ebenso mehrmals über den Dreieckskurs fahren sollten und gerade bei Start und Ziel die phänomenale Beschleunigung zeigen können. Klanglich fallen sie freilich chancenlos gegen ihre Väter und Urväter ab. 

Viele Jubiläen werden gefeiert, 120 Jahre Fiat, 110 Jahre Bugatti, 100 Jahre Bentley, 70 Jahre Abarth und 50 Jahre Ford Capri, der mit vielen Exemplaren und einem Motor Klassik Leserlauf gefeiert wird.  Auch Aston Martin hat einen schönen Korso zusammengestellt, geführt von Vantage GT3 und DTM Pacecar folgten die meist älteren englischen Herren mit ihren Alltags- Aston Martins. Und die gaben alles!!! Einer der unterhaltsamsten Momente des Tages.  

Beim Concours d’Elegance werden die „Masterpieces „ gezeigt. 45 besondere Fahrzeuge, die in Design, Innovation oder Originalität Masstäbe gesetzt haben. Hier waren wir letzten Jahr mit unserem Ferrari 308 GT4 dabei und hatten 2016 mit dem Porsche 911 SWB den FIVA Preservation Award gewonnen. Besondes schöne Erinnerungen sind geblieben und ich verstehe den Stolz und die Freude der Teilnehmer sehr gut. Auch in diesem Jahr sind die Exponate fantastisch. Maserati Khamsin, Lamborghini Countach und Espada, Ferrari Daytona, 512 BB und 246 Dino oder Aston Martin Lagonda. Besonders gut gefallen mir die beiden Porsche 356 Pre A, einmal als Coupe und als Speedster in blau! Das Einzelstück Fiat 2300 S Coupe Michelotti und – vor allem- der Lancia Sport Zagato Prototipo. Er nahm an der Targa Florio 1964 teil und wurde danach  vom Rennfahrer Claudio Magliolo gekauft, der ihn über 20 Jahre lang hegte und pflegte und ihn nur sehr behutsam restaurierte. 1991 ging er ihn an den heutigen Besitzer. Ein echtes Zeugnis seiner Zeit, skurril und brutal.

Als ich so weiter übers Gelände gehe, sehe ich Rachschwaden aufsteigen. Es ist Dampf aus den Vehikeln der Künstlergruppe Abacus, die langsam von Musik begleitet über das Gelände rollen und so die Zuschauer überraschen.  Die Piraten der Zukunft wollen zunächst gar nicht recht in die Veranstaltung passen, erinnern ihre rollenden Maschinen mit Namen wie “Time- oder Space-Cruiser” doch eher an das Endzeit-Epos Mad Max. Ich folge ihnen eine ganze Weile, zu schön und verstörend ist der Auftritt.

„Der Machinist, hoch auf seinem Steamroadster hat kein Auge für sein Umfeld. Seine Gedanken zeitlos, sein Blick in die Ferne. Sein Reiseziel ein ungewisses Abenteuer und die Welt rollt unter ihm her. Ein Zeitalter von ´War einmal´zieht vorbei und verschwindet hinter schwarzen, dampfenden Wolken.“

Die Classic Days haben mir in diesem Jahr besonders gut gefallen. Zum einen waren die teilnehmenden Fahrzeuge wieder Extraklasse, zum anderen gab es aber einige Änderungen und Neuerungen, die die Veranstaltung noch besser und straffer gemacht haben. Das Gelände wird so noch besser ausgenutzt. Die Garden Lounge ist an den Startpunkt der Rennstrecke gewandert, auf der Schwarznusswiese bei „Charme & Style“ gibt es nun das Cafe Riverspoon zum pausieren und der Autostadt Paddock Club ist nun diskreter und ins Fahrerlager gewandert. Er baut nun höher und bietet Platz für die Autos und auf der oberen Etage einen Blick über das Geschehen. Sehr schön ist auch die A.Lange und Söhne Glas-Orangerie. Ein Showroom für die Uhren mit Catering Terasse. Und ebenso gefällig und stilvoll ist das Mercedes-Benz Classic Gewächshaus. Protz- und Prunk Auftritte (wie einst jener der Autostadt mit dem Bugatti Royale Zelt) gehören der Vergangenheit an. Das ist gut so. Eine gute, wenngleich auch überraschende Entscheidung war auch die Ehrung der Concours Fahrzeuge schon auf den Samstag Nachmittag vorzuziehen. So bleibt der Sonntag, um seine errungenen Trophäen gebührend zu feiern. Wenngleich sich die Jury freilich sputen muss, in so kurzer Zeit ihre Entscheidungen zu fällen… 

Zum Abschluss noch eine Anregung: Die Lovely Heroes- also die Kleinwagen der Wirtschaftswunderzeit- verdienen einen schöneren Platz  als der auf den Betonflächen vor dem Dycker Hofladen. Dieser Ort lädt nicht zum verweilen ein, die Autos stehen einfach schlecht. Wunderbar wäre es sie in den Bereich der Charme & Style zu integrieren. Das würde evtl. diesen etwas angestaubten Bereich auffrischen. Gerne komme ich dann im nächsten Jahr mit dem Mini Van zum picknicken. J